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Krefeld: Zoo ruft zum Tier-Kot-Quiz auf

Quiz vom Zoo Krefeld : Wer hat hier ins Gehege gemacht?

Kot ist nicht gleich Kot: In der Tierwelt werden über die Ausscheidung viele Informationen übertragen. Der Krefelder Zoo hat sich ein besonderes Rätsel einfallen lassen. Erkennen Sie, welcher Haufen zu welchem Tier gehört?

Köttel, Fladen oder große Haufen: Wie vielfältig der Kot von Tieren ist, zeigt ein Quiz, zu dem der Zoo Krefeld geladen hat. Einmal in der Woche veröffentlicht er auf seiner Facebook-Seite ein Bild von einer tierischen Hinterlassenschaft. Nutzer können dann erraten, von welchem Tier sie stammt.

Die Idee für dieses ungewöhnliche Rätsel sei schon länger da gewesen. „Wir haben die Corona-Zeit genutzt, um das Vorhaben umzusetzen“, erklärt Pressesprecherin Petra Schwinn. Um die Leute zum Schmunzeln zu bringen, aber auch, weil man anhand des Kots einiges über das Tier lernen könne. So war es ihr wichtig, dass jedes Bild nicht nur einen Haufen zeigt, sondern auch Informationen liefert. In der Tierwelt wird Kot genutzt, um das Revier zu markieren - gleichzeitig ist er ein Kommunikationsmittel: „Andere können daran ablesen, welche Tiere in einem Gebiet leben, ob sie Pflanzen- oder Fleischfresser sind, ob eine Paarungsbereitschaft vorliegt oder ob ein Jungtier dabei ist“, erklärt Schwinn. Auch Freilandforscher sind oft auf diese Informationen angewiesen: Für sie werden die Kothaufen zu wichtigen Spuren. Daran erkennen sie, wann sich welches Tier an einer Stelle aufgehalten hat, welche Nahrung es frisst, und ob eine Krankheit vorliegt.

Generell habe jedes Lebewesen seine Eigenarten beim Verdauen. „Ich sage bei unseren Führungen immer, dass Wasserschweine sozusagen die Erfinder der Klospülung sind“, erzählt Schwinn. Die setzen ihre Haufen nämlich bevorzugt in Fließgewässer ab, so dass sie gleich weiter getragen werden. „Raubtiere können ihnen auf diese Weise nicht so schnell auf die Fährte kommen“, sagt Schwinn. Anders ist es bei den Flusspferden. Sobald sie ein frisches Gewässer betreten, koten sie erst einmal hinein. Mit ihrem Schwanz machen sie Propeller-Bewegungen, damit sich die Masse verteilt. Sie markieren damit ihr Revier: „Es ist wie ein Türschild, das man an eine neue Wohnug hängt. Es heißt ‚Hier wohne ich’“, sagt Schwinn.

Kot sei ein interessantes Thema, das oft tabuisiert werde und mit Ekel behaftet sei. „Dabei gehört es zum Stoffwechsel dazu. Jedes Lebewesen tut es“, sagt Schwinn. Sie selbst hat ihre Diplomarbeit über einen Darmparasiten bei Menschenaffen geschrieben.

Bei den Nutzern scheint das ungewöhnliche Quiz gut anzukommen. Etwa hundert Kommentare laufen ein, in denen die Zoofreunde fleißig raten, welches Tier zu welchem Haufen gehört.

(ubg)