Büttgen: Abschied von der Elisabeth-Selbert-Realschule

Elisabeth-Selbert-Realschule in Büttgen : Zum Abschied eine Realschul-Zeitreise

Mit einer Ausstellung wird auf die 50-jährige Geschichte der Elisabeth-Selbert-Realschule zurückgeblickt.

Die Stimmung war eine Mischung aus Wehmut, Freude, Erinnern und Abschied: Das Treffen ehemaliger Lehrer der Elisabeth-Selbert-Realschule (ESR) im Büttger Rathaus zur Jubiläumsausstellung anlässlich des 50. Geburtstages „ihrer“ Schule hatte gleichzeitig den latenten Charakter eines Trauerfeier. Denn die Büttger ESR hat mit der Abschlussfeier am 29. Juni den letzten Jahrgang entlassen und geht in die Gesamtschule über, die sich seit vier Jahren unter demselben Dach befindet. Damit ist die ESR Geschichte – ihr Name verschwindet aus der Kaarster Schullandschaft. Nicht aber aus den Köpfen der im Ruhestand lebenden Pädagogen, die in Erinnerungen schwelgten.

Dazu trug die auf verschiedenen Schautafeln präsentierte Geschichte der Realschule in Form von Fotos, Zeitdokumenten und Zeitungsberichten entscheidend bei – Festakte, grünes Klassenzimmer, Austauschfahrten und unzählige Fotos waren penibel gesammelt und mit aktuellen Zeichnungen von Schülerinnen der AG Geschichte der Realschule liebevoll verschönert worden.

Daniel Wienold, ehemaliger Schulleiter der ESR und jetzt Leiter der Gesamtschule, zeichnet für die Ausstellung verantwortlich. „Über ein Jahr lang habe ich Material gesichtet, ein weiteres Jahr benötigten die Schülerinnen für die Fertigstellung“, erzählt er. Besonderes Schmankerl: eine Schulchronik des ersten Schulleiters Heinz Bücheleres. Der inzwischen 90-jährige steht als gut gelaunter Ehrengast inmitten seiner ehemaligen Kollegen. „1968 haben wir mit 79 Schülern und zwei Lehrern in der Pampusschule begonnen“, erinnert sich der Lehrer für Mathematik und Kunst. Die Schule wurde sehr schnell drei- und schlussendlich vierzügig, wobei viele Schüler auch aus Kleinenbroich anreisten.

Bereits 1970 erfolgte der Neubau an der Hubertusstraße. Das später 30 Lehrkräfte umfassende junge Kollegium hatte nur einen „Nachteil“: „Dauernd kam eine Lehrerin zu mir und berichtete von ihrer Schwangerschaft“, erinnert sich Heinz Bücheleres und schmunzelt – acht Wochen nach der Entbindung waren die Mütter aber wieder da. Auf seine Tätigkeit blickt Bücheleres mit Freude zurück, denn die Schülerzahlen blieben gleichbleibend auf hohem Niveau. „Das Kollegium leitete er mit Humor und straffer Hand. Wenn während einer Konferenz geschwätzt wurde, läutete er ein Glöckchen“, erzählt Renate Albeck (71), die  Deutsch und Französisch unterrichtete. Sie bedauert die Schließung der ESR: „An ihr hing mein Herz – die Schüler erhielten eine gute und brauchbare Ausbildung“, sagt sie. „Es war eben unsere Schule“, ergänzt Uta Breuer (78). Die Gesamtschule stufen sie eher als „unpersönlichen Massenbetrieb“ ein. Lehrer Heinrich Haufs (76) stimmt dem zu: „Den haben die Menschen ja so gewollt“, meint er mit einer Mischung aus Stolz und Wehmut. Für Inge Heil, früher Schulleiterin der ESR, ist aber vor allem entscheidend: „Wichtig ist, dass der Schulstandort Büttgen erhalten bleibt.“

Mehr von RP ONLINE