1. NRW
  2. Städte
  3. Kamp-Lintfort

Energieversorger in Kamp-Lintfort schließt 270 Immobilien an ihre Netze an.

Energieunternehmen in Kamp-Lintfort : Stadtwerke freuen sich über die Neukunden

Durch Neubaugebiete, neue Gasleitungen und Umstellung wächst das städtische Unternehmen.

270 Immobilien konnten die Stadtwerke Kamp-Lintfort in diesem Jahr bereits an ihre Netze anschließen, um sie mit Strom, Gas oder Fernwärme zu versorgen. „Das ist eine gute Entwicklung“, freut sich Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Kaudelka über die Neukunden. „Im Frühjahr 2019 sind 196 weitere Anschlüsse fest eingeplant.“ Das Wachstum hat mehrere Gründe. Zum einen senkte die stadtnahe GmbH, die bei der Stromverteilung mit dem RWE-Nachfolge-Unternehmen Westnetz zusammenarbeitet, Anfang des Jahres die einmaligen Anschlusskosten. Sie liegen jetzt pauschal bei 499 Euro je Anschluss, wenn ein Haus bis zu 30 Meter von der Straße und damit von der Leitung entfernt liegt. Wenn die Entfernungen größer sind, was in weniger als fünf Prozent der Fälle vorkommt, steigen die Kosten in zwei Stufen bis zu 799 Euro bei bis zu 100 Metern. Auch im nächsten Jahr könnte es vergünstigte Anschlusskosten geben. „Ich denke, unser Partner Westnetz wird diesem Angebot zustimmen“, sagt Andreas Kaudelka.

Eine zweite Ursache sind die Gasleitungen, die die Stadtwerke an der Kirchhoff- und in der Mühlenstraße in Orteilsteilen Kamperbrück und Kirchhoff neu verlegen ließ. Dort stellten viele Hauseigentümer ihre Heizungen auf Gas um. Der Ölpreis spielte dabei der stadtnahen GmbH in die Hände. „Öl ist zurzeit relativ teuer“, sagt der Geschäftsführer. „Ob es noch einmal wesentlich günstiger wird, ist fraglich.“ Eine dritte Ursache ist das Kohledeputat, das Ende 2018 ausläuft. So stellen viele Häuslebesitzer ihre Heizungen gerade von Kohle auf Gas um, manchmal auch auf Fernwärme, oder wollen sie in den nächsten Monaten umstellen.

Eine vierte Ursache ist das neue Wohngebiet „Moerser Straße West“. Auf der Fläche zwischen Moerser Straße, Fossa Eugenia und der Neuendickstraße entsteht gerade Haus um Haus. Die neuen Immobilien kommen neu ans Netz, wie 2019 die an der Konradstraße. Dort sind alle Grundstücke vermarktet, auf denen sich früher der Sportplatz des SV Lintfort befand, und die Vorarbeiten für die Straßenerschließung haben begonnen. In den Neubaugebieten können Häuslebauer kostenlos die elektrische Infrastruktur installieren lassen, um ein Elektroauto zu laden. Sie haben dafür einer „netzdienlichen Steuerung“ zuzustimmen, also einer begrenzten Zuteilung von Strom, wenn alle Hauseigentümer gleichzeitig ihre Elektroautos laden wollen, beispielsweise am frühen Abend.