Krefeld: Pinguine verlieren unglücklich den Start

Krefeld Pinguine: Pinguine verlieren unglücklich den Start

Die Krefelder mussten sich gestern Abend im ersten Heimspiel der neuen DEL-Saison gegen Bremerhaven vor 5298 Zuschauern mit 3:4 nach Verlängerung geschlagen geben. In Überzahl konnten die Hausherren noch nicht überzeugen.

Von H.-G. Schoofs

Die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven bleiben ein Angstgegner der Krefeld Pinguine. Zum neunten Mal in Folge mussten sich die Schwarz-Gelben beim Start in die Jubiläumssaison der Deutschen Eishockey-Liga geschlagen geben. Allerdings blieb bei der 3:4-Niederlage nach Verlängerung zum ersten Mal ein Punkt an der Westparkstraße. 5298 Zuschauer sahen im König-Palast eine spannende Auseinandersetzung.

Nach einem furiosen Start versäumten es die Hausherren, ihre zahlreichen Überzahlspiel in Tore umzumünzen. Besser machten es dagegen die Gäste, die zweimal in Überzahl trafen. Insgesamt war bei der Vorstellung der Krefelder die Handschrift des neuen Trainers Brandon Reid zu erkennen. Sein Team zeigte viel Zug zum Tor und kreierte viele Torchancen. Auch die Abwehr deutete mehr Stabilität an als in der Vorsaison. Bereits heute machen sich die Pinguine auf den langen Weg zum morgigen Auswärtsspiel nach Ingolstadt. Die Panther unterlagen gestern in Straubing.

„Habt ihr wieder Lust auf Eishockey?“ fragte Stadionsprecher Kristian Peters-Lach die KEV-Fans bei seiner Begrüßung. Das versteht sich in Krefeld von selbst, auch nach drei mageren Spielzeiten. Kurz vor dem Auftaktbully drängten sich noch viele Zuschauer vor den Kassen. Die Pinguine sorgten gleich für noch mehr Lust auf Eishockey. Nach drei Minuten stand die Halle schon Kopf. Zunächst führte sich Kapitän Phillipp Bruggisser mit seinem ersten DEL-Treffer glänzend ein. Und nur neun Sekunden später erhöhte Martin Schymainski mit einem sehenswerten Treffer aus spitzem Winkel auf 2:0. Die Gäste von der Nordsee, die nach ihren Turniersiegen in Dresden und Heerenveen sowie Platz zwei beim eigenen Turnier sehr selbstbewusst an den Niederrhein gekommen waren, wurden in den ersten zehn Minuten förmlich an die Wand gespielt und konnten danach froh sein, dass die Pinguine drei Überzahlspiele nicht nutzen konnten. Kurz vor der ersten Pause wurde es für die Hausherren in Unterzahl erstmals gefährlich. Sie hielten sich aber schadlos.

  • Für Krefelds norwegischen Stürmer Mathias Trettenes
    Krefeld Pinguine : Pinguine: Start gegen Bremerhaven

Natürlich wird Gäste-Trainer Thomas Popiesch nicht mit dem Auftritt seines Teams zufrieden gewesen sein. Und so kamen ganz andere Bremerhavener aus der Kabine. Die hatten zwar Glück, dass Jacub Berglund kurz nach Wiederbeginn eine sehr gute Torchance ausieß , nahmen danach aber das Heft in die Hand und glichen innerhalb von nur 55 Sekunden erst bei vier gegen vier und dann bei einer doppelten Überzahl aus. Es dauerte bis zur 34. Minute, ehe Daniel Pietta die nächste Torchance hatte, aber an Torhüter Hübl scheiterte.

Viel besser machte es der Nationalspieler dann zu Beginn des Schlussdrittels, als er wie beim ersten DEL-Sieg gegen Bremerhaven im Oktober 2016 sein Team mit 3:2 in Führung brachte. Doch diesmal gelang den Gästen der Ausgleich, als Chat Costello auf der Strafbank saß. Danach suchten beide Teams bei einem offenen Schlagabtausch die Entscheidung. Die hatte Jordan Caron vier Minuten vor dem Ende auf dem Schläger, aber er zielte knapp am kurzen Pfosten vorbei. Kurz darauf ergab sich für die Pinguine bei ihrer sechsten Überzahl des Spiels die große Möglichkeit zum Sieg. Doch ihre kräftigen Artgenossen von der Küste stemmten sich mit Erfolg dagegen und hatte mit dem letzten Schuss in der regulären Spielzeit noch selber den Sieg vor Augen. Aber Pätzlod war zur Stelle.

Zur Verlängerung schickte Trainer Brandon Reid die Stürmer Pietta und Caron und Verteiger Lefebvre aufs Eis. Nur 17 Sekunden waren gespielt, da stürmte Urbas aus der neutralen Zone alleine auf Pätzold zu. Der konnte den Schuss zwar abwehren, doch der Puck kullerte hinter ihm überaus unglücklich im unteren Eck über die Linie. Das Entsetzen bei den KEV-Fans war entsprechend groß. Die Pinguine kritisierten hinterher, dass die Gäste beim Wechsel einen Spieler zu viel auf dem Eis hatten.