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Krefeld: Toeller verlegt Firmenteil nach Monheim

Krefeld : Toeller verlegt Firmenteil nach Monheim

Der Krefelder Unternehmer Torsten Toeller (Fressnapf) hat einen Teil seiner Toeller Holding abgespalten und seinem Unternehmen Devario Invest in Monheim angegliedert. Dort liegt der Gewerbesteuer-Hebesatz niedriger als in Krefeld.

Der Krefelder Unternehmer Torsten Toeller ist mit seiner Torsten Toeller Holding GmbH, der Fressnapf Tiernahrungs GmbH und der Equiva GmbH seit Jahren einer der besten Gewerbesteuerzahler in Krefeld. Künftig wird nicht nur Krefeld von seinen geschäftlichen Aktivitäten profitieren. Wie ein Sprecher Torsten Toellers gestern auf Anfrage bestätigte, hatte der Unternehmer 2012 die Gesellschaft Devario Invest in Monheim gegründet. Der Gründung aus dem Jahr 2012 folgte jetzt die Abspaltung eines Teil des Kapitals aus seiner Krefelder Torsten Toeller Holding, der Devario Assets GmbH, die der Monheimer Devario Invest angegliedert wurde.

Ziel der Gründung der Monheimer Gesellschaft sei es gewesen, das private Kapital Toellers auch räumlich vom geschäftlichen Kapital zu trennen, sagte Toellers Sprecher. Wichtig sei es ihm aber zu betonen, dass die Unternehmen Fressnapf und Equiva ihren Sitz in Krefeld behalten und Toeller seine Gewerbesteuern weiter in Krefeld zahlt. Auch die Toeller Holding behalte ihren Sitz in Krefeld.

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Direkte Gewerbesteuerverluste entstehen für Krefeld nicht — wenn die Devario Invest allerdings künftig Geschäftsaktivitäten aufnimmt, wird Monheim mit Gewerbesteuer-Einnahmen profitieren. Dort liegt der Gewerbesteuer-Hebesatz bei für Unternehmen attraktiven 300 Punkten. Die Devario Invest hat ihren Sitz an der Monheimer Siemensstraße, fünf Mitarbeiter sind dort beschäftigt, Geschäftsführer sind Martin Luntscher und Torsten Toeller.

Auf Anfrage, warum er Teile seiner Geschäfte nach Monheim verlagert hat, ließ Toeller über einen Sprecher ausrichten, dass "die niedrigen Gewerbesteuern in Monheim sicherlich kein Hindernis gewesen sind."

Die Nachricht erreicht Krefeld in politisch brisanten Zeiten: Wegen des durch die Bezirksregierung verhängten Nothaushaltes zieht die Krefelder Stadtverwaltung erneut eine Erhöhung der Gewerbesteuern in Erwägung. Ob dies bei der jüngsten Klausurtagung bereits diskutiert wurde, lässt die Verwaltungsspitze offen.

CDU, UWG und FDP haben in den bisherigen Haushaltsberatungen eine Erhöhung der Gewerbesteuern stets ausgeschlossen, die SPD war für eine Erhöhung der Gewerbesteuer und begründete dies damit, dass die Gewerbesteuer für Unternehmen bei der Wahl ihres Standortes keine so große Wichtigkeit habe.

Die Gewerbesteuer besteuert den Ertrag, den ein Unternehmer aus seinem angemeldeten Gewerbe gewinnt. Der Gewerbe-Steuervergleich zwischen Monheim und Krefeld zeigt die großen Unterschiede auf: Monheim lag bisher bei einem Gewerbesteuer-Hebesatz von 300 Punkten, will diesen sogar jetzt auf 285 Punkte senken. In Krefeld liegt der Hebesatz derzeit bei 440 Punkten und damit zum Beispiel auf dem Niveau der kreisfreien Städte im Rhein-Kreis Neuss wie Dormagen, Jüchen, Korschenbroich und Meerbusch.

Die Stadtverwaltung hat bereits bei den Beratungen zum Doppelhaushalt 2013/2014 vorgeschlagen, den Hebesatz auf 460 Prozentpunkte zu erhöhen. Als Argument hatte Krefelds Kämmerer Ulrich Cyprian damals angeführt, dass der Gewerbesteuer-Hebesatz in Krefeld seit 1987 nicht mehr erhöht wurde und Krefeld auch bei einem Hebesatz von 460 Punkten im Landesvergleich noch gut dastehe. Der durchschnittliche Hebesatz der Großstädte liegt laut Industrie- und Handelskammer in NRW bei 463 Punkten.

(RP)