Krefeld: Konzert in der Schutzengelkirche

Krefeld: Konzert in der Schutzengelkirche : Mendelssohns Elias im Geiste der Zeit

Die Chöre Cantate Krefeld und Unisono gemeinsam mit der Kantorei Velbert erfreuten mit schönen musikalischen Linien.

Felix Mendelssohns Elias gehört zu jenen Kompositionen, die unbedingt im Kontext ihrer Entstehungszeit gehört und gesehen werden müssen. Das durchaus mit viel Drama und Melodieseligkeit aufgeladene Oratorium skizziert in einzelnen Bildern das Leben des gleichnamigen Propheten. Musikalisch: Mendelssohn pur. Diese Tonsprache kann man zurecht lieben, oder auch weniger schätzen, so oder so ist sie durchdrungen von einer bemerkenswerten klanglichen Erfindungsgabe, die sich durch Mendelssohns Werk zieht. Doch die Geschichte und vor allem einzelne Passagen des Textes und ihre daraus erwachsende musikalische Umsetzung wirken auf heutige Ohren und Herzen dann doch befremdlich. Hier waltet ein Gott, der „da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied“.

Wenn man das Werk indes als Ganzes in einen adäquaten Kontext setzt, hat Mendelssohns Oratorium viel Freuden zu bieten, vor allem für Kirchenkonzerte, wie das jüngste in der Schutzengelkirche in Oppum unter der Leitung von Christoph Scholz. Die Chöre Cantate Krefeld und der Chor Unisono gemeinsam mit der Kantorei Velbert erfreuten das Publikum mit schön geführten musikalischen Linien. Dies ist dem feinsinnigen Dirigat Scholzs zu verdanken, der eine angenehme Ruhe ausstrahlend, viel Wert auf eine bewusst gestaltete Phrasierung zu legen scheint. Zu dem positiven Gesamteindruck trug auch das Neue Rheinische Kammerorchester Köln bei, das Mendelssohns Musik zum Glück nicht in romantischer Zuckergusssoße ertränkte. Hier wird bewusst im Geiste der Zeit gespielt. Nicht zu viel Vibrato, leichtgängige Strukturen, die sich nicht verkleben. Dies half dem durchaus stattlichen Chor entsprechend, wenn nötig, seinen Klang zu dosieren, aber auch mit festem Ton aufzutrumpfen.

Mendelssohns großformatiges Werk lebt auch von den Solisten, die der Geschichte, ganz in der Tradition der Oratorienliteratur, die Akzente verleihen. Ariane Ganser, Sopran, Christine Wehler, Alt, die für Janina Hollich eingesprungen war, der Tenor Ulrich Cordes und der angenehm positiv hervorstechende Bariton Harald Martini, gestalteten auf gutem Niveau. Dies gilt auch für alle weiteren Mitwirkenden, auch in kleineren Solopassagen.

Ein Konzert, das die Sympathien des Publikums im Nu erspielte.