Langenfeld: Langenfelder feiern 45 Jahre Partnerschaft mit Senlis

Langenfeld : Langenfelder feiern 45 Jahre Partnerschaft mit Senlis

Die Delegation aus dem Rheinland wurde in Frankreich warmherzig empfangen und hat viele Kontakte geknüpft.

Zur Erneuerung der Städtepartnerschaft mit Senlis war eine Delegation des Langenfelder Partnerschaftskomitees zu Gast in Frankreich. Der dortige Ausschuss für Städtefreundschaften ist 140 Personen stark und bereitete den Langenfeldern einen sehr freundlichen Empfang. Gartenfest, Stadtmuseum und römisches Amphitheater, das waren einige der Programmpunkte, die das Komitee für die deutschen Gäste vorbereitet hatte. Gleichzeitig war es ein Arbeitsbesuch, bei dem die Rheinländer neue Kontakte knüpfen wollten, um die etwas in die Jahre gekommene Freundschaft zu erneuern.

Annähernd 20 Vereine aus Sport, Musik und Kultur stellten sich mit ihren Ideen vor. Eifrig schrieben die Gäste aus Deutschland mit, damit sie die Verbindungen zu geeigneten Langenfelder Vereinen herstellen können. "Wir waren überrascht über das große Interesse, das wir dort vorgefunden haben. Das Komitee hat sich echt ins Zeug gelegt für uns", freut sich Gabriele Pfläging, die die Langenfelder Delegation anführte.

Diesmal waren die Langenfelder auch musikalisch gut vorbereitet. Bei früheren Treffen hatten die Senliser mit Freude am Singen überzeugt. "Diesmal kam die Musik auch von unserer Seite", stellt Stephan Meiser fest, der die französischen Freunde mit seinem Talent am Keyboard zu überzeugte. Die Langenfelder Delegation spielte "Die Gedanken sind frei" und "Drink doch ene mit", was besonders die Teilnehmer am Deutschkurs zum Mitmachen ermunterte.

Der Abschlussabend der Sprachkurse, die in Senlis - in Ermangelung einer Volkshochschule - vom Partnerschaftskomitee organisiert werden, erhielt durch die musikalische Untermalung aus Langenfeld eine fröhliche Note, die von den Gastgebern begeistert aufgenommen wurde. "Vermutlich kann Stephan Meiser bald Autogrammkarten für Senlis drucken lassen", fasst Helmut Konrad, das dritte Delegationsmitglied, die Stimmung zusammen.

Mit Senlis hat das junge Langenfeld einen geschichtsträchtigen Partner in Frankreich gefunden. Bekannt ist vor allem die gotische Kathedrale. Zuletzt kam Senlis in die Schlagzeilen, weil dort der preisgekrönte Film "Seraphine" spielt und an den Originalschauplätzen gedreht wurde. Seraphine Louis (1864 - 1942) war eine unscheinbare Senliser Putzfrau, die als Malerin heute zu den bedeutendsten Vertretern der Naiven Kunst gezählt.

"Warum ist eigentlich nicht Senlis Hauptstadt von Frankreich geworden?" Diese Frage stellten sich die Langenfelder Besucher angesichts der großen Historie der Stadt. dort wurde 987 ein Dynastiewechsel der französischen Könige besiegelt. Das Königsgeschlecht der Karolinger wurde von den Kapetingern abgelöst. Der neue König Hugo Capet wurde in Senlis gewählt.

Die Senliser blicken auf eine über 2000 Jahre alte Geschichte zurück. Die Römer nannten den Ort damals Augustomagnus. Die Stadt ist noch heute von einer Stadtmauer aus römischer Zeit umgeben, auf der man den Ortskern umwandern kann.

Die Stadt hat touristisches Potenzial. Nur 45 Kilometer von Paris entfernt übersieht der Reisende sie allerdings leicht. Im Verbund mit der nahen Nachbarstadt Chantilly, nach der die französische Sahne benannt, will Senlis sich zukünftig attraktiver machen. An Besuch aus Langenfeld soll es nicht mangeln. "Aber zunächst mal wollen wir das Senliser Komitee zu uns nach Langenfeld einladen" stellt Gabriele Pfläging in Aussicht.

(og)