Aufregung um verfrühten Probealarm Fehlalarm – Sirenen im Kreis Kleve heulen fünf Stunden zu früh

Update | Kleve · Für viel Aufregung hat ein Großalarm im Kreis Kleve gesorgt. Im ganzen Kreisgebiet heulten die Sirenen. Das steckte hinter dem Vorfall.

Die Sirenen rissen viele am Samstagmorgen aus dem Schlaf.

Die Sirenen rissen viele am Samstagmorgen aus dem Schlaf.

Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Viele Einwohner im Kreis Kleve sind am Samstagmorgen unsanft aus dem Schlaf gerissen worden. Kurz vor 7 Uhr heulten im ganzen Kreisgebiet die Sirenen. Viele dachten an einen Großeinsatz der Rettungskräfte, bei Polizei und Feuerwehr gab es viele besorgte Anrufe.

Doch von Seiten der Feuerwehr konnte schnell Entwarnung gegeben werden. Bei dem Sirenengeheul handelte es sich um eine Fehlfunktion. Eigentlich sollte um 12 Uhr wie immer mal wieder am ersten Samstag im Monat ein Probealarm stattfinden, um die Funktionsfähigkeit der Geräte zu testen. Doch die Sirenen heulten bereits fünf Stunden zu früh.

Für viel Verunsicherung sorgte vor allem, dass die Anlagen gleich dreimal in kurzem Abstand hintereinander aufheulten. Mancher glaubte sogar schon an einem Zusammenhang mit der aktuellen Nato-Übung Air Defender. „Das war gruselig. Wir dachten, eines dieser Flugzeuge wäre irgendwo runter gekommen“, schrieb jemand in den sozialen Netzwerken.

Man forsche jetzt nach den Ursachen für den verfrühten Probealarm, hieß es. Inzwischen steht fest, dass jemand die Geräte aus Versehen zu früh ausgelöst hatte. Jemand habe bei der Übergabe schlicht den Knopf zu früh gedrückt, so Benedikt Giesbers von der Pressestelle des Kreises Kleve. „Es ist das erste Mal, dass so etwas vorgefallen ist. Das ist blöd, aber wichtig ist, dass nichts passiert ist.“

Es war auch keine Feuerwehr schon ausgerückt. „Die melden sich nach einem solchen Alarm immer zuerst bei uns, da konnte dann geklärt werden, dass es sich nur um einen falschen Probealarm handelt“, hieß es von der Leitstelle. Man habe ein paar Telefonate führen müssen. Alle seien informiert, auch der Kreisbrandmeister. Auch an die Bezirksregierung Düsseldorf ging eine Meldung über den Vorfall raus.

„Wir verzichten auf den Alarm um 12 Uhr, um die Bevölkerung nicht noch zusätzlich zu verunsichern“, so die Kreisleitstelle.

An jedem ersten Samstag im Monat um 12 Uhr werden alle im Kreisgebiet Kleve vorhandenen digitalen Sirenen durch einen Probelalarm getestet.

Die kreisweiten Sirenenproben sollen der Funktionsüberprüfung der technischen Anlagen dienen. Daneben sollen diese Proben auch der Bevölkerung die Sirenentöne und deren Bedeutung näher bringen und durch die regelmäßige Wiederholung einprägen.

Um einen regelmäßigen Techniktest zu gewährleisten und der Bevölkerung alle Signale einzuprägen, wird wechselweise einmal monatlich einer der drei offiziellen landeseinheitlichen Sirenentöne (Brand-Feueralarm, Warnung der Bevölkerung und Entwarnung) ausgelöst.

Dies bedeutet, dass in allen Kommunen des Kreises Kleve, die Sirenen betreiben und bereits auf die digitale Sirenensteuerung umgestellt haben, diese Sirenentöne für die Bevölkerung zu hören sein werden. Daher war auch am Samstag der Alarm gleich dreimal zu hören gewesen.

Das sagt der Kostenpflichtiger Inhalt Kreisbrandmeister zu dem Vorfall.

(zel)