Lokalsport: Michael Nimczyk greift zur Traber-Krone

Lokalsport : Michael Nimczyk greift zur Traber-Krone

Der Deutsche Meister aus Schiefbahn startet Sonntag in Berlin zum vierten Mal in seiner Karriere beim Deutschen Traber-Derby. Heute beginnt an der Spree die Derby-Woche. Der Krefelder Roland Hülskath kämpft um den Stutenpreis

Für die Freunde des Trabrennsports steigt an diesem Wochenende der Höhepunkt des Jahres. Auf der Bahn in Berlin-Mariendorf findet am Sonntag um 18.10 Uhr das 120. Deutsche Traber-Derby, das bedeutendste Rennen des Landes statt. An den Start gehen ausschließlich dreijährige deutsche Hengste oder Wallache. Dotiert ist das Derby mit 225 068 Euro. Davon erhält der Sieger neben dem traditionsreichen Blauen Band alleine 107 534 Euro. Bereits heute beginnt an der Spree das viertägige Sulky-Spektakel, bei dem es in den insgesamt 54 Rennen knapp über 700 000 Euro zu gewinnen gibt.

Der Deutsche Meister Michael Nimczyk taucht wie schon im November 2014 beim Breeders Crown in Berlin, einem weiteren Höhepunkt des Jahres, 21 Mal in den Starterlisten auf. Im Derby greift er zum vierten Mal in seiner erfolgreichen Karriere nach der deutschen Traber-Krone. Bisher konnte sich der 29-jährige Goldhelm-Träger nie platzieren. Zuletzt war er 2013 dabei. Auch beim mit 95 022 Euro dotierten Derby-Stutenpreis am Samstag, dem zweiten Höhepunkt der Derby-Woche, geht Nimczyk an den Start. Dabei kommt mit Roland Hülskath einer seiner Konkurrenten aus der direkten Nachbarschaft. Der Krefelder ist ebenfalls an allen Tagen der Derby-Woche im Einsatz.

Diese Großveranstaltung ist für die Familie Nimczyk vom Kaiserhof in Schiefbahn eine logistische Herausforderung. 21 Pferde, die im dortigen Trainingszentrum zu Hause sind, müssen heute verladen und an die Spree transportiert werden.

Bereits am vergangenen Wochenende war der Deutsche Meister auf der Bahn in Mariendorf im Großeinsatz, wo die Qualifikationsrennen für das Derby stattfanden. Dabei reichte ihm mit dem dreijährigen Hengst "Raffaelo Diamant" ein dritter Platz. Auf der Zielgeraden lag er auf der ungünstigen Innenseite und konnte im Kampf um den Sieg nicht mehr entscheidend eingreifen. Sonntag steht er unter besonderer Beobachtung. Denn "Raffaelo Diamant" gehört dem Berliner Großbesitzer Ulrich Mommert. Und der ist gleichzeitig Besitzer der Trabrennbahn in Mariendorf und Präsident des dortigen Trabrennvereins. "Mit einer guten Platzierung wäre ich schon zufrieden. Wenn es mehr ist, sehr gerne", sagte Nimczyk gestern. Für die Experten gehört er nicht zu den Favoriten. Die räumen Thorsten Tietz mit "Cash Hannover" die größten Siegchancen ein, der sich in einem der vier Qualifikationsrennen locker durchsetzte und mit Startplatz zwei im Vorteil ist. Den konnte Nimczyk aber im November 2014 in einem Rennen schon mal den Sieg vor der Nase wegschnappen. In Berlin drücken die Fans "Cash Hannover" besonders die Daumen, der in Mariendorf zu Hause ist. Zuletzt gelang einem Hengst aus Berlin 1988 ein Derby-Sieg.

Eine vordere Platzierung wäre für Nimczyk am Samstag im Stuten-Derby bereits ein Erfolg. Er geht mit der dreijährige "Frieda F Boko" an den Start, die im Besitz seiner Großmutter ist. Als Vorjahressieger ist Roland Hülskath dabei, der 2013 von Mönchengladbach nach Krefeld umzog. Er will diesmal mit Indira Bo seinen Titel verteidigen und wird von den Experten zu den vier Favoriten gezählt.

(RP)
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