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Coronavirus in Krefeld: Drei weitere Tote in Altenheim - fünf Mitarbeiter infiziert

Fünf Mitarbeiter positiv getestet : Corona-Virus in Krefeld - Drei weitere Tote im Altenheim

Die Situation in einem Krefelder Altenheim hat sich über die Ostertage dramatisch verändert. Die Zahl der verstorbenen Senioren, die positiv auf das Corona-Virus getestet waren, ist auf vier gestiegen. Das teilte Stadtdirektorin Beate Zielke am Dienstag mit. Darüber hinaus sind in der Einrichtung fünf Mitarbeiter an Covid 19 erkrankt.

Am 1. April hatte es den ersten Toten in einem Krefelder Altenheim gegeben, der mit dem Corona-Virus infiziert war. Er war nach einer Lungenerkrankung aus einem Krankenhaus entlassen worden. Der Sars-CoV2-Test dort war negativ. Der Patient kam in die Senioreneinrichtung zurück. Drei, vier Tage später machten sich erneut Lungenprobleme bemerkbar. Der Senior kam erneut in ein Krankenhaus – in ein anderes als beim ersten Mal. Dort wurde er positiv getestet, ehe er starb.

In dem Altenheim wurden daraufhin sowohl Mitarbeiter als auch Bewohner überprüft. Ergebnis: Acht weitere Bewohner waren mit dem Corona-Virus infiziert. Sechs davon kamen in eine Klinik. Gestern teilte Stadtdirektorin Beate Zielke mit, dass von den stationär aufgenommenen Personen drei weitere gestorben seien, es inzwischen in dem Altenheim vier Covid-19-Tote zu beklagen gebe. Alle um die 80 Jahre alt. Die Gesamtzahl der mit dem Corona-Virus infizierten Verstorbenen in Krefeld belaufe sich auf acht.

„Die Corona-Tests haben leider eine systemische Fehlerquote“, sagte Dirk Hagenräke vom Gesundheitsamt. Ferner könne eine Person infektiös sein, ohne eine Symptomatik zu entwickeln oder bevor eine Symptomatik erkennbar sei, beschreibt er die besondere Heimtücke des Virus. Gesundheitsamt und die Heimaufsicht seien gemeinsam an alle Einrichtungen mit der Aufforderung herangetreten, ihre Notfallkonzepte vorzustellen.

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Im Moment werde deutlich, dass die besonders gefährdete Gruppe der vorerkrankten älteren Menschen zurecht als Risikogruppe definiert sei. Die ersten Erkrankten, die sich seinerzeit im österreichischen Ischgl infiziert hatten, waren jüngere und sportliche Menschen. Sie seien inzwischen genesen. „Für die Risikogruppe stellt das Virus immer noch eine Gefahr dar“, sagte Oberbürgermeister Frank Meyer. Die Stadt könne aber keine Senioreneinrichtung wie eine Schule oder Kindertagesstätte schließen, betonte er. 8500 Pflegebedürftige würden in Krefeld ambulant oder stationär von 3500 Pflegekräften betreut. Da sei eine 100-prozentiger Schutz nicht zu verwirklichen.

Derzeit seien 17 Plätze in der Intensivmedizin in Krefeld belegt, neun davon von Krefeldern. 16 würden künstlich beatmet. Bislang seien 3091 Abstriche gemacht worden, 14 Ergebnisse lägen noch nicht vor, berichtete Beate Zielke. 327 Personen seien über die Wochen positiv getestet worden. 238 davon gelten als genesen, acht seien verstorben. 71 Krefelder seien akut an Covid19 erkrankt, 21 in stationärer Behandlung und 1101 in Quarantäne.

Der Rückgang der Zahl der Erkrankten wird derzeit von der Zunahme der Todesfälle überschattet. Im Grunde ist die Entwicklung in Krefeld erfreulich, die Zahl der Genesenen übersteigt deutlich die Zahl der Erkrankten. Ursächlich dürfte das große Verständnis der Krefelder für die ergriffenen Einschränkungen sein. Kontaktverbote, Hygienevorschriften und Abstandsregeln würden überwiegend eingehalten. Für das Osterwochenende zogen der  Kommunale Ordnungsdienst und die Polizei zufrieden Bilanz. „Es ist trotz des sonnigen Wetters erstaunlich ruhig geblieben“, erklärte Beate  Zielke.

Seit Karfreitag habe es 556 Ansprachen gegeben. Für Samstag und Sonntag knapp 400. Das Unrechtsbewusstsein sei sowohl bei den Angesprochenen als auch bei anderen äußerst ausgeprägt gewesen. „Die Gruppen haben sich schon beim Anblick einer Uniform von selbst aufgelöst“, beschreibt die Stadtdirektorin die Erfahrungen der Ordnungshüter.

Dennoch mussten 67 Platzverweise ausgesprochen werden, 55 davon am Karfreitag und Ostersamstag. Schlussendlich verhängten die KOD-Kräfte sechs Bußgeldbescheide an Kunden, Mitarbeiter und Betreiber eines Friseursalons. Einige Kunden gaben Fersengeld.