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KAB Wassenberg/Myhl mit Aktion zum Lieferkettengesetz

KAB in Wassenberg : „Der Mensch steht im Mittelpunkt“

Auch die KAB beschäftigt sich mit dem Lieferkettengesetz. Ein symbolisches Paket hat Bundestagsmitglied Wilfried Oellers erhalten.

Ein „Paket für Berlin“ haben die Verantwortlichen der KAB Wassenberg/Myhl für den Kreis Heinsberger Bundestagsabgeordneten Wilfried Oellers (CDU) gepackt. Der Hintergrund: Der Diözesanverband Aachen der Katholischen Arbeitnehmerbewegung hat eine Aktion zum Lieferkettengesetz gestartet.

Das Paket, so sagt es Roland Tetzlaff von der KAB Wassenberg/Myhl, beinhalte ein Schreiben mit den Forderungen der KAB sowie symbolische Gegenstände, die die soziale und ökologische Notwendigkeit eines Lieferkettengesetzes anschaulich verdeutlichen, dazu zählten Jeans, Baumwollhemden, Kakao und Tee.

Die KAB sagt konkret: „Gegen das Gift der Gewissenlosigkeit hilft nur noch ein gesetzlicher Rahmen. Das Lieferkettengesetz soll für Betroffene und für Unternehmer Rechtssicherheit schaffen. Es soll Menschenrechte schützen, es soll sich gegen Kinder- und Zwangsarbeit positionieren und für Fairtrade und Umweltschutz stehen.“ Der KAB geht der Gesetzentwurf nicht weit genug, es falle hinter internationale Standards zurück. „Es soll für Unternehmen ab 3000 Mitarbeiter gelten. Man verlangt von den Unternehmen lediglich, dass sie das Risiko bei ihrem direkten Zulieferer analysieren. Anzumerken ist, dass viele Zulieferer aus Deutschland kommen. Es ist bekannt, dass sich viele schwere Menschenrechtsverletzungen zu Beginn der Kette auf Plantagen oder im Rohstoffanbau ereignen“, erläuerte Tetzlaff beim Besuch von Oellers.

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Wilfried Oellers erklärte, dass es für Unternehmen nicht einfach werde, die Risiken entlang der gesamten Lieferkette zu verfolgen, zudem werde es rechtlich schwer umzusetzen sein.

Die Diskussion bezog auch auf konkrete Beispiele weltweit. Roland Tetzlaff verwies etwa auf eine abgebrannte Textilfabrik in Pakistan, der Brand forderte mehr als 200 Todesopfer. Ein deutsches Unternehmen habe dort produzieren lassen, erklärte die KAB. Zudem verwies die KAB Wassenberg/Myhl auf Edelmetalle, die in Handys verbaut sind. So sei ein deutscher Chemiekonzern Hauptkunde einer Mine in Südafrika, als im Jahr 2012 34 Arbeiterinnen und Arbeiter erschossen wurden, nachdem sie für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen gestreikt hatten.

Insgesamt zeigte sich das Kreis Heinsberger Bundestagsmitglied Wilfried Oellers beeindruckt vom Engagement der Katholischen Arbeitnehmerbewegung. Roland Tetzlaff resümierte: „Wilfried Oellers wird, so hoffen wir bei der KAB Wassenberg/Myhl, das Anliegen, wonach der Mensch und nicht die Wirtschaft im Mittelpunktder politischen Entscheidungen steht, in den Ausschuss für Arbeit und Soziales mit in die Hauptstadt Berlin nehmen.“