Bürgermeister Pichler bedankt sich mit einem Empfang bei den Bürgerbus-Fahrern

Bürgerbusvereine in Kevelaer : Dankeschön an die Bürgerbus-Fahrer

Zum 20-jährigen Bestehen dreier Kevelaerer Bürgerbusvereine hatte Bürgermeister Dominik Pichler zu einem Empfang ins Konzert- und Bühnenhaus eingeladen.

„Bürgerbusvereine kommen gleich nach der Feuerwehr“, sagte Dominik Pichler, Bürgermeister von Kevelaer, in seiner Dankesrede an die ehrenamtlichen Fahrer der Bürgerbusse, die seit über 20 Jahren die ländlichen Außenbezirke mit dem Zentrum der Wallfahrtsstadt verbinden. Ein festlicher Empfang im Foyer des Konzert- und Bühnenhauses sollte das soziale Engagement der Fahrer und auch der dazugehörigen Bürgerbusvereine würdigen.

Zum Anlass wurde das 20-jährige Bestehen dreier Kevelaerer Bürgerbusvereine genommen. Insgesamt gibt es für die Bewohner der Wallfahrtsstadt vier solcher Vereine: Twisteden, Kervenheim, Wetten und Winnekendonk.

Der erste von ihnen wurde 1996 in Twisteden gegründet. „Aus der Not heraus“, wie Pichler betonte. „Was wären wir ohne die Bürgerbusse?“, fragte er weiter und stellte heraus, wie unverzichtbar das Angebot gerade für die Ortschaften ist und wie sehr es von der Bevölkerung angenommen wird. Bevor er zum Rednerpult gegangen war, hatte er zahlreiche Fahrer und Fahrerinnen persönlich begrüßt.

Die etwa 200 Gäste standen in Gruppen, die Busfahrer-Kollegen unterhielten sich angeregt und tauschten Geschichten aus. „Es ging nicht alles glatt, manche Beule oder Schramme war dabei. Aber ihr habt alles mit viel Geduld und noch mehr Humor gemeistert“, dankte Pichler den Ehrenamtlern und auch den dazugehörigen Ehepartnern. Dann forderte der Bürgermeister alle auf, das bereitstehende Büffet zu „vernichten“ und miteinander einen schönen Abend zu verleben.

„Wenn wir einmal älter werden und vielleicht nicht mehr selber Auto fahren können, freuen wir uns auch über so ein Angebot“, erklärten Rita und Paul Schaffers aus Twisteden, warum sie Bürgerbus fahren. Während viele Fahrer bereits im Rentenalter sind, sind die Schaffers noch beide berufstätig. Bereits seit 20 Jahren machen sie das. „Es macht Spaß“, so Rita Schaffers, und ihr Ehemann ergänzte: „Noch nie hat jemand, der mitfuhr, vergessen „Danke“ zu sagen.“

Rolf Sönkens fährt seit drei Jahren Bürgerbus. Der 69-jährige Rentner betont auch, wie dankbar die Fahrgäste immer sind. Manchmal muss er bis zu acht Rollatoren im Bus unterbringen. „Wenn nicht noch Großeinkäufe dazu kommen, geht das“, sagte er. Ehefrau Elisabeth begrüßt die Beschäftigung ihres Mannes und sagte lächelnd: „Einmal in der Woche drei Stunden Einsatz – das ist auch für mich eine persönliche Auszeit.“

Ohne Spaß an der Sache funktioniert Ehrenamt nicht. Das sagte auch Heinz Neuy, der seit 20 Jahren die Strecke Wetten-Kevelaer fährt. Der 78-Jährige fährt gerne den „schönen Wagen“, er will es machen, solange es geht. „Jedes Jahr müssen wir ja ein ärztliches Attest vorlegen. Sehtest, Reaktionsvermögen, das gehört alles dazu“, erklärte er. Jede der vier Linien hat etwa 20 Haltestellen. Viele ältere Menschen nutzen das Angebot, sind zum Beispiel bei Arzt-Terminen regelrecht darauf angewiesen.

Fahrer Friedrich Ertmann, der früher Berufs-Busfahrer bei den Kölner Verkehrsbetrieben war, lobt auch den guten Zusammenhalt in den Vereinen. „Wenn einer durch Krankheit mal ausfällt, springt immer ein anderer ein. Es gab noch nie Probleme“, berichtete er. „Bürgerbus ist eine gute Idee“, sagte auch Lothar Henkel, der seit 19 Jahren die Strecke Twisteden – Kevelaer fährt. Den Empfang im Bühnenhaus fand er auch sehr schön, weil man so wieder einmal viele Kollegen treffen und sich austauschen konnte.

Nach dem Büffet konnten die Gäste noch eine Sondervorstellung des „Traumtheaters Salome“ besuchen. „Die Veranstaltung war bis zum Ende sehr gut besucht“, berichtete Ruth Kerkhoff, Mitarbeiterin der Stadtwerke Kevelaer und Mitorganisatorin des Abends. „Bürgerbusse, das ist Daseinsvorsorge und ein wichtiger Mosaikstein im kommunalen Angebot, gerade für den ländlichen Raum“, betonte sie.

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