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Korschenbroich: Veronika und Heinz-Josef Dackweiler vom ADFC über ihr Tourenprogramm

Interview mit Veronika und Heinz-Josef Dackweiler : „Die Tourenauswahl ist fast ein Selbstläufer“

Die Mitglieder aus dem Sprecherrat des ADFC Korschenbroich über ihr neues Tourenprogramm und die Vorzüge der Radregion Niederrhein.

Im 25. Jahr der ADFC-Ortsgruppe Korschenbroich bringen Sie nun bereits zum 24. Mal ihren Radtourenführer „KORAD“ heraus. Was muss ein gutes Tourenprogramm beinhalten?

Heinz-Josef Dackweiler Vor allem muss er eine große Vielfalt haben. Es gibt Mitglieder, die nur an schönen Ausfahrten interessiert sind, andere wollen dazu noch ein kulturelles Programm. Und dann muss es unterschiedliche Tourenlängen geben – von der Ganztagestour bis zu unserer Mittwochabend-Tour, bei der wir nur etwa eineinhalb Stunden unterwegs sind. Für jeden sollte etwas dabei sein.

Seit dem Start 1994 kommen Sie bereits auf mehr als 1200 verschiedene Touren-Angebote. Wie lässt sich da im Radprogramm noch genug Abwechslung herstellen?

Veronika Dackweiler Das passiert eigentlich ganz von alleine. Wir haben viele Tourenleiter, die seit der ersten Stunde dabei sind, aber es sind über die Jahre auch Neue dazugestoßen, und alle bringen ihre eigenen Ideen ein. Und jeder hat sein Spezialgebiet, in dem er jeden Schleichweg kennt. Zudem schnappen wir auch immer wieder neue Angebote und Besichtigungsmöglichkeiten in der Region auf und machen daraus eine neue Tour. Wir sind diesbezüglich im Umland schon bekannt, das ist fast ein Selbstläufer. So hat sich bislang fast nie etwas wiederholt.

Gibt es zum 25-jährigen Bestehen der Ortsgruppe in diesem Jahr ein besonderes Programm?

Veronika Dackweiler Im Heft gibt es ein paar Touren, die wir bereits 1994 so gefahren sind. Sie sind entsprechend mit einem Jubiläumsemblem gekennzeichnet. Dazu gehört auch die Tour, die wir exklusiv unseren Mitgliedern am 13. Juli anbieten werden – mit anschließendem Fest im Sandbauernhof Liedberg.

Geben Sie den Tourenleitern, die das Programm füllen, ansonsten irgendwelche Vorgaben?

Heinz-Josef Dackweiler Ein Tourenleiter muss ADFC-Mitglied sein, sonst ist er in der Auswahl der Exkursionen völlig frei. Natürlich schaut unser Tourenwart Stefan Schramke darauf, dass die Vielfalt gegeben ist und alle Touren gut verteilt sind. Schließlich wollen wir auch noch im Oktober Touren anbieten. Wichtig ist, dass der Tourenleiter Infos zu Länge und Fahrgeschwindigkeit seiner Tour mitliefert. Denn während der Fahrt hat er die Hoheit, er bestimmt das Tempo und muss auf die Mitfahrer achten. Zudem sind Streckenkenntnis und Organisationstalent wichtig.

Wie stark ist das Umland von Korschenbroich einbezogen im Programm?

Heinz-Josef Dackweiler Ganz erheblich, denn für unsere Touren ist das eigene Stadtgebiet einfach zu klein. Der Bereich Schwalm-Nette ist in jedem Programm eines der Highlights. Auch das Gebiet um Süchteln, Mönchengladbach, Düsseldorf oder Krefeld sowie Ziele im Rhein-Kreis Neuss sind sehr beliebt.

Nehmen nur Korschenbroicher an ihren Touren teil?

Veronika Dackweiler Nein, denn die ADFC-Mitgliedschaft hat den Vorteil, dass man auch bei anderen Ortsgruppen mitfahren kann. So ist es auch bei uns, zudem ist für Städter die S-Bahn-Anbindung günstig. Es kommen sogar Leute aus Wuppertal, zudem viele Mönchengladbacher.

Was bietet die Stadt Korschenbroich dem Radtouren-Fahrer?

Veronika Dackweiler Vor allem die typische niederrheinische Landschaft, zudem haben wir Highlights wie Schloss Myllendonk oder den Ortskern in Liedberg. Schade ist nur, dass unsere Gegend sehr waldarm ist. Zudem gibt es auch kaputte viele Radwege, da warten die Radler auf Verbesserungen.

Ist Korschenbroich für Touren gut genug erschlossen?

Heinz-Josef Dackweiler Ja, unser Radwegenetz ist durch das Knotenpunktsystem im gesamten Rhein-Kreis Neuss gut ausgebaut, da braucht es keine weiteren Strecken. Dazu gibt es Übersichtstafeln. Im Grunde können auch ortsunkundige Radfahrer ohne Karte Touren fahren. Einzig Mönchengladbach braucht noch Zeit, um sich ans Knotennetz der Nachbarn anzuschließen.