Schwimmprojekt: 3. Auflage von "Mathe schützt nicht vor Ertrinken" in Wegberg wieder ein Erfolg

Schwimmen: Zug um Zug zum Seepferdchen

In Wegberg lernen zurzeit wieder 246 Zweitklässler beim Projekt „Mathe schützt nicht vor Ertrinken“ das Schwimmen. Das Projekt findet Nachahmer.

Es war ein ehrgeiziges Ziel, das sich Annette Sielschott vor einigen Jahren gesetzt hat. Die Mitarbeiterin des Regionalen Bildungsbüros hatte die Vision, dass irgendwann mal kein Kind im Kreis Heinsberg mehr auf die weiterführende Schule kommt, ohne Schwimmen zu können. Noch hat Sielschott dieses Ziel nicht erreicht, aber seit dem Projektstart im Jahr 2015 kommt sie dem Erreichen Schritt für Schritt ein bisschen näher. „Ende dieses Jahres werden etwa 4700 Erst- bis Viertklässler aus fünf Kommunen des Kreises Heinsberg am Schwimmprojekt teilgenommen haben“, sagt Sielschott, „dabei ist es uns insgesamt gelungen, die Quote der Kinder ohne Seepferdchen von bis zu 70 Prozent auf bis zu 21 Prozent zu senken.“

Und so hat sich das Projekt „Mathe schützt nicht vor Ertrinken“ zu einer wahren Erfolgsgeschichte gemausert, die inzwischen Nachahmer findet. So wird im kommenden Jahr die DLRG-Ortsgruppe Wesel unter dem selben Titel das Projekt „made im Kreis Heinsberg“ übernehmen und damit ebenfalls dazu beitragen, dass immer mehr Kinder das Seepferdchen erhalten.

Im Kreis Heinsberg nehmen inzwischen mit Erkelenz, Hückelhoven, Geilenkirchen, Wegberg und Übach-Palenberg fünf Kommunen am Schwimmprojekt teil, zurzeit läuft in Wegberg die dritte Auflage mit 246 Wegberger Zweitklässlern. „Dieses Projekt zeigt, dass Schule mehr ist als Mathe, Deutsch oder Englisch, es geht auch darum, die Schüler aufs Leben vorzubereiten“, sagt Wegbergs Bürgermeister Michael Stock, „unser Ziel ist es nach wie vor, dass es in Wegberg kein Kind mehr gibt, das nicht schwimmen kann. Und wir sind diesem Ziel wieder ein Stückchen näher gekommen.

  • Schwimmen : Großem Ziel Stückchen näher gekommen

Motor dieser Aktion ist inzwischen aber nicht mehr nur Annette Sielschott und ihre Mitstreiterin Berit Baumeister vom Kreissportbund Heinsberg, sondern die vielen ehrenamtlichen Helfer, die Jahr für Jahr den zweiwöchigen Kompaktschwimmkursus geben. „Ich möchte mich bei Euch allen bedanken – ohne Euch funktioniert das nicht“, sagte Beate Rönnebeck vom Stadtsportverband Wegberg.

Viele ehrenamtliche Helfer machen das Schwimmprojekt im Wegberger Grenzlandringbad erst möglich. Einen Dank gab es von Bürgermeister Michael Stock (v.5.v.l.), Berit Baumeister vom KSB (v.2.v.l.), Annette Sielschott vom Regionalen Bildungsbüro (v.3.v.l.) und Beate Rönnebeck (v.4.v.l.) vom Stadtsportverband Wegberg. Foto: Hendrike Spaar

Wie erfolgreich das Projekt tatsächlich ist, soll nun nach fünf Jahren auch eine neue Umfrage bei allen weiterführenden Schulen ermitteln. Fest steht aber schon jetzt: „Für Erkelenz hat sich die Teilnahme ausgezahlt. Dort gibt es fast kein Grundschulkind mehr, das nicht am Projekt teilgenommen hat“, erklärt Berit Baumeister.

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