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Hückelhoven: Simulierte Katastrophe

Hückelhoven : Simulierte Katastrophe

Es war die größte Katastrophenschutzübung der vergangenen zehn Jahre – rund 600 Einsatzkräfte sahen sich mit einem Flugzeugabsturz konfrontiert. Der Terroranschlag vom 11. September war der Anlass für eine solche Übung.

Da musste etwas Schlimmes passiert sein. Unzählige Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und Rettungsdienste versetzten die Hückelhovener am Samstag in Schrecken. Die Einsatzkräfte steuerten das ehemalige Zechengelände an der Sophiastraße an. Auf die dortige Brikettfabrik war ein russisches Flugzeug gestürzt, schnell breitete sich das Feuer aus, eine Katastrophe bahnte sich an.

Vier Menschen in der Maschine

Es war die größte Katastrophenschutzübung der vergangenen zehn Jahre im Kreisgebiet, rund 600 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk waren bei dem simulierten Flugzeugabsturz im Einsatz. Nach Sichtung der Lage stellte die zuerst alarmierte Hückelhovener Wehr bereits große eingestürzte Gebäudeteile fest. In der Maschine befanden sich vermutlich vier Personen, laut Firmenleitung mussten etwa 25 weitere Personen im Gebäude sein. Durch das auslaufende Kerosin bildeten sich rasch mehrere Kleinbrände. Die Trümmer des Flugzeuges verteilten sich auf rund 500 Quadratmetern. Die Bergung der verschütteten und eingeklemmten Personen stand für die Wehr im Mittelpunkt. Wegen der Einsturzgefahr sicherte das THW die Gebäudeteile.

Unter dem Alarmstichwort „MANV 2“ (Massenanfall von Verletzten) leiteten die Rettungskräfte vor Ort weitere Hilfsmaßnahmen ein (unter anderem richtete Landrat Stephan Pusch einen Krisenstab ein). Die umfangreiche Wasserversorgung stellten die Wehrleute über das Hydrantennetz sicher, die Drehleitern wurden positioniert, optional standen zwei mobile Wasserwerfer zur Verfügung. Nachdem sich eine Schadstoffwolke gebildet hatte, kamen Messeinheiten zum Einsatz.

Kreisbrandmeister Karl-Heinz Prömper erläuterte die Hintergründe: „Nach den Anschlägen in den USA mussten neue Konzepte her. Jeder Kreis hatte danach nach seinen eigenen Möglichkeiten die Konzepte aufgestellt. Das haben wir nun umgesetzt. Klar ist, dass Übungen dieser Art wiederholt werden.“

Ziel der angekündigten Übung war, die Strukturen für die Bewältigung von Großschadensereignissen zu erproben. Prömper: „Die Übung ist gelungen, wenn wir auch Schwachstellen in den Kommunikationsstrukturen festgestellt haben. Dies werden wir nun auswerten.“

Die Einsatzkräfte waren in sieben Abschnitten aufgeteilt (Menschenrettung, Brandbekämpfung, Abstützmaßnahmen, Schadstoffmessungen, Versorgung von Verletzten und Rettungskräften). Prömper leitete die Übung, die Einsatzleitung übernahm stellvertretender Kreisbrandmeister Hans-Hubert Plum.

(RP)