Paukenschlag: Golkrather Frauen Kreismeister

frauen-/mädchenfussball (emo) Mit dem Begriff "Sensation" sollte man ja höchst dosiert umgehen. Doch was die Frauen des SV Golkrath bei der Kreismeisterschaft in der Erkelenzer Karl-Fischer-Sporthalle anstellten, ist schon mehr als eine faustdicke Überraschung. Denn nicht der haushohe Favorit, Mittelrheinligist SV Viktoria Waldenrath/Straeten, setzte sich die Kreiskrone auf, sondern eben der Kreisligist Golkrath. Im Finale bezwang er die Viktoria nach torlosem Spiel im Neunmeterschießen mit 4:3.

Eine Spielerin wuchs dabei über sich hinaus: Katharina Bündgen. Die Torhüterin ist taubstumm, spielt beim SV erst seit drei Monaten. "Katharina hat einfach Weltklasse gehalten. Sie hat uns fast im Alleingang das 0:0 in der regulären Spielzeit gerettet", lobte sie Golkraths Betreuerin Andrea Schneiderbeck – und schob nach: "Im vergangenen Jahr sind wir bei der Kreismeisterschaft ja schon überraschend Dritter geworden. Nun haben wir sogar gewonnen." Zur Belohnung fährt das Team am 5. Februar nach Pulheim, vertritt dort den Kreis Heinsberg bei der Endrunde des 7. FVM-Hallenpokals – auch zur Freude der Trainer Martin Fontein und Christoph Esser.

Mit neun Punkten und 6:0 Toren gewann Golkrath souverän die "Erkelenzer" Vorrundengruppe. Dahinter platzierten sich SV Brachelen (sechs Punkte), Sportfreunde Uevekoven II (drei) und VfJ Ratheim (0). Und in der "Heinsberger" Vorrundengruppe spazierte Straeten mit neun Punkten und 11:0 Toren vor dem VfR Unterbruch (vier Punkte), Concordia Haaren (ebenfalls vier) und FSV Kraudorf/Uetterath (0) zum Gruppensieg.

Siegtor zwei Sekunden vor Ende

Genauso souverän gewann der Mittelrheinligist sein Halbfinale gegen Brachelen mit 6:0. Golkrath sicherte sich das Finalticket durch ein hart umkämpftes 2:1 gegen Unterbruch. Der Siegtreffer fiel dabei zwei Sekunden vor Schluss.

Bitter für Straeten: Insgesamt 17:0 Tore in der regulären Spielzeit reichten nicht zum Titelgewinn – und das, obwohl der eigentliche Konkurrent, Ligakollege und Titelverteidiger Sportfreunde Uevekoven, wegen der am Vorabend selbst ausgerichteten zünftigen Après-Ski-Party im Uevekovener Sportlerheim mit der Erstvertretung gar nicht dabei war. "Diese Party dauert immer sehr lange. Da können die Mädels unmöglich am nächsten Morgen Fußball spielen", hatte Sportfreunde-Coach Udo Jansen dazu im Vorfeld überaus fachkundig ausgeführt. Denn wie zu hören war, gingen die letzten Gäste dort morgens um halb sieben . . .

Zurück zur Kreismeisterschaft: Die B-Juniorinnen-Konkurrenz wurde zu einer klaren Sache für den VfR Tüddern. Im Finale schlugen die Selfkant-Mädels den VfJ Ratheim 5:1. Der SV Schwanenberg als zweiter "Erkelenzer" Vertreter wurde in seiner Gruppe Dritter. Zufrieden war Michael Kranz, der Frauenbeauftragte des Fußballkreises: "Die Karl-Fischer-Sporthalle wird für diese Meisterschaften nun fester Austragungsort. Mit der Rundum-Bande macht's einfach Spaß."

(emo)
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