Fußball : „Die Jugend hält mich jung!"

Der 83-jährige Robert Wolhorn ist einer der erfolgsreichsten Jugendtrainer.

Er gehört zu den vielen stillen Helden in den kleinen Vereinen, die ohne viel Aufhebens, aber voller Elan und Leidenschaft Kindern und Jugendlichen das Fußballspielen beibringen. Außerdem vermitteln sie auch soziale Werte wie Anstand, Respekt, Teamgeist und Fairniss gegenüber Mit- sowie Gegenspielern. Robert Wolhorn ist ein erfolgreicher Jugendtrainer, dessen Lebensweg im Dezember 1935 in Eberholzen in Niedersachsen begann. Er überstand den 2. Weltkrieg unbeschadet und fing 1947 als zwölfjähriger Junge beim SSV Limmer mit dem Fußballspielen an.

„Da wir alle sechs Wochen einen anderen Coach bekamen, habe ich mir geschworen, dass das, wenn ich Trainer werde sollte, nicht passieren darf“, legte Wolhorn schon damals den Grundsatz für sein späteres Trainerleben fest. Mit 17 Jahren verließ er seine Heimat Richtung Pirmasens, um als Modelleur in der Schuhbranche eine weitere Ausbildung zu beginnen. Zu jener Zeit kickte er beim VfB Pirmasens in der 2. Amateurliga. Im Herbst 1956 kam er zur Schuhfabrik Hoffmann nach Kleve. Durch Vermittlung eines Arbeitskollegen spielte er beim BV Kellen in der Bezirksliga, wo er als Mittel- und Außenstürmer eingesetzt wurde. 1964 ging er wieder zurück nach Pirmasens und heuerte beim SV Vinningen an, mit dem er von der C-Liga bis in die 2. Amateurliga durchmarschierte. Gleichzeitig coachte er die C und A-Jugend des Vereines und fungierte als Schiedsrichter. „Den Job als Referee gab ich auf, weil ich die Jugendarbeit vorzog“, sagt Wolhorn heute.

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1971 kehrte er samt seiner Familie nach Kleve zurück und bezog 1973 sein schmuckes Eigenheim in Hasselt. Dort wurde er vom damaligen 1. Vorsitzenden der SG Hasselt angesprochen, ob er nicht als Jugendtrainer anfangen könnte. So baute er eine Mannschaft auf, die er 13 Jahre lang begleitete und in jeder Saison Meister wurde. Zweimal wurde die Truppe Kreispokalsieger und einmal Kreismeister. Bekanntestes Gesicht dieses Teams war Olaf Bodden, der bei 1860 München zum gefürchteten Bundesligatorjäger avancierte. „Ich habe immer noch Kontakt zu Olaf, der aber leider an einer schweren Krankheit leidet“, sagt Wolhorn und zeigt das Trikot mit einer persönlichen Widmung von Bodden.

1986 wechselte die komplette Truppe zu den Senioren. Und was machte Robert Wolhorn: Er baute wieder eine neue Mannschaft auf von der F- bis zur A-Jugend. Stefan Osman-Reinkens, der später in der Oberliga spielte, entsprang dieser Mannschaft. Zeitweise trainierte Wolhorn die Reserve sowie die B-Jugend des Vereines zusätzlich. Im Jahr 2001 wurde ihm das Goldene Jugendleiterehrenzeichen des WFV verliehen, und er wurde zum Ehrenmitglied der SG Hasselt, heute SGE Bedburg-Hau, ernannt. Neben der Jugendtrainertätigkeit hatte er noch Zeit, um 1. Mannschaften anderer Clubs zu coachen. So war er Übungsleiter bei Eintracht Schneppenbaum, mit der er den Aufstieg in die Bezirksliga schaffte, DJK Kellen, Fortuna Keppeln, DJK Kalkar und BV Wissel. 2002 musste er aus gesundheitlichen Gründen eine Auszeit nehmen, doch die Pause währte nur eine Spielzeit, und er stieg wieder ins Trainergeschäft ein.

Auf Vorschlag von Wolhorn wurde Detlev Remmers 2010 Coach der 1. Mannschaft der SGE in der Kreisliga A. Wolhorn wurde Co-Trainer und beide schafften 2012 den Aufstieg in die Bezirksliga. „Ich habe Detlev als guten Fußballfachmann sowie als Mensch kennen gelernt, und ich war nicht einverstanden, dass er nach dem Aufstieg nicht weitermachen sollte“, ist er heute noch enttäuscht über diese Maßnahme. So wechselte er mit Remmers als Trainergespann für zwei Jahre zur Reserve des 1. FC Kleve in die Bezirksliga. Seit 2015 ist Remmers Jugendleiter in Kleve und trainiert mit Wolhorn als Co-Trainer zurzeit die C-Junioren (U-15).

„Es bereitet mir viel Spaß, unter Remmers als Co zu arbeiten, denn er macht ein abwechslungsreiches Training. Ich bin gern unter jungen Leuten, dadurch bleibe ich jung. Grundsätzlich bin ich für das Torwarttraining zuständig, springe aber auch ein, wenn Not am Mann ist. Ich habe zu allen Spielern und vor allem zu den Eltern ein gutes Einvernehmen. Ich will versuchen, menschlich ein Vorbild zu sein. Ich versuche zudem den Spielern das nötige Selbstvertrauen zu geben, spare nicht mit Lob, aber angemessene Kritik sollte trotzdem angebracht werden können“, erklärt Wolhorn, der froh ist, beim 1. FC Kleve arbeiten zu können. Er ist immer noch trotz des hohen Alters fit wie ein Turnschuh ohne große gesundheitliche Probleme, und er freut sich auf weitere Jahre im Kreise seiner jungen Spieler. Sein Stehvermögen ist beim wöchentlichen dreimaligen Training beachtlich. Sein „Chef“ Detlev Remmers schrieb eine Laudatio auf seinen Co-Trainer: „Robert hat sehr viele positive Charaktereigenschaften und ich arbeite gerne mit ihm zusammen. Ich glaube, dass wir das älteste Trainergespann im Kreis 8 bilden. Wir finden immer die gesunde Mischung aus alten und neuen Trainingsmethoden, und wir gehen mit der Zeit. Sein authentisches und akkurates Auftreten mit einer gesunden Prise Ehrgeiz hilft den Jugendlichen. Auch sein Alter von 83 Jahren und das damit verbundene vitale Auftreten löst bei so manchen ein Erstaunen aus. Ich wäre froh, in diesem Alter noch so über den Platz hüpfen zu können und hoffe noch auf eine lange Zusammenarbeit mit ihm“.

„Wenn ich nicht das liebevolle Verständnis meiner Frau Eva hätte,. könnte ich das garnicht so durchziehen“, macht Wolhorn seiner Gattin eine Liebeserklärung, mit der er schon 55 Jahre verheiratet ist. Er hat zwei Söhne und ist dreifacher Großvater.

Zu seinen Hobbys zählen der Blumen- und Nutzgarten. Zudem ist seit über 40 Jahren aktiver Tenor im Hasselter Kirchenchor.