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Korschenbroich: Wettbewerb zur Grünfassade lässt Sieger im Unklaren

Korschenbroich suchte schönste Grünfassade : Nach halbem Jahr stehen Preisträger fest

Bis August 2020 lief der städtische Wettbewerb zur schönsten Grünfassade in Korschenbroich. Dietmar Plewe hatte teilgenommen und mehrfach bei der Stadt nachgefragt. Ohne Ergebnis. Erst jetzt stehen die Sieger fest.

Es ist ein prächtiger Pflanzenwuchs, den Dietmar Plewe aus Kleinenbroich an seiner Fassade hat. Efeu, Ilex und eine japanische Kamelie ranken um sein Haus. Eben solche Grünfassaden hatte die Stadt Korschenbroich im vergangenen Jahr im Rahmen eines Wettbewerbs unter dem Motto „Wer hat die schönste Grünfassade?“ gesucht. Bereits im Mai hatte Dietmar Plewe das Foto seiner Fassade in vollem Wuchs eingereicht. Bis Ende August 2020 lief der Wettbewerb. Danach geschah erst mal nichts. Trotz mehrfacher Nachfrage beim Rathaus hat Plewe bis heute keine Antwort erhalten, wie er unserer Redaktion berichtete.

Dabei hatte die Stadt in ihrer Pressemitteilung seinerzeit sogar angekündigt: „Eine unabhängige Jury wird das Preisgeld von insgesamt 1000 Euro verteilen. Mitmachen kann man in zwei Kategorien: ,Grünfassade im Altbestand‘ oder ,frisch angelegte Grünfassade‘“. Wer am Wettbewerb teilnehmen wollte, musste weitere Angaben machen. Dazu hatte die Stadt folgende Vorgaben diktiert: „Interessierte schicken ein Foto ihrer Fassade, den genauen Standort, falls bekannt Art und Alter der Pflanzensorte und die eigenen Kontaktdaten an den städtischen Umweltexperten Dr. Theo Verjans.“

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Im Rahmen seiner vielen Nachfragen hat Dietmar Plewe nach eigenen Angaben auch Verjans mal persönlich gesprochen. Doch es habe geheißen, wegen Corona und Homeoffice sei noch nichts weiter zu den Auswertungen des Wettbewerbs bekannt, so Plewe. „Dieser Umgang mit den Bürgern ist nicht nachahmenswert“, sagt der 86-Jährige. Ihm gehe es keineswegs um das Preisgeld. „Ich finde unsere Hausfassade aber so schön und habe deshalb das Foto eingereicht.“ Gerne hätte er erfahren, was aus dem Wettbewerb geworden ist. „Doch ein Ergebnis konnte man mir nicht mitteilen.“ Auf Nachfrage unserer Redaktion gibt es nun eine Antwort der Stadt: „Der Klimabeirat hat Ende Februar die drei Preisträger und Preisträgerinnen bestimmt“, schreibt die Pressestelle. Die Preisträger sowie alle Teilnehmer würden noch vor Ostern eine schriftliche Information erhalten.

Ein ironisches „Donnerwetter“ kann sich Dietmar Plewe nicht verkneifen, als er durch unsere Redaktion davon erfährt. „Bis August letztes Jahr lief der Wettbewerb und jetzt haben wir schon Frühling“, sagt er. Das habe aber schon recht lange gedauert, die Preisträger zu bestimmen, kritisiert er.

Bei dem Wettbewerb sollte es nach Angaben der Stadt nicht nur um Schönheit und die Bereicherung des Ortsbilds gehen. „Begrünte Fassaden stabilisieren das innerstädtische Klima und geben Tieren Lebensraum. Darum belohnt die Stadt grüne Fassadengestaltungen“, heißt es in dem Aufruf der Stadt.

Tierische Bewohner habe er in seiner Grünfassade auch, so Plewe. Vor allem Vögel suchen Unterschlupf im Efeu. „Wir hatten sogar Amseln, die hier ihre Nester gebaut haben.“

Im städtischen Wettbewerb wurden Fassaden mit „grünem Pelz“ aus echtem oder wildem Wein, Efeu, Blauregen, Clematis, Kletterrosen oder anderen rankenden Pflanzen gesucht. Der Umweltausschuss hatte sich bereits im März 2020 einstimmig für diesen Wettbewerb ausgesprochen. „Mit der Auslobung eines Wettbewerbs soll die Bedeutung grüner Fassaden für den urbanen Lebensraum hervorgehoben und verstärkt ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt werden“, hieß es seinerzeit in der Sitzungsvorlage.

Wer auf der Homepage der Stadt Korschenbroich nach dem Grünfassaden-Wettbewerb sucht, findet in der entsprechenden Mitteilung auch den Satz: „Der Preisträger 2020 wird an dieser Stelle bekanntgegeben, sobald die Fachjury ihr Urteil gefällt hat.“ Dietmar Plewe kann nicht nachvollziehen, warum das so lange dauert. Offiziell hat er nach wie vor nichts erfahren.