Kaarster Stadtfest Viele Nationen, eine Stadt

Viele Nationen – Eine Stadt : Kaarster mit ausländischen Wurzeln zeigen ihre Traditionen

Das „Fest der Kulturen“ auf dem Rathausplatz war bunt. Bei gutem Wetter gaben Kaarster mit ausländischen Wurzeln Einblicke in ihre heimischen Traditionen.

Mit den Flüchtlingen kam  auch das Stadtfest „Viele Nationen – eine Stadt“ wieder: Nach zehnjähriger Pause war es vor zwei Jahren  erstmals wieder organisiert worden. Am vergangenen Sonntag dann die Neuauflage. Wegen der guten Wetterprognosen war es erstmals eine reine Open-air-Veranstaltung.

Es war nicht schlecht besucht, das Mulikulti-Fest, aber auf den Rathausplatz hätten schon noch deutlich mehr Menschen gepasst. Vor allem Flüchtlinge, die seit 2015 nach Kaarst gekommen waren, waren zahlenmäßig enttäuschend schwach vertreten. Auf der Bühne präsentierten Akteure aus aller Herren Länder einen bunten Mix aus Musik und Tanz. Durch das Programm führte wie gewohnt Andreas Vollmert. Er kündigte unter anderem die United-Tamil-Association  an. Die jüngste Tänzerin hieß Saruya und ist gerade einmal acht Jahre alt. Die Frauen in ihren prachtvollen Gewändern präsentierten nicht nur traditionelle Tänze aus Sri Lanka, ein Teil von ihnen zeigte auch eine Art HipHop.

Natalie Kies stammt aus Polen – sie unterrichtet bei Mark Koll unter anderem Gesang und trat jetzt mit ihren tollen Liedern auf. Kraftvolle Klänge von weit her boten die Mitglieder des koreanischen Hanmaum Zen Zentrums an der Broicherdorfstraße mit ihren Trommeln und ihrem Gesang dar. Als Schotten verkleidet kam die Formation „Pipe & Drum“. Mit ihren Schottenröcken und den Dudelsäcken würde man kaum vermuten, dass sie aus Grevenbroich und Umgebung stammen. Sie kam beim Publikum ebenso gut an wie beispielsweise Kent Coda, eine türkischstämmige Popgruppe aus Köln.

Neben der Musik war das Speisenangebot international. Rainer Strauß, Vorsitzender der Kaarster Nepalinitiative, speiste portugiesisch, obwohl das Restaurant „Namaste“ aus Essen nepalesisch-tibetanische Spezialitäten anbot. „Ich werde mir aber eine Kiste nepalesisches Bier mitnehmen“, kündigte Strauss an. Uschi Baum, Vorsitzende der Flüchtlingshilfe Kaarst, hatte eine Erzählecke eingerichtet, wo sich jeder Besucher niederlassen konnte. Ahmad aus Syrien verriet dort, dass er noch etwas an der deutschen Sprache tun müsse und derzeit ein weiteres Praktikum absolviere. Der 40-Jährige möchte gerne als Fachinformatiker arbeiten. Worauf Uschi Baum nicht ohne Stolz hinwies: „Wir haben fast alle Familien in Wohnungen untergebracht sowie alle, die uns immer bei den Umzügen geholfen haben.“

Und die stellvertretende Bürgermeisterin hatte sich für das Fest „Viele Nationen – eine Stadt“ etwas Besonderes einfallen lassen, eine Visualisierung der Vielzahl der Länder, aus der die Menschen stammen: Jeder Besucher wurde gebeten, mittels eines Fähnchens ihr Heimatland auf einer Weltkarte zu markieren.

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