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"Elias" in der Antoniuskirche in Düsseldorf

Konzert mit zwei Chören : Mendelssohns „Elias“ in der Antoniuskirche

Für das anspruchsvolle Oratorium haben sich zwei Ensembles zusammengetan: der Clara-Schumann-Kammerchor Düsseldorf und der Kammerchor amici del canto aus Wuppertal. Das Ergebnis überzeugte.

Es ist fast eine Kirchenoper, das 1844 uraufgeführte Oratorium „Elias“, mit dem Felix Mendelssohn Bartholdy die seinerzeit fast vergessene Gattung wieder zum Leben erweckte. Der mal starke und auf Gott vertrauende, mal wütende, dann wieder zaudernde Prophet, der mit aller Kraft sein abtrünniges Volk bekehren möchte, ist ein Thema, das zu allen Zeiten fasziniert.

Es war ein Glücksfall, dass für die Aufführung in der sehr gut gefüllten St. Antoniuskirche Thomas Laske die Titelpartie übertragen werden konnte. Mit seinem bruchlos intensiven, zugleich für alle dynamischen Feinheiten offenen Bariton wurde der Sänger von seinem ersten Einsatz an „So wahr der Herr, der Gott Israels, lebet, vor dem ich stehe“ zum Zentrum der Aufführung. Die anspruchsvolle Sopranpartie übernahm Julia Reckendrees mit ihrer kraftvollen, in den Höhen sicheren, aber etwas scharfen Stimme. Martin Logar brachte für seine Arien wunderschönen Tenorschmelz mit – leider war seine Stimme nicht immer ruhig geführt. Anna Bineta Diouf bezauberte in Arien und Ariosi mit ihrem kostbaren Mezzo – allerdings hätte ihre Darstellung der wütenden, hetzenden Königin noch ein wenig mehr Biss vertragen. Mit reinem Knabensopran verkündete ein Mitglied der Wuppertaler Kurrende den ersehnten Regen.

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Für die anspruchsvollen Chorpartien hatten sich zwei Kammerchöre vereinigt – der von Constanze Pitz einstudierte „Clara-Schumann- Kammerchor“ Düsseldorf und der „Kammerchor amici del canto“ aus Wuppertal, den Dennis Hansel leitet. Die in allen Stimmen ausgeglichen und niveauvoll besetzten Ensembles waren zu einer homogenen Chorgemeinschaft verschmolzen, der es weder an Sicherheit in Intonation und Höhe noch an klarer Artikulation mangelte. Das alles mit betörendem Wohlklang. Instrumentaler Partner war die von Werner Dickel geleitete „Kammerphilharmonie Wuppertal“ – begleitet von Jiweon Kim an der Chororgel – die die Vokalisten einfühlsam unterstützte. Selten fügen sich die Blechbläser so geschmackvoll ein wie in dieser Aufführung.

Am Pult stand Constanze Pitz, die souverän und umsichtig selbst kleinste Temposchwankungen sofort abzufangen wusste. Seltsam nur, dass sie an einigen Stellen zu Lasten der Spannung kleine Pausen einfließen ließ. Doch insgesamt eine großartige Aufführung, die das Publikum zu Recht bejubelte.