Wirtschaft in Kevelaer: Kevelaers Geschäftswelt bündelt seine Kräfte

Wirtschaft in Kevelaer : Kevelaers Geschäftswelt bündelt seine Kräfte

Große Resonanz auf erste Sitzung des neuen Wirtschafts- und Verkehrsvereins. Versammlung wählte den Vorstand.

Dass auch noch Frühlingsanfang war, mag Zufall gewesen sein, passte aber zur Aufbruchsstimmung, die am Mittwochabend im Konzert- und Bühnenhaus zu spüren war. Auf den Tischen hatte jemand vierblättrige Kleeblätter mit der Aufschrift „Tag des Glücks“ verteilt und einen Platz zu bekommen, war eine Schwierigkeit, so voll war der Saal. So voll, dass die Vorsitzende des Verkehrsvereins ganz gerührt war. „Ich bin sprachlos und überwältigt über diese große Anzahl und Begeisterung. Es freut mich, dass das neue Konstrukt so gut angenommen wird“, sagte Gabriele Polders, für die der Abend auch so etwas wie eine Abschiedsvorstellung war. Bereits 2015 hatte sie angekündigt, den Vorsitz abgeben zu wollen, mit der Gründung des neuen Wirtschafts- und Verkehrsverein war dieser Zeitpunkt gekommen.

Polders machte deutlich, dass sie absolut überzeugt vom neuen Konzept ist. „Hier werden alle Kräfte unter einem Dach gebündelt, dass alle mitziehen, ist ein tolles Zeichen. Vor allem wenn wir sehen, dass sich in anderen Städten in der Umgebung die Werbegemeinschaften auflösen.“ In Kevelaer habe man das Gefühl, dass das Ehrenamt lebt, es sei unglaublich. „Wir packen das gemeinsam an“, sagte sie. Der neue Verein sei die Basis, um das Potenzial zu nutzen und zu kanalisieren. Sie dankte der Unternehmervereinigung Kevelaer, die das Konzept mitgetragen hat und sie freute sich auch auf die Unterstützung der Gruppierung „Inside Kevelaer“, die das neue Stadtfest initiiert hat.

Im Kassenbericht machte Geschäftsführer Rainer Killich deutlich, warum eine Neuaufstellung Sinn mache. Zwar habe der Verkehrsverein immer noch 241 Mitglieder gehabt, aber die Einnahmen seien rückläufig, weil große Mitglieder wie Hotels und Gaststätten verloren gegangen seien. Ziel sei, diesen Trend zu stoppen und umzukehren.

Bemerkenswert: Das Servicebüro nahm im vergangenen Jahr immerhin noch 80.000 Euro an Vermittlungsgebühren ein. In heutiger Zeit ungewöhnlich. Denn während Besucher sonst ihre Städtetrips im Internet buchen, vertrauen die Gäste von Kevelaer offenbar immer noch eher der persönlichen Buchung. Auch das sei eine Eigenart der Wallfahrtsstadt. Aber auch bei den Vermittlungsgebühren sind die Einnahmen rückläufig, auch hier müsse man ansetzen.

Der Ehrenvorsitzende Edmund Bercker verabschiedete Gabriele Polders, die auch sein Patenkind ist. Auch wenn sie Lobhudeleien verabscheue, sei es Zeit zu sagen, dass er sie bewundert habe wie sie den Job gemeistert habe. Mit ihrem Charme sei es ihr gelungen, viele Dinge durchzusetzen. Bercker nutzte die Gelegenheit auch zu einem klaren Statement in Sachen Öffnungszeiten. Auch Pilger würden das Shoppen in Kevelaer suchen und wenn man ihnen das nehme, habe das langfristig auch Auswirkungen auf das kirchliche Leben.

Einstimmig wählten die Mitglieder den ersten Vorstand: Der besteht aus Josi Flintrop-Ruhnau, Nicole Grüttner, Denis Brüggemeier und Klaus Bückendorf. Den Vorsitz auf vier Schultern zu verteilen, sei die beste Neuerung, meinte Gabriele Polders. Geschäftsführer sind Rainer Killich und Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns.

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