Fußball : Harmlose Rot-Blaue chancenlos

Fußball-Testspiel: 1. FC Kleve – SV Straelen 0:5 (0:2). Der Oberligist hatte keine Chance. Vertrag von Trainer Umut Akpinar verlängert.

Der erste Test des 1. FC in der Wintervorbereitung hatte es gleich in sich: Mit dem SV Straelen zeigte sich nicht nur ein Lokalrivale, sondern auch der Neunte der Regionalliga auf dem Kunstrasen des Bresserbergs. Die Elf von Marcus John wurde der Favoritenrolle durchweg gerecht und kombinierte sich zu einem verdienten 5:0-Erfolg. „Das war eine gute Fitness-Einheit für beide Mannschaften. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, Taktik steht aber erst später auf dem Programm der Vorbereitung“, sagt Straelens Übungsleiter. „Dafür, dass wir uns in dieser Woche nur mit der Ausdauer beschäftigt haben, war es in Ordnung. Die erste Halbzeit war gut, im zweiten Durchgang hat man den Jungs die harte Woche angemerkt“, sagt Akpinar.

Der Übungsleiter konnte dem Rot-Blauen Anhang vor Anpfiff eine frohe Kunde übermitteln. Der 41-Jährige hat seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert. „Wir sind sehr zufrieden mit der Arbeit, die Umut für den Verein leistet und haben weiterhin die gleiche Zielsetzung, die Mannschaft dauerhaft in der Oberliga zu etablieren und junge Nachwuchsspieler einzubinden“, sagt Christoph Thyssen, Vorsitzender des Fusionsklubs. So habe der Vorstand frühzeitig für Planungssicherheit in der Saison 2019/2020 gesorgt. Dass es für das FC-Urgestein weitergeht, dürfte mit Blick auf die bisherige Bilanz kaum überraschen. In seiner Debütsaison führte er die Elf um Fabio Forster zum Aufstieg aus der Landesliga, in der Oberliga rangieren sie zur Halbserie auf dem sechsten Rang.

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Für das Duell gegen den SV Straelen hatte der Cheftrainer ein Experiment in der Innenverteidigung parat. Dort bot er Kosuke Hatta neben Nedzad Dragovic auf. Der Japaner fühlt sich ansonsten im defensiven Mittelfeld heimisch, zeigte aber einen soliden Auftritt in seiner neuen Rolle. „Wir wollten das einfach mal ausprobieren, vor allem auch im Hinblick auf die Belastungssteuerung in der Innenverteidigung“, sagt Akpinar. Ohnehin testeten er und sein Gegenüber viel aus: John setzte erst auf Vierer-, dann auf Dreierkette; Akpinar bot im Mittelfeld erstmals Neuzugang Nathnael Scheffler auf, der technisch versiert und mit klarem Kompass nach vorne ein erstes Achtungszeichen markierte.

Die Gäste hatten bei Minustemperaturen in der Getec-Arena von Beginn an das Kommando übernommen und das Spiel in die Klever Hälfte verlagert. Aus der ersten Drangphase des FC heraus erzielte der Regionalligist in der 14. Minute den Auftakttreffer. In der Eröffnung agierte der Gastgeber schlampig, Fabian-Daniel Simoes Ribeiro eroberte das Spielgerät, machte einige Schritte und schloss aus zwanzig Metern eiskalt ab. Gegen den Schuss in die linke Torecke war Keeper Andre Barth machtlos. Dass die Schwanenstädter allerdings mithalten können, zeigten sie kurz darauf: ein Angriff über die rechte Seite, Levon Kürkciyan bedient Michel Wesendonk, der aus der Luft halbrechts abschließt. Seinen Versuch parierte Straelens David Buchholz allerdings glänzend. Patrick Ellguth war es wiederum, der mit einem gezielten Kopfball nach einem Freistoß sehenswert zum 2:0 erhöhte. Was den FC-Akteuren auf dem Rasen zum Seitenwechsel anzumerken war: der Rückstand schmeckte ihnen gar nicht, Freundschaftsspiel hin oder her.

Umso überraschender war es, wie schlafmützig die Defensive sich daraufhin anstellte. Den eigenen Ballbesitz schenkten sie kurzerhand her, ließen sich auskontern, was Dennis Sitter für seine Farben dankend annahm. Akpinar sah „einen ganz leichten Aufbaufehler zum Wiederanpfiff“ als Ausgangspunkt zum 0:3. Je länger die Begegnung dauerte, desto deutlicher wurde der Klassenunterschied zwischen den Teams.

Einen Schuss von Adli Lachheb klärte der Oberligist in der 59. Minute zwar noch auf der Linie. Barth aber musste resigniert zusehen, wie Shun Terada kurz darauf pfeilschnell auf ihn zurannte und den Ball in der Manier eines Torjägers versenkte. „Von den fünf Toren haben wir drei selbst verschuldet“, sagt Akpinar. Den finalen Treffer kreierte Kai Schwertfeger durch eine direkte Volley-Abnahme in der 81. Minute. „Wir haben gegen die Oberligisten Kleve und Schonnebeck jeweils 5:0 gewonnen und damit bewiesen, dass wir voll im Plan sind. Die Jungs haben sich gut bewegt. Aber wir haben in der ersten Halbzeit noch zu viele Torchancen zugelassen“, sagt John. „Im zweiten Durchgang war dann aber die Konzentration höher und damit das Spiel besser“, fügt er an.

Auf die Klubs wartet nun der gleiche Gegner: Gelb-Grün testet am Dienstag gegen Fichte Lintfort, Rot-Blau gastiert dort am kommenden Sonntag.