Heiligenhaus: Sternsinger bringen Segen in den Alltag

Heiligenhaus: Sternsinger bringen Segen in den Alltag

Eigentlich klingeln sie an den Haustüren. Aber am Samstag machten gleich mehrere Generationen stimmungsvoll auf sich aufmerksam.

In der einen Hand den Einkaufszettel, in der anderen eine Brötchentüte, dazu ein gehetzter Blick, der immer wieder auf den kleinen Sohn fällt, so stürmt am Samstag eine junge Mutter in die Vorhalle des Selbecker Marktes - und ganz plötzlich weicht die Hektik. Grund dafür: die kleine Gruppe der Sternsinger und der Gitarrenkreis, die um die Mittagszeit die Kunden im Selbecker Nahversorgungszentrum mit ihren Liedern begrüßen.

Die Karten mit dem Segensspruch dürfen in keiner Sternsingergruppe fehlen. Foto: Blazy Achim

Für die junge Mutter und ihren Sohn wird das tatsächlich zu einem Moment, in dem sie nur den Klängen lauschen. Anschließend klimpern auch ein paar Münzen in der Sammelbüchse. Zeitgleich singt eine Gruppe in der innerstädtischen Aldi-Passage und am Abend zieht die Gruppe der Erwachsenen-Sternsinger los, um in den Kneipen der Stadt für die guten Zwecke zu singen. Und die Spendenzwecke sind in Heiligenhaus gut bekannt. Einmal wird das Projekt "Sant Chavara Kala Niketan" von Pater James in Indien unterstützt werden. Zum anderen sammeln die Sternsinger in Heiligenhaus für ein Kinderpastoral und "Kultur für den Frieden" von Bischof Bernado in Brasilien.

Die Geistlichen haben eine enge Bindung zu Heiligenhaus. Pater James etwa hat eine Zeit hier verbracht. "Das Tolle ist, dass wir hier regelmäßig erfahren, was mit den Geldern passiert. Es gibt Bilder und manchmal Videos zu sehen", erklärt Marlies Hünerfeld, die selbst seit acht Jahren bei den Sternsingern aktiv ist und heute unter anderem für die Organisation zuständig ist. Vielleicht sei das auch ein Grund für die Rekordsummen, die die Heiligenhauser Sternsinger immer wieder zusammen tragen, im letzten Jahr waren das 33.000 Euro. Etwa 80 Kinder sind in diesem Jahr mit Krönchen, Umhang, Sternenstab und den Liederzettel gewappnet auf den Straßen der Stadt unterwegs. "Viele warten schon richtig auf die Kinder", freut sich Hünerfeld. "Wir haben einen festen Stamm an kleinen Sängerinnen und Sängern. In diesem Jahr sind viele Jüngere dazu gekommen, das gilt übrigens auch für die erwachsenen Begleiter", sagt Hünerfeld und fügt an, dass es vor allem schwierig sei, Begleiter für die Kinder zu finden. Und der große Respekt gilt den Kindern und Erwachsenen, die sich auch von Wetterkapriolen nicht abhalten lassen. Für manchen Besucher im Selbecker Markt sind die Sternsinger auch eine tolle Erinnerung: "Die Sternsinger waren schon bei mir zuhause, aber ich spende gerne noch einmal", sagt eine Kundin, eine andere spendet zum ersten Mal und vergisst nicht, den Aufklebezettel mit den Buchstaben der Sternsinger zu fragen. Hünerfeld: "Ich wünsche mir, dass wir mit der Aktion noch lange weiter machen können. So lange noch so viele Kinder in den Aussegnungsgottesdiensten mit dabei sind, habe ich Hoffnung."

(sade)