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Neue Probleme mit RE10 in Krefeld: "Ankunft verzögert sich auf unbestimmte Zeit"

Neue Probleme mit RE10 in Krefeld : "Ankunft verzögert sich auf unbestimmte Zeit"

Der Ärger bei den Fahrgästen der Nordwestbahn (NWB) auf der Linie des RE10 zwischen Düsseldorf und Kleve ist ohnehin schon gewaltig: Verspätungen, fehlende Waggons, dafür aber überfüllte Züge - und jetzt auch noch eine merkwürdige Informationspolitik.

Freitagmorgen zwischen den Haltestellen Krefeld-Oppum und dem Krefeld-Hauptbahnhof. Wie so häufig legt der bereits um wenige Minuten verspätete RE10 auf der Strecke einen Halt ein. Kein Murren bei den Fahrgästen — das kennt man, mittlerweile ist es Alltag für die Pendler auf dem Weg von Düsseldorf in die Seidenstadt.

Der Hauptbahnhof ist in Sichtweite. Doch es geht nicht weiter. Nach kurzer Zeit schreckt eine Durchsage die Fahrgäste auf: "Bitte beachten Sie. Unsere Ankunft in Krefeld Hbf wird sich auf unbestimmte Zeit verzögern." Erst jetzt durchdringt Stöhnen und Gemurmel der genervten Kunden das Abteil.

"Was bedeutet auf unbestimmte Zeit?"

Viele Fahrgäste dürften sich zwei Fragen gestellt haben: Warum steht der Zug wieder einmal kurz vor dem Ziel? Doch die zweite, entscheidende Frage lautet: Was genau bedeutet 'auf unbestimmte Zeit'? 30 Minuten, zwei Stunden, den ganzen Vormittag?

Schweigen. Erklärungen vom Personal gibt es nicht. Keine weiteren Durchsagen, kein Wort des Bedauerns oder der Erläuterung für die ahnungslosen Kunden. Die "unbestimmte Zeit" endet übrigens nach sieben Minuten Stillstand.

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RE10-Pannen sind bekannt

Und was sagt der Konzern zur Informationspolitik? "Da müssen wir den Kunden gegenüber sicherer und sensibler werden", räumt NWB-Sprecherin Elisabeth Burghard auf Anfrage ein. "Wir haben auch noch einmal mit den Lokführern vor Ort gesprochen und auf diese Problematik hingewiesen."

Zumal der nahezu alltägliche Stillstand zwischen Oppum und Hbf einen einfachen Grund hat, wie Burghard erklärt. Offenbar sind die Gleise am Krefelder Hbf von anderen Zügen belegt. "Wir müssen dann erst warten, bis wir grünes Licht erhalten." Da könne die NWB nichts machen. An ihrer Informationspolitik schon, sagt die Konzernsprecherin - gerade in Krisenzeiten wie diesen.

Denn die Probleme auf der Bahn-Linie RE 10 sind bekannt. Seit Monaten müssen Pendler immer wieder mit Verspätungen, Ausfällen oder Umwegen rechnen - ein Dauer-Ärgernis für die Fahrgäste zwischen Kleve und Düsseldorf. Erst am Mittwoch fand zu dieser Problematik in Kempen ein Bürgergespräch statt.

"Ein unterdurchschnittlicher Wert"

Besonders betroffen sind die Pendler zwischen Kempen und Krefeld, die immer wieder unter überfüllten Abteilen zu leiden haben. Doch auch in der Gegenrichtung läuft es nicht reibungslos. Die Nerven der Kunden sind strapaziert.

Jüngst wies die Nordwestbahn, privater Betreiber der Regionalexpress-Linie, weist eine eigene Schuld für dieses Problem von sich. Für den Güterverkehr und das Schienennetz sei die Deutsche Bahn AG zuständig.

Nordwestbahn-Geschäftsführer Hansrüdiger Fritz präsentierte vor kurzem Zahlen für das erste Halbjahr 2013. Die Pünktlichkeit liege demnach bei 92 Prozent. Fritz: "Das ist ein unterdurchschnittlicher Wert. Daran wollen wir arbeiten." 1,4 Prozent der Züge fielen aus, für 60 Prozent davon liegen die Gründe bei der NWB.

(nbe)