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Malteser-Neubau in Krefeld für 2,5 Millionen Euro

2,5 Millionen Euro Baukosten : Malteser bündeln Schulungen im Neubau

Der Neubau der Malteser soll Raum für das große Spektrum an Schulungen und Angebote, wie das Café für Demenzkranke, bieten.

Die Malteser Krefeld haben am Dienstag die Grundsteinlegung ihres zweistöckigen Neubaus an der Obergath im Südbezirk gefeiert; bis Sommer 2020 soll das 2,5 Millionen Euro teure Bauwerk mit einer Fläche von 460 Quadratmetern bezugsfertig sein. Ein Teil des bisherigen Gebäudes wurde abgerissen, es genügte nicht mehr gegenwärtigen Anforderungen: „Die Intention für einen Neubau war, das Haupt- und Ehrenamt zu vereinen und die Zukunft der Malteser in Krefeld zu sichern“, sagt Dietmar Klabunde, der Stadtgeschäftsführer der Malteser. So finden sich im neuen Gebäude die Verwaltung, die Leitung Ehrenamt, ein großer Jugendraum, Umkleide-, Wasch- und Aufenthaltsräume für die ehrenamtlichen Helfer, oder im Hinterhof die 24 Stunden verfügbare Rettungswache. Vor allem jedoch sollen das breite Spektrum an angebotenen Schulungen und die sozialen Dienste nun im neuen Gebäude genug Raum zur Entfaltung finden.

Mussten bisher externe Räume für die Schulungsangebote der Malteser angemietet werden, gibt es nun bedeutend mehr Platz , um am Standort ein Schulungszentrum zu etablieren. So bieten die Malteser nicht nur Erste-Hilfe-Kurse an, sondern bilden auch im Bereich Katastrophenschutz aus und führen eine staatlich anerkannte Rettungsdienstschule. Hier werden beispielsweise auch Mitglieder der Feuerwehr oder anderer Wohlfahrtsverbände zum Rettungssanitäter geschult. Menschen aus Viersen und Mönchengladbach seien froh, nicht mehr extra für Schulungen zur Diözese nach Aachen fahren zu müssen, so Klabunde. Zusätzlich bilden die Malteser regelmäßig acht Auszubildende zum Notfallsanitäter aus. Zwei 50 Quadratmeter große Schulungsräume mit Platz für bis zu 50 Teilnehmer wurden für die Schulungen im Erdgeschoss geschaffen. Bei Bedarf können die zwei Räume zu einem Raum umfunktioniert werden, sie sind lediglich durch bewegliche Wände geteilt.

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Ein Augenmerk soll fortan auf den ehrenamtlich angebotenen sozialen Diensten liegen: Diese „haben sich in den letzten Jahrzehnten meist etwas im Dunkeln bewegt. Wir wollen offener damit umgehen, diese Angebote besser sichtbar machen“, erklärt Klabunde. Der Neubau schafft in dieser Hinsicht Raum für neue Projekte, die es zuvor in Krefeld so noch nicht gab: Im Café Malta im Erdgeschoss des Gebäudes kümmern sich künftig drei Betreuer um bis zu neun Demenzkranke. Es wird mit den Patienten gesungen, gebastelt und gesprochen und gemeinsam mit ihnen der Tisch für Kaffee und Kuchen gedeckt, das Geschirr anschließend gespült – ein gemeinsames Miteinander geschaffen. Es gehe schließlich auch darum, die Demenzkranken zu fördern und zu aktivieren, so Gabi Lommetz, stellvertretende Stadtbeauftragte: „Es handelt sich um eine Ressourcenförderung. Wir wollen gezielt die Alterskompetenz stärken.“

Gleichzeitig habe man den seit den 60er Jahren stehenden Altbau nicht gänzlich abgerissen, sondern teilweise erhalten wollen, denn dieser sei eben auch „Gesicht der Malteser in Krefeld“, so Klabunde. Der Altbau schließt an den Neubau an und beherbergt die Einsatzdienste, Lagerräume oder die Büros der Geschäftsführung. Auch dieser Teil des Malteser-Komplexes werde kernsaniert und genauso wie das neue Gebäude ohne Treppen oder unterschiedliche Ebenen gestaltet, damit alle Bereiche barrierefrei begehbar sind, wie Lothar Berres, der  Stadtbeauftragte der Malteser ausführt. So werde der Standort an der Obergath erhalten, und eine „Symbiose zwischen Tradition und Moderne“ geschaffen, findet Klabunde.

Finanziert wurden die 2,5 Millionen Euro Baukosten nach Angaben der Malteser teilweise durch eigene Rücklagen, die durch die Bereitstellung von Sanitäts- und Rettungsdiensten bei Großveranstaltungen, wie Fußballspielen oder Konzernten, zusammengekommen sind oder durch Spenden von Fördermitgliedern. Den größeren Teil dürfte aber die Diözese Aachen gestemmt haben, der die Malteser Krefeld unterstellt sind, und auch der Gesamtverband mit Sitz in Köln war an der Planung und Finanzierung beteiligt.