Quartiersinitiative Älterwerden in Büttgen ist gestartet

Quartiersinitiative : Senioren wollen Treffpunkt in Büttgen

In der Auftaktveranstaltung der Quartiersinitiative Älterwerden in Büttgen wurden zahlreiche Ideen gesammelt, die das Leben im Ortsteil Büttgen noch lebenswerter machen. So wünschen sich die Senioren mehr  Sonntags-Programm.

Eigentlich leben ältere Menschen gut und gerne in Büttgen. Aber die Auftaktveranstaltung zur Quartiersinitiative „Älterwerden in Büttgen“ unter Leitung von Bettina Kasche und Cordula Bohle vom Caritasverband des Rhein-Kreises-Neuss ließ sehr deutlich die Sorgen erkennen, die den Menschen in diesem Stadtteil unter den Nägeln brennen.

Denn 33 Prozent der dort lebenden Bürger sind älter als 60 Jahre – eine Herausforderung für die Zukunft, die die Caritas mit ihrem über zwei Jahre laufenden Projekt begleitet und unterstützt. „Uns ist es wichtig, bestehende Angebote und Dienste zu vernetzen und deutlich zu machen, was es bereits alles gibt“, erklärte Bettina Kasche. Was den wenigsten bewusst sei: Es sei bereits eine Seniorenberatung des Roten Kreuzes und eine Wohnberatung der Caritas vorhanden. Anderseits möchte man Menschen zusammenbringen, damit sie sich gegenseitig helfen – das gelang am Mittwochabend in der Pampusschule.

33 Personen an sechs Tischen sammelten und diskutierten engagiert Möglichkeiten, ihre Situation sowohl aktuell wie auch zukunftsträchtig zu gestalten. Zunächst kamen bei der Einstiegsfrage „Was macht Büttgen liebenswert?“ viele positive Antworten zusammen – dazu zählen ein intaktes Vereinsleben, Sportangebote, diverse generationsübergreifende Veranstaltungen, ein lebendiges kirchliches Gemeindeleben, gute Verkehrsanbindung und Nachbarschaft sowie die geographische Lage gepaart mit Naturnähe und ländlichem Charakter.

Bei der Diskussion um ein gutes Älterwerden und wie die Bürger selbst etwas dazu beitragen können, kristallisierten sich sechs Schwerpunkte heraus. Ganz oben auf der Wunschliste stand die Ansiedlung neuer Ärzte – hier riet die anwesende Beate Kopp (FDP) zur Gründung eines Initiativkreises, um den Druck auf die Politik deutlich zu erhöhen. Bezahlbarer und günstiger Wohnraum und eine Tauschbörse von großen gegen kleine Wohnungen oder Wohnen gegen Hilfe wurden ebenfalls gewünscht. Das Thema Pflege ist so umfangreich, dass es ein eigenes Feld darstellt – eine noch fehlende Tagespflege in Büttgen mit Ausdehnung über das Wochenende war nur ein Punkt. Zudem soll eine Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige in der Anfangsphase ins Leben gerufen werden. Für flexible Mobilität könnte ein Bürgerbus oder ein adäquater Hol- und Bringservice sorgen.

Unbedingt erforderlich: ein Bürgertreffpunkt in der Ortsmitte, um die Kommunikation untereinander hochzuhalten und Informationen zu Sachthemen auszutauschen. Hier kam bereits das Angebot einer musikalisch engagierten Dame, von einem Schifferklavier begleitete Singnachmittage mit altem deutschem Liedgut zu organisieren. Für eine geeignete Lokalität sei die Politik zuständig, war zu hören. Alles funktioniert nur mit Hilfe einer guten Vernetzung und Bündelung aller Informationen über eine entsprechende Plattform. Zur Vertiefung der Themen wird der Caritasverband zu weiteren Treffen einladen. In der Zwischenzeit könne jeder überlegen, wie er sich einbringen will, so Caritas-Mitarbeiterin Cordula Bohle.