Monheim: Abgespeckte Citymanagerin

Monheim: Abgespeckte Citymanagerin

Petra Mackenbrock (38) aus dem Fachbereich Wirtschaftsförderung übernimmt koordinative Aufgaben, um die Arbeit der Werbegemeinschaften, der Marke Monheim und der Stadtverwaltung zu vernetzen.

Petra Mackenbrock ist die erste Monheimer Citymanagerin – zwar mit geringer Stundenzahl, doch dafür mit "Power und Engagement". Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) stellte die 38-jährige Verwaltungsfachfrau gestern vor. Mackenbrock arbeitet bereits seit fünf Jahren mit 30 Stunden pro Woche im Bereich Wirtschaftsförderung. Zehn davon sind jetzt für ihre neuen Aufgaben als Citymanagerin vorgesehen. "In der Anfangszeit kann das durchaus auch mehr sein", erklärte Oliver Brügge, zuständig für Stadtmarketing. "Und diese zehn Stunden sind in Absprache mit dem Bürgermeister sicherlich ausbaufähig, wenn Bedarf da ist."

Neue Pläne nach dem Schock

Zur Vorgeschichte: Innerhalb kurzer Zeit musste sich die Monheimer Verwaltung gemeinsam mit den Werbegemeinschaften und der Marke Monheim e.V. auf ein neues Konzept für das Citymanagement einigen. Das Ziel, bald einen hauptamtlichen Koordinator einstellen zu können, schien zunächst greifbar nah. Der Antrag auf Fördermittel beim Land Nordrhein-Westfalen war gestellt. Doch weil Monheim im Haushaltsjahr 2010 unter einem Nothaushalt ächzt, fror die Bezirksregierung ihre Fördermittel kurzfristig ein. Sie betrachtet den vierzigprozentigen Eigenanteil der Kommune als freiwillige Leistung, die eine Stadt mit Haushaltssicherungskonzept kaum aufbringen könne. Folglich brauche sie den Landeszuschuss nicht, hieß es. Nach dem ersten Schock setzten sich Vertreter der Stadtverwaltung, Marke Monheim und der Werbegemeinschaften nach Karneval erstmals zusammen, um Ideen zu entwickeln, die ohne zusätzliches Budget auskommen.

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Drei Säulen

"Wir haben versucht, das Beste aus der Situation zu machen", sagte Daniel Zimmermann, und: "Wir wollen den Einzelhandelsstandort Monheim nach vorne bringen", so die Zielvorgabe. Im Ergebnis steht das Citymanagement jetzt auf den drei Säulen Werbegemeinschaften, Marke Monheim und Wirtschaftsförderung. Petra Mackenbrock soll bei großen gemeinschaftlichen Aktionen die Klammer bilden und diese koordinieren. Das Team der Wirtschaftsförderung will darüber hinaus ein Eigentümernetzwerk und Standortexposés erstellen, erklärte Oliver Brügge. Außerdem solle das Ladenflächenkataster aktualisiert und geprüft werden, ob eine Immobilienplattform auf der städtischen Internetseite aufgebaut werden könne. Positive Signale senden auch die Werbegemeinschaften: "Die Kommunikation hat bisher reibungslos geklappt", äußerte sich Hans-Dieter Frey (Rathauscenter). "Das lässt für die Zukunft hoffen." Und Gerald Altvater (Treffpunkt Monheim) sieht "gute Chancen für einen Neuanfang". Auch die Interessengemeinschaft Ernst-Reuter-Platz "spürt das Interesse der Stadt" und "begrüßt das Konzept". Erstes Ergebnis der Kooperation ist ein großes Stadtfest (28. bis 30. Mai) von der Krischer Straße bis zum Ernst-Reuter-Platz mit verkaufsoffenem Sonntag. "Bisher ist es einmalig, dass Marke Monheim, die Werbegemeinschaften und die Verwaltung ein gemeinsames Fest organisieren", freute sich Brügge.

(RP)