Stadt Kempen: Sternsinger für arme Kinder unterwegs

Stadt Kempen : Sternsinger für arme Kinder unterwegs

Unter dem Motto "Segen bringen, Segen sein" sind die Sternsinger-Aktionen angelaufen. Auch in Kempen sind Mädchen und Jungen der Propsteipfarre unterwegs. Sie sammeln Spenden für das Partnerprojekt der Pfarre in Brasilien.

Arne (4) und Sophie (5) stehen mit großen Augen vor den vielen goldenen Pappkronen, die allesamt auf dem Tisch in der Kempener Burse aufgereiht sind. "Ich hätte gerne eine mit Steinen", meint Sophie und deutet auf ein Modell, auf dem etliche funkelnde Glassteine kleben. Arne hat hingegen Sorge, dass die Kronen nicht passen könnten. "Sie sehen so groß aus", meint der Vierjährige. Seine Mutter Verena Schmitz kann beruhigen. "Die Kronen können mit Hilfe der Büroklammern ganz genau passend gemacht werden", erklärt sie, während sie den beiden ihre Wunschkronen anpasst.

Ein Stückchen weiter ist Nina mit Hilfe von Dagmar Wagemanns auf der Suche nach einem passenden Umhang, der die Zehnjährige in einen der drei Heiligen Könige verwandelt. In großen Gruppenraum der Burse herrscht Aufregung pur. An Kleiderstangen hängen farbenfrohe Gewänder, in Kartons stapeln sich Umhänge und auf Tischen liegen Kronen und Sternenstäbe. Stimmengewirr schallt im Raum umher. Dutzende von Kindergartenkindern und Schülern verwandeln sich mit Unterstützung von Wagemanns und Doris August, beide vom Organisationsteam der Sternsinger der Propsteikirche St. Mariae Geburt, in Sternsinger. Der Tag der drei Heiligen Könige rückt näher und damit ist auch in St. Mariae Geburt die traditionelle Sternsinger-Aktion gestartet. Wie in jedem Jahr ziehen die Kinder aus und bringen den Segen "20+C+M+B+15" zu den Kempener Haushalten, wobei sie für ein soziales Projekt der Gemeinde in Brasilien sammeln.

Sophie, Arne, Nina, Annika (9) und Marie (9) haben sich mittlerweile in Casper, Balthasar und Melchior verwandelt. Kreide, Segensaufkleber, Segensspruch, Sammelkistchen und Sternenstab in den Händen ziehen sie in Richtung Tür los, während Schmitz, die die Gruppe begleitet, noch mit Spendenquittungszettel ausgerüstet wird und von August anhand des Stadtplans erfährt, welche Straßen den übernommenen Bezirk ausmachen. "Vergesst eueren Beutel für eventuelle Süßigkeiten nicht", gibt der 16-jährige Yannis noch als Tipp mit auf dem Weg.

Dann geht es endlich los. Das Ziel ist der Mülgauweg. Auf dem Weg dorthin üben Nina, Annika und Marie kräftig den Segensspruch, wobei Annika ihn sicherheitshalber auch hinter den Sternenstab klemmt. "Nur für alle Fälle", meint die Neunjährige lächelnd. Sophie darf auf die erste Klingel drücken, doch zum Leidwesen der fünf bleibt die Tür geschlossen. Das wiederholt sich auch am zweiten Haus, aber der dritte Versuch, bei dem Arne diesmal in Sachen klingeln an der Reihe ist, haben die jungen Sternsinger Glück. Während die Großen die Bewohnerin mit dem Segensspruch begrüßen, überreicht Sophie die passende Karte dazu. Arne darf den Segensspruch ankleben, wobei Annika aber ein wenig helfen muss, denn der Spruch soll laut Wunsch über dem alten Segensspruch geklebt werden und solche Höhen erreicht der Vierjährige noch nicht. An der nächsten Haustüre kommt zum ersten Mal die Kreide zum Einsatz. Der junge Mann hätte den Segen "20+C+M+B+15" gerne an der Haustür. Nina schreitet zur Tat und zum Dank klimpern erneut Münzen in das Holzkästchen und es geht weiter. "Letztes Jahr haben wir über 500 Euro gesammelt", erzählt Schmitz, derweil es von Haustür zu Haustür geht.

Alle sind dabei gespannt, wie viel Geld sie in diesem Jahr für das brasilianische Projekt zusammenkommen werden. "Es macht Spaß anderen Kindern mit unserer Aktion zu helfen", sind sich alle fünf einig. Und dafür läuft man gerne etliche Kilometer im Januar.

(tref)