1. NRW
  2. Städte
  3. Köln

Köln: Stadt baut Messehalle zum Impfzentrum um

Bis zu 5000 Menschen pro Tag : Kölner Messehalle wird Corona-Impfzentrum

Die Stadt Köln hat am Freitag die Pläne für ein Impfzentrum vorgestellt, das in einer Messehalle in Deutz untergebracht werden soll. Mitte Dezember soll es betriebsbereit sein. Für die meisten Menschen wird eine Impfdosis aber wohl frühestens Ende März zur Verfügung stehen.

Noch ist in Deutschland kein Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen und verfügbar. Wenn es soweit ist, sollen Impfungen aber unverzüglich möglich sein. In Nordrhein-Westfalen wird es nach jetziger Planung mindestens ein Impfzentrum pro Kreis oder kreisfreier Stadt geben. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) zeigt sich zuversichtlich, dass die komplette Impfstruktur bis Mitte Dezember steht.

Die Stadt Köln hat am Freitag die Pläne für ein Impfzentrum vorgestellt, das in einer Messehalle im rechtsrheinischen Deutz untergebracht werden soll. Christian Miller, Leiter der Berufsfeuerwehr Köln, schätzt, dass 80 Prozent der Kölner sich impfen lassen wollen, also etwa 800.000 Menschen. „Ich bin davon überzeugt, dass die Impfung eine echte Exit-Strategie aus der Pandemie ist“, sagt der Feuerwehrchef. 1,6 Millionen Impfdosen werden benötigt, weil jeder zweimal geimpft werden muss. „Wir wünschen uns einen Zeitplan, wann wir mit den ersten Impfdosen rechnen können“, sagt Miller.

Wer wann geimpft werden soll, wurde von Ethikrat, Leopoldina-Akademie und der Ständigen Impfkommission empfohlen. Der Plan sieht so aus: Zunächst werden die sogenannten vulnerablen Gruppen geimpft, dann die Berufsgruppen, die in direktem Kontakt mit Covid-19-Patienten stehen. Danach wird das Personal aus den Bereichen Sicherheit und Ordnung geimpft, dann der Rest der Bevölkerung. Kölns Gesundheitsdezernent Harald Rau sagt: „Für die Breite der Bevölkerung wird eine Impfdosis also nicht kurzfristig zur Verfügung stehen – frühestens Ende März 2021.“

Die Stadt Köln hat ihre Pläne für ein Impfzentrum vorgestellt. Foto: RPO/Claudia Hauser

Für etwa 30.000 Pflegebedürftige in Köln steht der Transport in ein Impfzentrum nicht zur Debatte. Um zuerst diese besonders gefährdeten Menschen zu impfen, werden mobile Teams eingesetzt, die in die 146 Kölner Alten- und Pflegeheime fahren. Niedergelassene Ärzte und Kliniken sollen ihr Personal selbst impfen. Wenn das Kölner Impfzentrum an den Start geht und es mit mehreren „Impfstraßen“ im Vollbetrieb läuft, können dort bis zu 5000 Menschen täglich im Zwölf-Stunden-Betrieb geimpft werden, wie Miller sagt.

Eine Herausforderung ist laut Miller, den Impfstoff vorzubereiten. Je nach Hersteller müssen die Stoffe bei minus 70 Grad aufbewahrt und dann unter hohen Hygieneanforderungen aufgetaut werden. Ein anderer Impfstoff braucht etwa eine Temperatur von plus 8 Grad. In die Logistik werden auch Apotheken eingebunden sein. Auch der Schutz des Impfzentrums spielt in der Vorbereitung eine große Rolle. „Der Impfstoff ist ein wertvolles Gut“, sagt Miller. „Wir sind mit Polizei und Ordnungsamt im Gespräch, um zu planen, wie wir die Lieferkette absichern und die Schutzstufe im Zentrum jederzeit aufrechterhalten können.“

Welche Messehalle zum Impfzentrum umfunktioniert wird, verrät die Stadt noch nicht. Beratungen über weitere Standorte laufen noch. Im Gespräch sind etwa der Flughafen Köln-Bonn, das Rheinenergie-Stadion und der Kölner Hauptbahnhof.

Der Krisenstab der Stadt Köln geht davon aus, dass es etwa ein Jahr dauern wird, bis alle Kölner, die sich impfen lassen wollen, dran waren.