Schüler in Kamp-Lintfort erproben sich als Lehrer.

Schule in Kamp-Lintfort: Gymnasiasten unterrichten Grundschüler

Projekt läuft seit zehn Jahren am Forster-Gymnasium.

Ada Witzdam möchte nach ihrem Abitur studieren, um Lehrerin zu werden. In dieser Woche konnte die 15-jährige Zehntklässlerin des Georg-Forster-Gymnasiums schon einmal üben, wie es ist, Kinder zu unterrichten. Sie hatte für Viertklässler eine Zauberschrift entwickelt, bei der die jungen Schüler zum Beispiel mit Zitronensäure auf Papier schrieben, das sie vorher mit Rotkohlsaft eingefärbt hatte. „Wenn es sauer wird, verfärbt sich das Papier von Blau nach Rosa“,  erklärte sie den Kindern, als sich die Farbe ihrer Schreiblinie veränderte. „Unterrichten ist mein Element“, meinte die junge Rheurdterin. „Ich blühe richtig auf. Später will ich einmal Grundschullehrerin werden.“

Wie sie denken neun Zehntklässler des Kamp-Lintforter Gymnasiums darüber nach, den Beruf zu wählen, den sie täglich hautnah erleben – nur von der anderen Seite. In der letzten Woche absolvierten sie ein Betriebspraktikum in Grundschulen in Kamp-Lintfort und Rheurdt. In dieser Woche unterrichteten sie selbst – an ihrer eigenen Schule. Zum einen brachten sie Grundschulkindern mit praxisnahen Versuchen die Naturwissenschaften näher, neben Ada Witzdam zum Beispiel Ricarda Buhl und Madleen Weber. Sie zeigten Viertklässlern, Weingläser klingen zu lassen, wenn sie mit nassen Fingern über das Glas drehen, um das Wasser und dann die Luft in Schwingung zu versetzen.

  • Kamp-Lintfort : Schüler unterrichten Schüler

Die jungen Schüler merkten schnell, wie unterschiedlich die Töne klangen, je nachdem wie die Gläser gefüllt waren, je voller, desto tiefer. Zum anderen hatten sich die Zehntklässler einen Sportparcours ausgedacht, in dem die Kinder kooperativ spielten. „Alle Viertklässler der Kamp-Lintforter und Rheurdter Grundschulen profitieren von diesem Angebot“, berichtet Renate Seidel. Die Chemie- und Physiklehrerin leitet das Projekt „Gymnasiasten unterrichten Grundschüler“, das finanziell von der Sparda-Bank West gefördert wird. Während des Projektes hospitieren die Zehntklässler auch einige Tage in der Bönninghardtschule in Alpen, um die sonderpädagogische Arbeit kennen zu lernen.  Das Projekt läuft schon bereits seit zehn Jahren.  

Mehr von RP ONLINE