Uerdingen hat gegen Halle weder Heimspiel, noch Spitzenspiel

Dritte Liga: Weder Heimspiel, noch Spitzenspiel

KFC Uerdingen gegen Hallescher FC: Der Tabellenzweite der Dritten Liga erwartet den Fünften – das Duell müsste eigentlich Spieler und Fans elektrisieren. Doch davon ist wenig zu spüren.

Die Voraussetzungen könnten eigentlich nicht viel besser sein. Der KFC Uerdingen hat in den 20 bisherigen Begegnungen unter Trainer Stefan Krämer 17 Mal gewonnen und nur ein einziges Mal verloren; hinzu kommen zwei Siege im Pokal. Die Mannschaft ist als Aufsteiger Tabellenzweiter der Dritten Liga und erwartet am Samstag den Halleschen FC.

Die Bilanz der Gäste aus Sachsen-Anhalt ist ebenfalls bemerkenswert. Die Mannschaft hat nach zwei Auftaktniederlagen aus den zurückliegenden vier Begegnungen zehn Punkte geholt und nur ein einziges Gegentor kassiert. Dadurch ist sie auf Platz fünf vorgerückt.

Der Zweite gegen den Fünften – das Spitzenspiel des Wochenendes in der Dritten Liga. Das sieht Uerdingens Trainer Stefan Krämer völlig anders. „Es ist noch kein Spitzenspiel“, sagt er. Davon könne erst nach dem ersten Saisondrittel gesprochen werden, zuvor sei die Tabelle nicht aussagekräftig. „Nach sechs Spielen ist das zu früh. Aber all denjenigen, die sagen, wir hätten noch nix erreicht, muss ich sagen: Das stimmt nicht. Wir haben schon etwas erreicht: Wir sind gut gestartet und haben uns eine gute Ausgangsposition geschaffen.“

Die beeindruckende Siegesserie des KFC stärke die Mentalität und das Selbstvertrauen. Dass dies seine Mannschaft leichtsinnig und anfällig macht, glaubt Krämer nicht. „Wer in der Dritten Liga nachlässig ist, bekommt auf die Fresse, das geht ganz schnell“, sagt der Coach, der diese Erfahrung in bisher 181 Drittligaspielen gesammelt hat. „Und das wissen die Spieler. Es darf keiner denken: Es geht mit einem Schritt weniger. Im Gegenteil, die Erfolge müssen sie anstacheln, die positive Serie fortzusetzen. Da muss jeder heiß drauf sein.“

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Krämer blockt aber nicht nur beim Thema Spitzenspiel ab, sondern auch beim Heimspiel. „Ja, auf dem Papier ist es eins“, sagt er. „Aber es ist nicht unsere Heimspielstätte.“ Der KFC trägt seine Heimspiele in der Duisburger Schauinslandreisen-Arena aus, weil das Stadion Grotenburg den Anforderungen für Fußball nicht mehr genügt. „Natürlich fährt kein Fan eines Traditionsvereins gern zum Heimspiel in eine andere Stadt. Deshalb müssen wir um jeden einzelnen kämpfen, und das tun wir auch. Aber es nutzt nichts, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, weil wir es nicht ändern können. Für uns kann das kein Thema sein.“

Für die Mannschaft nicht, für die Fans und den Verein ist es das schon. Zu den bisherigen drei Heimspielen gegen Unterhaching (1:3), Meppen (3:2) und Großaspach (0:0) kamen nämlich im Schitt nur 4.422 Besucher. „Die Zahl ist natürlich enttäuschend“, sagt KFC-Präsident Mikhail Ponomarev. „Wir haben mit 5.000 bis 7.000 Zuschauern kalkuliert.“ Aber Ponomarev weiß natürlich auch, dass die bisherigen Gegner nicht gerade der Kategorie Publikumsmagnet angehörten und die Zahl in der Rückrunde sicherlich erreicht wird, wenn 1860 München, Karlsruhe, Kaiserslautern und Braunschweig nach Duisburg kommen.

Rang 16 in der Zuschauertabelle – so schwach die Zahl auch derzeit noch ist, so zufrieden ist der KFC mit der Unterstützung von den spärlich besetzten Rängen. „Was vom Oberrang kommt, ist schon super, aber das brauchen wir auch. Und es darf auf keinen Fall so sein, dass wir, wenn demnächst viele Fans der Gäste ins Stadion kommen, ein Auswärtsspiel haben.“

Gegen Halle, das zuletzt zwei Auswärtssiege in Jena (3:0) und Lotte (1:0) feierte, ist das nicht zu befürchten.