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Korschenbroich: Stadt lehnt Radverkehr in Gegenrichtung auf Einbahnstraßen ab

Verkehrsausschuss in Korschenbroich : Stadt lehnt Radverkehr in Gegenrichtung auf weiteren Einbahnstraßen ab

Die Fraktionen von Die Aktive, FDP und Grünen fordern, dass Einbahnstraßen für Radfahrer in Gegenrichtung geöffnet werden. In der nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses wird sich die Stadt gegen den Antrag aussprechen.

Anfang Dezember hatten Die Aktive, FDP und Grüne in einem gemeinsamen Antrag im Bau- und Verkehrsausschuss gefordert, dass Radfahrer künftig auf Einbahnstraßen in entgegengesetzter Richtung fahren dürfen. Während die Fraktionen darin eine Steigerung der Attraktivität des Radverkehrs sehen, befürchtete die Verwaltung in der Dezembersitzung eine Steigerung der Gefahren für Radfahrer. Auch die Fraktionen von SPD und CDU waren skeptisch. Nun hat die Stadt geprüft, ob eine solche Regelung infrage kommt. In der kommenden Sitzung des Bau- und Verkehrsausschuss am Dienstag, 26. März, wird sich die Stadt gegen den Antrag aussprechen.

Der technische Beigeordnete Georg Onkelbach erklärte im Dezember zu den Thema, dass die Gesetzelage nicht eindeutig sei. Man müsse aufpassen, bei Unfällen nicht haftbar gemacht zu werden. In der Beratungsvorlage zum kommenden Ausschuss heißt es nun: „Die Verwaltung kann eine Umsetzung der Maßnahme aufgrund der negativen Auswirkung auf die Verkehrssicherheit und der erforderlichen Haushaltsmittel nicht empfehlen. Im Korschenbroicher Stadtgebiet gibt es 15 Einbahnstraßen. Auf der Straße „Am Kuhlenhof“ sei die Regelung bereits abgelehnt worden. Auf dem südlichen Teil der Friedrich-Ebert-Straße ist die beidseitige Fahrtrichtung hingegen freigegeben. Gleiches gilt für die Hochstraße und die Jan-Pallach-Straße, seitdem diese verkehrsberuhigt wurde. Zur Debatte stehen demnach nur noch elf Einbahnstraßen.

Die Verwaltung habe diese Straßen aufgemessen. Wegen des Straßenquerschnitts könne auf der Berliner Straße, der Josef-Thelen-Straße, der Kolpingstraße, der Lehmstraße und der Rheydter Straße kein Radverkehr in Gegenrichtung erlaubt werden. Es sei nicht genügend Platz vorhanden, dass sich Autofahrer und Radfahrer begegnen können. Auf den Straßen Am Hommelshof und Holzkamp sowie der Friedrich-Ebert-Straße, dem Meutersweg und Tümpsend könne die Umsetzung erfolgen, wenn gleichzeitig ein Parkverbot auf diesen Straßen eingerichtet wird. Dazu sei eine lückenlose Kontrolle erforderlich. Würde dieser Beschluss gefasst, stelle sich jedoch ein neues Problem, da dann zu wenig Parkraum vorhanden sei, erklärt die Stadt in der Beratungsvorlage. Viele Anwohner hätten keinen eigenen Stellplatz. „Der Aufwand der notwendigen Umbaumaßnahmen für eine eindeutige, sichere Radführung gegen die Einbahnstraße ist höher als ein Nutzen“, begründet die Stadt ihre Entscheidung.

Außerdem profitiere von der Maßnahme nur ein sehr kleiner Personenkreis. Würde auf den Straßen, die für die Umsetzung infrage kommen, ein Parkverbot geschaffen, würden nicht nur Anwohner negativ beeinflusst, sondern auch de Geschäftsleute der Friedrich-Ebert-Straße. Im Kreuzungsbereich zur Rochusstraße sei eine sichere Verkehrsführung wegen der dortigen Ampel nur mit einem erheblichen Aufwand umsetzbar.