1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld
  4. Sport

Boxen: Felix Sturm will Weltmeister bleiben

Boxen : Felix Sturm will Weltmeister bleiben

Boxen: Felix Sturm versus Sam Soliman

Im Krefelder Königpalast verteidigt der gebürtige Bosnier Felix Sturm heute Abend seinen Box-Titel im Mittelgewicht gegen den Australier Sam Soliman. Im zweiten Hauptkampf trifft "Killer-Queen" Susi Kentikian auf die Koreanerin Kim.

Es ist gut 16 Monate her, da hat Felix Sturm ernsthaft darüber nachgedacht, ob er nicht mit knapp 34 Jahren in Rente gehen sollte. Am 1. Februar 2013 hatte er gegen den australischen Boxer Sam Soliman nach Punkten verloren, obschon dieser doch in seinen Möglichkeiten arg eingeschränkt ist und zum anderen bereits in der zweiten Runde zu Boden gegangen war. "Ich habe mich gefühlt, wie sich die Bayern-Spieler nach dem verlorenen Champions-League-Finale im heimischen Stadion gefühlt haben müssen", sagte Sturm damals.

Inzwischen ist im Nachgang zu diesem Kampf viel passiert: Der Fight wurde annulliert, weil die Dopingprobe Solimans ergeben hatte, dass dessen A- und B-Test die Stimulanz Methylsynephrine enthielt. Sturm machte danach weiter, ist inzwischen Weltmeister des Verbandes IBF im Mittelgewicht. Diesen Gürtel setzt er heute Abend aufs Spiel, wenn im Krefelder Königpalast ab 22.30 Uhr (Live bei Sat1) der Rückkampf zwischen den beiden ausgetragen wird. Trainer Fritz Sdunek ist sich dennoch sicher: "Wenn Felix normal boxt, hat Soliman keine Chance. Dann wird Felix den Kampf vorzeitig gewinnen."

Gestern, beim Wiegen im Autohaus Borgmann, brachte der Champion 72,1 Kilogramm auf die Waage, sein Gegenüber die Nuance von 200 Gramm mehr. Sturms Gegenüber Soliman, der infolge seines Dopingvergehens vom Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) für neun Monate gesperrt worden war, ließ im Vorfeld nichts unversucht, um Sturm in seiner Konzentration zu stören. Am Montag forderte der 40-Jährige öffentlich, einen Dopingtest in Sturms Training durchzuführen.

Gestern beim Wiegen, versuchte Soliman dann, Sturm die Hand zu reichen, der Champion verweigerte dies und schüttelte nur leicht den Kopf. Seinen eigenen persönlichen Dopingbefund erklärte Soliman übrigens mit der Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels. Auch deshalb hat sein Lager den BDB angezeigt: "Wir haben den Bund Deutscher Berufsboxer verklagt und vertrauen in die deutsche Gerichtsbarkeit."

Neben der "Rache des Champions", wie der Hauptkampf des heutigen Abends vermarktet wird, werden auch noch zwei weitere Kämpfe um Gürtel ausgetragen. So kämpft vor Felix Sturm die einst als Nachfolgerin von Regina Hallmich gehandelte Susi Kentikian um die Weltmeisterschaft nach WBA. Gegnerin der "Killer-Queen", die eine Kampfbilanz von 32 Siegen (16 durch Knock-out) und zwei Niederlagen aufweist, gegen die Koreanerin Dan-Bi Kim, die aber nur Außenseiterchancen haben dürfte. Im dritten Hauptkampf stehen sich dann noch der Kölner Konni Konrad und der Franzose Mehdi Amar gegenüber; hier geht's um den WBA-International-Titel im Halbschwergewicht.

(RP)