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Der Krefelder Couturier Wolfgang Schinke legt eine Mundschutz-Design-Kollektion auf

Textilstadt Krefeld : Couture-Masken für den großen Auftritt

Eigentlich wäre in diesen Wochen die neue Frühjahrs- und Sommermode an den Start gegangen. Weil Wolfgang Schinke seine Mode nicht präsentieren konnte, konzentrierte er seine Kreativität auf einen neuen Artikel: Mund-Nasen-Schutz. Ein Blick auf eine exklusive Kollektion.

Seinen Anspruch verfolgt Wolfgang Schinke auch in Corona-Zeiten: „Krefeld soll schöner werden.“ Der Krefelder Couturier ist schon von Berufs wegen ein Ästhet. Als er zunehmend Menschen mit klinisch weißen oder OP-grünen Mund-Nasen-Schutzmasken im Stadtbild sah, dachte er sich: „Das kann man auch schöner machen.“ Weil sein Geschäft mit Maßatelier an der Marktstraße 8 ohnehin geschlossen war und ab Montag erst öffnen darf, setzte Schinke sich an die Nähmaschine. In Zusammenarbeit mit Pierre Zielinski hat er eine kleine, höchst exklusive Kollektion entworfen – nur zur Virenabwehr viel zu schade.

„Es ist Couture, kein Medizinprodukt“, betont Schinke. Die edlen Stücke aus feiner Seide, mit zarter Spitze oder duftigen Federn lassen sich nicht bei hohen Temperaturen steril machen. „Sie sind reinigungsfähig, aber man muss sie in die chemische Reinigung geben“, sagt er.  „Es ist ein Augenzwinkern dabei.“ Und mit Spaß  lassen sich die  Gesichts-Kunstwerke auch tragen zum kleinen Schwarzen, zum Dirndl, zum Gehrock oder zum Hochzeitskleid.

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Zehn Modelle hat er gefertigt. „An einigen habe ich auch mehr als eine Stunde genäht“, berichtet er. Für Bräute, die ihre Hochzeit verschieben müssen oder mit dem Bräutigam allein im Standesamt sitzen, hat er weiße Binder kreiert, zum Teil mit Schleier. Wilder wird es im Leopardenprint mit Goldfäden, frecher in leuchtendem Magenta, bei dem auch eine Vorrichtung für die Brillenbügel eingenäht ist. Ganz exklusiv ist ein pastellfarbener Seidenschal, der den Mund-Nasen-Schutz an einem Ende hat, während das andere locker um Hals und Schulter gelegt werden kann. Schwarze Schnürung auf hellem Grund ist eine Anspielung an die Dirndl-Mode. Und die Raucher-Variante hat einen Reißverschluss. Der lässt sich sogar so weit öffnen, dass auch ein Coffee to go genossen werden kann. Wer es historisch und mit Krefeld-Bezug mag, hat Freude an einem historischen Seidenwebermotiv aus dem Haus der Seidenkultur, das mit Offizierslitze und Uniformknopf verziert ist.

Die Couture-Stücke fertigt Schinke auf Bestellung, der Preis richtet sich nach Material und Aufwand. Wer nicht den ganz extravaganten Auftritt plant, findet eine Auswahl dezenterer Schutzmasken mit Mustern, Bordüren und dekorativen Details für je 9,90 Euro. Zehn Prozent davon gehen an die Krefelder Tafel.