Kaarst: Josef Karis kündigt "flammende Haushaltsrede" an

Ratssitzung am Donnerstag in Kaarst : Josef Karis kündigt „flammende Haushaltsrede“ an

In der letzten Ratssitzung des Jahres halten alle Fraktionen üblicherweise ihre Haushaltsreden. Am Donnerstag ist es wieder so weit: Ab 18 Uhr geht es im Clubraum 3 des Bürgerhauses wieder rund. Für Zündstoff könnte die Haushaltsrede von Josef Karis, Ratsmitglied der Freien Wähler-Gemeinschaft, sorgen.

Das 70-jährige Holzbüttgener Urgestein wird in seiner Rede, die unserer Redaktion vorab vorliegt, vor allem auf das Thema Klima eingehen. „Ich werde meine Ratskollegen aufwecken, denn so geht es nicht weiter“, kündigt er im Gespräch mit unserer Redaktion an. Karis will vor allem auf drei Punkte aufmerksam machen: Die CO2-Steuer, die Umstellung von Heizöl auf Gas und die Klimaauswirkungen von Windrädern.

Der FWG-Politiker will klar ansprechen, dass die CO2-Steuer, die er auch „Umweltsteuer“ nennt, den Menschen und nicht dem Klima schadet. „Hier werden unsere Bürgerinnen und Bürger wieder einmal kräftig zur Kasse gebeten. Es ist auch unsere Aufgabe im Rat der Stadt Kaarst, auf derartige Entwicklungen einzugehen und offenkundige Fehlentwicklungen zu kommentieren, wenn die Besteuerung unserer Bürger massiv angehoben wird und die erhofften Ziele nicht eintreten oder falsch definiert sind“, steht in der Rede geschrieben. Vortragen wird Karis sie allerdings nicht so nüchtern, wie sie geschrieben ist, sondern will „auf die Kacke hauen, egal, ob ich mich damit unbeliebt mache oder nicht“, wie er sagt.

Der langjährige Heizöl-Lieferant hält zudem den Umstieg von Öl zu Gas für ein fatales Signal. Bei der Nutzung von Gasanlagen werde Methan freigesetzt, das zu den Treibhausgasen gehört. „Betrachtet man ein einzelnes Methan-Molekül, hat es 25 Mal so starke Treibhauswirkung wie ein Kohlendioxid-Molekül. Ein Umstieg von Heizöl auf Gas macht also überhaupt keinen Sinn“, so Karis.

Auch bei der Nutzung erneuerbarer Energien hat der 70-Jährige eine klare Meinung. „Neben den bekannten negativen Wirkungen von Windrädern hat sich jetzt herausgestellt, dass beim Betrieb von Windrädern Chemikalien verwendet werden, die den Treibhauseffekt deutlich verstärken“, heißt es in seiner Rede. Und zur Elektromobilität will er Folgendes ausführen: „Elektromobilität stellt auch keine brauchbare Alternative zu den Verbrennungsmotoren dar, um die CO2-Bilanz weltweit verbessern zu können. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass purer Aktionismus in der Sache eher als kontraproduktiv für das weltweite Klima anzusehen ist.“ Karis fragt sich, wie die Einnahmen aus der CO2-Steuer verwendet werden. Die Ratssitzung wird somit sicher nicht uninteressant.