Krefeld. Max und Moritz neu interpretiert von einem Argentinier

Krefeld: Ausstellung: Max und Moritz neu interpretiert

Am Dienstag, 18. September, zeigt Max Pedreira im Cafe Max und Moritz in Fischeln seine Ausstellung neuer Max-und-Moritz-Charaktere.

Die Geschichte der beiden „bösen Buben“ Max und Moritz ist weltberühmt, Wilhelm Buschs Klassiker mit seinen wunderbaren Zeichnungen und genial-einprägsamen Reimen eines der meistverkauften Kinderbücher überhaupt. Jetzt hat der argentinische Künstler Max Pedreira das Werk Wilhelm Buschs humorvoll und farbenfroh neu interpretiert. Seine Bilder sind ab kommenden Dienstag, 18. September, im Fischelner Café Max und Moritz zu sehen.

Max und Moritz - gemalt von Max Pedreira. Foto: Maximiliano Pedreira

Die Vernissage beginnt um 19 Uhr, Pedreira selber wird ab 20 Uhr mit einer „Music-Painting-Performance“ zu erleben sein. Was er zeichnet (während er Gitarre spielt), ist klar: Natürlich sind Max und Moritz höchstpersönlich Motiv der ersten Wahl.

Max Pedreira ist in Buenos Aires geboren und aufgewachsen. Die Ausgabe von „Max und Moritz“, die seine deutschstämmige Mutter ihm immer wieder vorgelesen hat, hatte der Großvater bereits 1923 mit nach Argentinien gebracht, als er von Deutschland auswanderte. „Dass ich selber auch Max heiße, ist allerdings reiner Zufall“, versichert er. Max Pedreira war vor allem fasziniert von Buschs pointierten Zeichnungen. Seine Lieblingsstelle im Buch: Lehrer Lämpel, wie er sich die Pfeife anzündet. Die kurz darauf explodiert.

Die Figur des Lehrer Lämpel hat Max Pedreira immer fasziniert. Dies ist seine Version. Foto: Maximiliano Prereira

Es ist also keine Überraschung, dass der Argentinier, der von sich selber sagt, Künstler zu sein, seit er sechs Jahre alt ist, sich vom berühmten Vorbild zu einer eigenen Version der kauzigen Max und Moritz-Charaktere wie Lämpel, Schneidermeister Böck, Onkel Fritz oder Witwe Bolte inspirieren hat lassen.

„Ritzeratze voller Tücke in die Brücke eine Lücke“: Plumps! Da ist der Schneider weg! Foto: bilwissedition
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 Bunt und expressionistisch sind die Werke Max Pedreiras. Die bösen Buben werden dabei nicht als Kinder dargestellt, sondern haben erwachsene, charaktervolle Gesichter. Manche sind der Phantasie des Künstlers entsprungen, andere haben aber auch ganz reale Vorbilder, manche berühmt, andere stammen ganz einfach aus dem Familien- und Freundeskreis Pedreiras. „Meine Freunde sind immer schon auf der Hut, wenn ich Fotos mache, weil sie sich fragen, in welchem meiner Gemälde sie später auftauchen“, erzählt er und lacht. Denn oft dienen diese Aufnahmen als Vorlage für seine Entwürfe.

Der Schwager des Künstlers leiht Schneidermeister Böck sein Gesicht. Foto: Maximiliano Prereira

Der Max zum Beispiel ist ein Freund von ihm und im richtigen Leben Brillenverkäufer. Schneidermeister Böck hat das Gesicht von Pedreiras Schwager. Der Komiker Dieter Hallervorden ist ebenfalls verewigt, und zwar als ganz eigene Interpretation von Moritz mit typischen Hallervorden-Lachen. Die Frage, warum man in Argentinien Dieter Hallervorden kennt, erklärt der 1978 Geborene so: „Damit ich gut Deutsch lerne, hat meine Mutter von einem Freund in Deutschland Fernsehsendungen auf Video aufzeichnen lassen. Die Kassetten hat er uns zugeschickt.“

Schauspieler Dieter Hallervorden als Moritz. Foto: Maximiliano Prereira

Dass Max Pedreira im Fischelner Max und Moritz ausstellt, geht auf seine eigene Initiative zurück. „Ich habe recherchiert, was es alles so zu Max und Moritz gibt, bin dabei auf das Café von Lars Driesen gestoßen und habe Kontakt aufgenommen“, erzählt er. Für ihn eigentlich ein ungewöhnlicher Ausstellungsort, denn Pedreira, der mit 16 Jahren sein erstes Bild verkauft hat, und seither von der Kunst gut leben kann, hat seine Arbeiten schon bei über 120 individuellen und 450 kollektiven Ausstellungen im In- und Ausland, bei Kunstmessen, in Galerien und Museen gezeigt, zum Beispiel auch im Frankfurter Struwelpeter-Museum.

„Max“ ist ein Freund des Künstlers, der ein Brillengeschäft hat. Foto: Maximiliano Prereira

Die Bilder, die in Fischeln bis Mitte November, immer während der Öffnungszeiten des Cafés an der Kölner Straße 558, zu sehen sein werden, sind auch zu kaufen. Kleinformatige Werke kosten etwa ab 80 Euro. Zur Vernissage und Kunst-Performance sind Interessierte willkommen.

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