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Krefeld: Fressnapf investiert 50 Millionen in Krefeld

Krefeld : Fressnapf investiert 50 Millionen in Krefeld

Torsten Toeller will ein modernes Logistikzentrum in Linn für den internationalen Markt bauen. Die Krefelder Firmenzentrale soll in diesem Jahr um 100 Mitarbeiter wachsen und einen Betriebskindergarten bekommen.

Torsten Toeller bleibt mit seinem Unternehmen Fressnapf auf Expansionskurs: Allein am Standort Krefeld plant der 46-Jährige Investitionen von fast 50 Millionen Euro. Den größten Anteil verschlingt der Bau eines neuen Logistikzentrums für den internationalen Markt.

35 Millionen Euro kosten Abriss und Neubau von Hochlagern mit 14 000 Quadratmetern Fläche, auf denen 11 000 verschiedene Artikel bevorratet werden können. "Derzeit befinden wir uns noch in der Planungsphase", berichtete Toeller im Gespräch mit unserer Redaktion.

Die Ausarbeitung der Ausschreibungs- und Bauantragsunterlagen erfolgen in einem nächsten Schritt. In zwei bis zweieinhalb Jahren soll alles fertig sein. Ehe die Hochbauarbeiten beginnen können, müssen die alten Hallen abgerissen werden. Das soll schon in diesem Sommer beginnen.

Die Kosten, so Toeller, verteilen sich jeweils zur Hälfte in die Immobilie und in das Innenleben. "Mit computergesteuerter, halbautomatischer Lagerhaltung lässt sich die Ware dann schonend für meine Mitarbeiter kommissionieren", betont der geschäftsführende Gesellschafter der Fressnapf Tiernahrungs GmbH.

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Seine rund 1000 Beschäftigten in der Krefelder Firmenzentrale hat er auch bei anderen Investitionen in 2013 im Blick. Für rund 700 000 Euro will er die Kantine verbessern und erweitern, Geld in einen neuen Fitnessraum stecken und einen Betriebskindergarten bauen. Allerdings gibt es Schwierigkeiten.

Der Standort mitten im Gewerbegebiet in der Nähe so genannter störanfälliger Betriebe findet bislang nicht die Zustimmung der Bezirksregierung. "Wir werden in Gesprächen versuchen, die Bedenken auszuräumen, da wir hier einen echten Mehrwert für die Mitarbeiter, aber auch für die Bewohner von Linn schaffen wollen", sagt Toeller.

Er sei bereits mit Planungen in Vorleistung gegangen, um mindestens 30 bis 40 Kita-Plätze anbieten zu können. Das könnten aber auch mehr werden — inklusive U3-Angebote. Um doch noch ans Ziel zu kommen, müsse er Gutachten beibringen, die die Unverträglichkeit des Standorts bestätigen oder Auflagen beschreiben. Außerdem müsse der Bebauungsplan geändert werden. Toeller ist sicher, dass sich das oft zwei Jahre dauernde Verfahren beschleunigen lässt.

Toellers ehrgeizige Ziele bestehen in diesem Jahr darin, die Umsatzzahlen von 1,4 Milliarden Euro weiter zu steigern, gut 50 neue Märkte zu eröffnen und in den Märkten und Zentralen rund 500 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Allein in Krefeld sollen 100 Männer und Frauen eine neue Beschäftigung finden. "70 in der Verwaltung und 30 im Lager", berichtet der Unternehmer.

14 Millionen Euro hat Toeller inzwischen in neue Software investiert. Kassensysteme, Lagerwirtschaft, Buchhaltung — alles wird harmonisiert und modernisiert. Der in Köln geborene und in Duisburg lebende Familienvater will den Tiernahrungskonzern fit für die Zukunft machen, alle Kanäle bespielen, um den Kunden zu erreichen — etwa Fachmärkte, Online, Smartphones und Tablets. In einem zweiten Schritt nimmt er noch einmal fünf Millionen Euro in die Hand, um seine Vision vom allseits erreichbaren Fachmarkt zu verwirklichen.

"Die Investitionen in diesem Jahr zählen zu den wichtigsten der Unternehmensgeschichte", betonte Toeller.

(RP/jco)