FC Wegberg-Beeck hat mit dem SV Breining noch eine Rechnung offen

Fußball: Nach 16 Jahren mal wieder gegen Breinig

Mittelrheinliga: Der FC Wegberg-Beeck spielt am Sonntag daheim gegen den SV Breinig. Die Trainer Friedel Henßen und Michael Burlet verbindet einiges: Beide sind seit der Saison 2012/13 am Ruder – und beide haben Abstiege überstanden.

In den vergangenen Wochen hat Breinigs Coach Michael Burlet regelmäßig bei seinem Beecker Kollegen Friedel Henßen angerufen, um sich Informationen einzuholen – aus gutem Grund: Beeck spielt stets eine Woche vorher gegen Breinigs kommenden Gegner. „Michael hat aber schon angekündigt, dass er diese Woche nicht anruft“, sagt Henßen schmunzelnd. Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich – übermorgen treffen ihre beiden Teams im Beecker Waldstadion aufeinander. Das letzte – und bislang auch einzige – Aufeinandertreffen um Punkte ist lange her: In der Saison 2002/03 duellierten sich der FC und der SV in der Landesliga – mit dem besseren Ergebnis für Breinig: In Beeck gab es ein 2:2, in Breinig verlor der FC 0:2. „Es wird also wirklich Zeit, dass wir gegen Breinig den ersten Sieg holen“, bekräftigt Henßen.

Der wäre im vierten Heimspiel der Saison auch der vierte Sieg. „Und genau das streben wir natürlich auch an. Um ganz oben zu bleiben, müssen wir einfach gewinnen, denn auch Bergisch Gladbach punktet konstant“, sagt Henßen. Dabei kann er bis auf den langzeitverletzten Danny Fäuster (Kreuzbandriss) voraussichtlich auf den kompletten Kader zurückgreifen. Sascha Tobor ist am Dienstag wieder voll ins Training eingestiegen, ebenso Amar Zayton. Bei Tim Blättler war das gestern der Fall.

Neben Nils Hühne wird nun grundsätzlich Sebastian Wilms als Fäuster-Ersatz in der Innenverteidigung spielen, kündigt Henßen an. Wilms ist ein ebenso erstklassiger Innenverteidiger wie Sechser – das ist also kein Problem. Durch „Sepps“ Zurückziehung in die Innenverteidigung wird auf Dauer eine Planstelle vor der Abwehr frei. Die hat bislang Youngster Yannik Leersmacher eingenommen – zur vollen Zufriedenheit seines Chefs: „Yannik macht das richtig gut“, bekräftigt Henßen. Dass dem Eigengewächs hin und wieder in kritischen Situationen noch ein wenig die Ruhe fehle, sei völlig normal: „Yannik ist gerade mal 21 Jahre – das wird er lernen.“ Auch beim jüngsten 2:0 in Deutz wusste Leersmacher zu gefallen, bestätigte, warum er eindeutig zu den Gewinnern der Vorbereitung zählt. Leersmacher ist enorm giftig in den Zweikämpfen, spielt nicht nur Sicherheitspässe, ist sehr präsent, traut sich was zu – und kann auch mal richtig dazwischenhauen. Was er mit Wilms gemeinsam hat. In Deutz gefiel er zudem mit sehr strammen weiten Einwürfen – die beeindruckten auch dessen Coach Raimund Kiuzauskas.

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Auch übermorgen dürfte Leersmacher also wieder erste Wahl sein – und dürfte wie seine Mannschaftskollegen ordentlich gefordert werden. „Breinig hat mehr Potenzial, als der Tabellenstand aussagt“, betont Henßen. Aktuell belegt der SV mit fünf Punkten Platz 13, hat seit dem spektakulären Auftaktsieg (4:0 beim VfL Vichttal) nicht mehr gewonnen. Danach folgten zwei turbulente Spiele (3:3 gegen Hennef, 3:6 in Friesdorf). Aus den vergangenen vier Partien hat Breinig aber nur einen Punkt geholt.

„Im Moment ist die Lage schwierig“, bekennt Burlet. Die missliche Situation ist aber nicht zuletzt der Personallage geschuldet: Torjäger Nico Dautzenberg, er hat bislang drei Tore erzielt, fällt schon seit einigen Wochen ebenso aus wie der weitere Leistungsträger im Team Andreas Simons – Spieler dieses Kalibers kann der SV Breinig einfach nicht adäquat ersetzen. In die Bresche ist bislang immerhin Jordi Ndombaxi gesprungen, der es auch schon auf drei Treffer gebracht hat. „Der ist pfeilschnell. Auf den müssen wir höllisch aufpassen“, erläutert Henßen. Ein Wiedersehen kann übermorgen zudem mit Abdelkarim Ait Kassi gefeiert werden, der bis Sommer zum Beecker Kader zählte und nun beim SV spielt. In der Liga kam er dort bislang auf zwei Kurzeinsätze.

Henßen und Kollege Burlet verstehen sich nicht nur ausgezeichnet, sondern weisen auch noch markante Gemeinsamkeiten auf. So stehen beide bei ihrem Verein schon sehr lange auf der sportlichen Kommandobrücke – beide seit der Saison 2012/13. „In Breinig kann ich wirklich in völliger Ruhe arbeiten. Die Zusammenarbeit mit dem Vorstand ist tadellos, habe ich in dieser ausgeprägten Form noch bei keinem anderen Verein erlebt“, sagt Burlet. Auch beim Abstieg aus der Mittelrheinliga 2016 hätten alle Beteiligten die Nerven behalten: „Auch damals bin ich in keiner Weise in Frage gestellt worden, und in der Folgesaison haben wir dann den direkten Wiederaufstieg geschafft“, betont Burlet. Auch das ist eine deutliche Parallele zu Henßen – der ist mit Beeck sogar schon zweimal aus der Regionalliga abgestiegen, ohne dass sein Stuhl gewackelt hätte. Merke: Ruhe zahlt sich aus – zumindest in den meisten Fällen.

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