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Krefeld: Eine Radtour zu Zeiten von Pandemie und Kontaktverbot

Radtour zu Krisenzeiten : So schön ist es in dieser Zeit in Krefeld

„Stay at home“ lautet die Parole in dieser Zeit. Dabei lockt die Sonne und der Frühling zeigt sich von seiner schönsten Seite. Was also tun? Die Empfehlung lautet: Radfahren. Wir sind also auf unseren Drahtesel gestiegen und haben geschaut, was auf Krefelds Straßen und Wegen noch los ist.

Wenn draußen die Sonne lacht, sind Parks, Zoos oder Spielplätze normalerweise gut gefüllt. Nicht so in diesem Frühjahr. Die Sorge vor der Ausbreitung der neuen Viruserkrankung hat die Menschen fest im Griff, die Verantwortlichen mahnen international dazu, in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Was ausdrücklich erlaubt wird, ist unter anderem das Radfahren. Und ein Test zeigt: Nie war es in Krefeld angenehmer Rad zu fahren als in diesen Zeiten.

Besonders Eltern sollten die Möglichkeit schätzen, mit den Kindern in der Natur unterwegs sein und dem Lagerkoller entfliehen zu können. In vielen Gegenden haben sie jetzt freie Fahrt. Denn nur noch wenige Autos sind auf den Straßen unterwegs, die Luft ist klar und erfrischend. Es fühlt sich ein bisschen so an, als wäre man zu Besuch in den Niederlanden, in denen Radfahrer auch ohne Krise meist abseits des Autoverkehrs radeln können.

Auch die Geräuschkulisse hat sich verändert. Von gelegentlichem Kinderlachen abgesehen, ist vor allem Vogelgezwitscher zu hören. Das wirft die Frage auf, wieso aus so vielen Gärten, in denen Rutschen oder Klettergeräte stehen, keine Kinder zu hören sind. Auf den Straßen jedenfalls sind nur wenige unterwegs, zumeist jüngere Kinder mit ihren Eltern. Ein Grund könnte sein, dass sich Eltern mit mehreren Kindern jetzt verärgerten Blicken ausgesetzt sehen. Vor allem Senioren steht die Frage ins Gesicht geschrieben: „Warum bleibt ihr nicht zu Hause, ihr könntet uns anstecken?“ Als Mutter von zwei Jungs kann ich darauf nur antworten: „Weil Bewegung an der frischen Luft nicht nur älteren Menschen gut tut, das Immunsystem stärkt, den Körper fit hält und Kindern hilft, ihrem ausgeprägten Bewegunsdrang nachzukommen.“

Trotz all dieser Argumente sind Senioren aktuell auf Krefelds Straßen und Wegen deutlich häufiger anzutreffen als Kinder und Jugendliche. Ältere nutzen die schönen Tagen, um mit dem Partner Rad zu fahren oder spazieren zu gehen. Besonders in den Parks, aber auch auf dem Hermann-Kresse-Weg zwischen Verberg und Traar sieht man Menschen, die sich eine Auszeit gönnen und die Gesichter der Sonne entgegenrecken.

Verlassen sind die Sportstätten, die schließen mussten, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Dazu zählen auch die Golfanlagen, der Bootsverleih im Stadtwald oder der Flugplatz am Egelsberg. Auch die Biergärten sind vorschriftsmäßig leer. Es braucht nur wenig Phantasie um sich vorzustellen, wie brechend voll sie normalerweise wären. Die Inhaber würden sich aktuell eine goldene Nase verdienen.

Krefeld zu Corona-Zeiten ist ein Dorado für Radfahrer. Es gibt mangels Verkehr kaum Wartezeiten an Kreuzungen, entsprechend schnell kommt man auch vorwärts. Erfreulicherweise nutzen viele momentan das Fahrrad für ihre Einkäufe oder Spazierfahrten. Bleibt die Hoffnung, dass noch mehr Krefelder dank der Krise auf den Geschmack kommen und auch nach der Pandemie das Auto häufiger mal stehen lassen. Damit Krefeld eine Fahrradstadt wird.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So schön ist es in dieser Zeit in Krefeld