Kreis Kleve: Grüner Bruno Jöbkes hat Berlin im Blick

Kreis Kleve : Grüner Bruno Jöbkes hat Berlin im Blick

Der Kreis Klever Bundestagskandidat will sich im Parlament – falls er über den Listenplatz 20 dort einzieht – vor allem um Probleme des ländlichen Raumes kümmern. Ein schnelles Internet sei nötig. Zudem setzt er auf Windenergie.

Der Kreis Klever Bundestagskandidat will sich im Parlament — falls er über den Listenplatz 20 dort einzieht — vor allem um Probleme des ländlichen Raumes kümmern. Ein schnelles Internet sei nötig. Zudem setzt er auf Windenergie.

Es gibt auch die schönen Momente im Wahlkampf: Diese Woche übergab Grünen-Bundestagskandidat Bruno Jöbkes bei strahlendem Sonnenschein einen 500-Euro-Scheck an die quirlige U-Boot-Truppe um Professor William Megill der Hochschule Rhein-Waal. Die ist innovativ, guckt sich in der Natur die Technik ab und setzt sie um. Ein Projekt, das man als Grüner gerne unterstützt.

Im RP-Gespräch erläuterte dann der Grünen-Kandidat für den Kreis Kleve für die Bundestagswahl seine Wahlkampfstrategie. Sein erklärtes Ziel: Berlin. Denn Jöbkes rechnet sich aufgrund des NRW-Listenplatzes 20 Chancen aus, tatsächlich als dritter Abgeordneter aus dem Kreis Kleve in den Bundestag nach Berlin zu ziehen. Dazu müssen die Grünen 13 Prozent erreichen, sagt Kreis-Grünen-Vorsitzende Birgit Höhn. Grünen-Sprecher Michael Bay hat ausgerechnet, wie viele Stimmen das sind: "Wenn 1,2 Millionen Bundesbürger für die Grünen stimmen, ist Bruno Jöbkes im Bundestag."

  • Kreis Kleve : Bruno Jöbkes (Grüne)
  • Geldern : Bruno Jöbkes (Grüne)
  • Fotos : Neujahrsempfang der Kreis Klever Grünen 2018

13 Prozent sind möglich, auch wenn Jöbkes sich im Bundestags-Wahlkampf mit der Steuerpolitik seines Chefs Jürgen Trittin wird auseinandersetzen müssen, die besonders Ehepaare aus der Mittelschicht — klassische Grünen-Wähler — belasten würde. Doch Jöbkes' Themen sind nicht die Abschaffung des Ehegattensplittings oder Steuererhöhungen — ihm wird es in Berlin um den ländlichen Raum gehen. "Wie kann man diesen Raum fördern, Strukturen aufbauen, die Wirtschaft stärken?", listet Jöbkes die Fragen auf, die er einbringen will, wenn er in Berlin Verantwortung übernehmen kann. Er selbst rechnet sich dem Realo-Flügel der Grünen zu.

"Es ist für Firmen, gerade auch aus dem Mittelstand, sehr wichtig, das Breitband auszubauen. Da wird LTE keine Lösung sein", sagt der Grünen-Kandidat. Er möchte schnelle, datenstarke Internetverbindungen, die nicht durch die Anbieter beschränkt werden dürfen. Auch gelte es, die jeweiligen Regionen des ländlichen Raums zu stärken, ihnen ein Image zu geben, ein Gütesiegel quasi herauszuarbeiten, dass die Produkte aus der Region besser sind, Wertigkeit haben. "Ein solcher Ruf fördert nicht nur die Regionalvermarktung oder zieht Touristen, er erhöht auch die Ansiedlungsbereitschaft", sagt Jöbkes. Das erhöhe die Chancen für die Region. Jöbkes kann seine Erfahrungen als Geschäftsführer von großen Ernährungsbetrieben im Kreis Kleve und an der Müritz einbringen — beides Betriebe in ganz verschiedenen ländlichen Bereichen. Ihm ist auch klar, dass ein Betrieb sich nicht allein auf die Vermarktung in der Region beschränken kann: "Wenn ich die Region stärke, dort ein Gütesiegel schaffe, muss ich auch die Möglichkeit haben, meine Produkte über die Grenzen der Region zu vermarkten", stellt er fest. Mit anderen Worten: den Transport der Tiere möglichst vermeiden, die fertige Ware aber doch vermarkten können.

Die Energiewende will der Grünen-Kandidat nicht der Bundesregierung überlassen. Er setzt auf moderne Windenergie, und in den alten Bundesverkehrswegeplan soll Leben kommen: "Es geht um gute Bahnverbindungen. Beispielsweise darf die Bahn nicht in Kleve enden, sondern muss nach Nimwegen durchgezogen werden. So etwas muss überregional geregelt werden, das darf nicht an Kleinstaaterei scheitern", konstatiert er.

Im Wahlkampf wird er von Bärbel Höhn (die den Süden des Kreises besucht) und Volker Beck (der in den Norden kommt) unterstützt. Die Grünen werden Wanderungen und Radtouren organisieren. Man wird natürlich plakatieren und nicht den Straßenwahlkampf vernachlässigen. Schließlich sollen die 13 Prozent erreicht werden.

(RP/ac)
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