Krefeld: Innenminister eröffnet Tag der Eigensicherung

Krefeld: Innenminister lobte Krefelder Polizei

Großer Bahnhof am Polizeipräsidium Krefeld. Zum „Tag der Eigensicherung“ kamen gestern rund 400 Gäste ins Polizeipräsidium am Nordwall, darunter auch Schirmherr Herbert Reul, Innenminister von NRW.

Wie sicher ist der Alltag für diejenigen, die auf Krefelds Straßen für Sicherheit sorgen? Diese Frage beschäftigte gestern rund 400 Gäste, die der Einladung der Krefelder Polizei zum „Tag der Eigensicherung“ folgten und in das Polizeipräsidium am Nordwall kamen. Prominenter Gast an diesem Tag: Schirmherr Minister Herbert Reul. Er lobte das Engagement der Kollegen in Krefeld und das dortige Weiterbildungsangebot. „Sie tun viel für die Sicherheit Ihrer Leute“, sagte Reul in Richtung von Polizeipräsident Rainer Furth.

Furth hatte zuvor auf die aktuellen Geschehnisse am Hambacher Forst verwiesen, die einmal mehr zeigten, wie wichtig das Thema Eigensicherung für Polizisten sei. Bis jetzt seien dort schon 15 Kollegen bei Auseinandersetzungen verletzt worden.

Eine Demonstration zeigte anschaulich, wie sich
Eine Demonstration zeigte anschaulich, wie sich eine Person — hier ist es ein Polizist — beim Angriff eines Hundes verhalten sollte. Foto: Bärbel Kleinelsen

Doch es sind nicht immer die aufsehenerregenden Einsätze, bei denen Beamte in Gefahr geraten. Oftmals passiere es unerwartet, warnte Furth und erinnerte an den Einsatz vor einigen Wochen an der Martinstraße. Bekanntlich waren die Polizisten damals wegen einer Ruhestörung gerufen worden. Ein Routineeinsatz – eigentlich. Dann drohte der 30-jährige Bewohner auf einmal damit, sich zu erschießen. „Die Kollegen haben genau richtig gehandelt und auf die Einsatzkräfte vom SEK gewartet“, lobte der Polizeichef. Schließlich habe sich am Ende herausgestellt, dass sich noch eine weitere Person in der Wohnung befand und die Türklinke unter Strom stand.

Die Beamten müssen auf der Hut
Die Beamten müssen auf der Hut sein: In Fernbedienung und Gürtelschnalle zum Beispiel sind Schusswaffen eingebaut. Foto: Bärbel Kleinelsen
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Furth bedankte sich beim Innenminister für die bessere Schutzausrüstung mit modernster Technik und die neuen Fahrzeuge, die vorher ausprobiert werden konnten. Er sieht dies als Zeichen, dass die Arbeit an der Basis vom Innenminister geschätzt werde und ihm die Sicherheit der Polizisten am Herzen liege. Dem sei auch so, sagte Reul, und betonte, dass man mit dem Thema Eigensicherung noch lang nicht fertig sei. Umso wichtiger sei der Erfahrungsaustausch unter Kollegen, aber auch mit Experten anderen Institutionen und Hilfseinrichtungen.

An gut 20 Ständen konnten sich die Teilnehmer anschließend über das Thema informieren. Das Angebot war vielfältig und reichte vom Training mit Farbmarkierungsmunition über das richtigen Handeln bei Chemie-Unfälle und Gefahren durch Unwetter bis hin zu giftigen Tieren, deren Gefahrenpotential von Mitarbeitern des Krefelder Zoos erklärt wurde. Die Gäste sahen ungewöhnliche Waffen, wie Gürtelschnallen und Fernbedienungen, in denen sich à la James Bond Mini-Schusswaffen verstecken, und einen Überschlagssimulator. Das Team der Hundestaffel zeigte den richtigen Umgang mit wütenden Vierbeinern. Dabei kam der Youngster der Staffel, ein sieben Monate alter Schäferhund-Welpe, zum Einsatz, da er noch nicht auf ein spezielles Verhalten geschult ist. Gut konnten die Zuschauer verfolgen, wie der Hund auf ungewöhnliches und aggressives Verhalten von Menschen reagiert. Er greift an.

Richtig ist es in dem Fall, den Beamte im Streifendienst nur zu gut kennen, dem Hund einen Gegenstand anzubieten, in den er sich verbeißen kann, eine Jacke zum Beispiel. Wichtig ist es, diesen Gegenstand weit vom Körper entfernt zu halten und nicht loszulassen. Hängt der Hund erstmal an der Jacke, kann er mit seiner Beute in einen Raum gezogen und darin eingesperrt werden. Problem gelöst. Solche und andere Tricks zeigten, wie wichtig es ist, unter Kollegen im Austausch zu bleiben und dass das Alltagsgeschäft eines Polizisten eins nie ist: langweilig.