Bau macht Fortschritte: Eine Feuerwehr im Umbruch

Bau macht Fortschritte : Eine Feuerwehr im Umbruch

Von Carsten Sommerfeld

Von Carsten Sommerfeld

Die Betonfundamente sind gelegt, bei einem Teil des Gebäudes stehen die Mauern der ersten Etage, ebenso die Betonsäulen für die geräumige Fahrzeughalle: Der Bau der neuen Feuerwache für den Löschzug Kaarst macht Fortschritte. Der Bau der neuen Feuerwache macht Fortschritte, laut Feuerwehrchef Herbert Palmen soll der Rohbau im November stehen.

Doch weitere "Baustellen" stehen an: Noch fehlt in Kaarst - im Gegensatz zu anderen Städten - der Brandschutzbedarfsplan. Insgesamt befindet sich die Freiwillige Feuerwehr Kaarst derzeit im Umbruch. Eine Sorge wurde jetzt behoben: An einem der wichtigsten Fahrzeuge der Wehr nagte der Rost so stark, dass eine Sanierung nötig war.

Sichtlich zufrieden geht Herbert Palmen, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Kaarst, über die Baustelle an der Einmündung der Erftstraße in die Neersener Straße. "Der Neubau ist für uns ein riesiger Fortschritt", erklärt er.

Beim Rundgang entwirft er ein fertiges Bild der auf 1 200 Quadratmetern entstehenden Wache: hier die Fahrzeughalle mit Platz für acht Fahrzeuge und dahinterliegenden Werkstätten sowie einem Hochregallager, daneben der vieretagige Schlauchturm, dort im Obergeschoss der große Schulungsraum für rund 100 Personen. "Bislang haben wir lediglich in Büttgen einen wesentlich kleineren Schulungsraum."

Die bisherige Feuerwache in Kaarst platzt seit Jahren aus allen Nähten. Die neue - ohne Einrichtungskosten rund 3,7 Millionen Euro teure - Wache wurde konsequent für Einsatzbedingungen konzipiert. Die Wege der Feuerwehrräume bei Alarm zu den Spinden und dann zu den Fahrzeugen sind kurz und so angelegt, dass sich die Feuerwehrleute beim Ausrücken nicht in die Quere kommen. "Und wir sind wohl im Umkreis die einzige Wehr, die künftig über eine Laderampe verfügt. Damit können wir unseren Lastwagen schnell mit Rollcontainern be- und entladen.

Wegen des schlechten Wetters und Betriebsferien der Bauarbeiter hinken die Arbeiten zwar um drei Wochen hinter dem Zeitplan her, doch laut Palmen soll der Rohbau im November stehen. Auch wenn der Einzug erst für September 2005 geplant ist, der Ausblick auf die neue Unterkunft motiviert, spornt die Feuerwehrleute an. Klar, dass sie ihren "Floriansraum", wo sie sich abends treffen können, selbst gestalten, auch andere Arbeiten am Bau in Eigenleistung übernehmen. "Wir sind eine kleine, aber feine Wehr", so Palmen, "auch wenn eine Feuerwehr nie ganz zufrieden ist."

So muss - gesetzlich vorgeschrieben - die Stadt einen Brandschutzbedarfsplan aufstellen, in dem etwa Schutzziele und das Investitionsprogramm dargestellt werden. Andere Städte wie Dormagen und Grevenbroich haben bereits einen solchen Plan. In Kaarst fehlte laut Palmen bislang das Geld, nun sollen für 2005 Finanzmittel eingeplant werden: "Eine Firma analysiert den Ist-Zustand, die Feuerwehr übernimmt dann die künftige Konzeption." Dazu gehört auch das Fahrzeugkonzept "Wir denken daran, künftig die beiden Löschzüge mit einheitlichen Löschgruppenfahrzeugen auszustatten." So müssen sich Feuerwehrleute nicht an eine andere Technik gewöhnen. Ein älteres Löschfahrzeug soll der Jugendfeuer zur Verfügung gestellt werden.

Mit dem Fahrzeugpark ist Palmen zufrieden. Und auch das 17 Jahre alte Kaarster Löschgruppenfahrzeug, das meistens als erstes zu Einsätzen ausrückt, ist kein "Sorgenkind" mehr. Tragende Teile waren vom Rost befallen, und der Löschwasertank leckte. "Zuletzt mussten wir alle zwei Tage Wasser nachfüllen." Für 21 000 Euro wurde der Wagen grundsaniert, fiel bis vorige Woche aus. "Zum Glück hat uns die Feuerwehr Meerbusch kostenlos ein älteres Löschfahrzeug geliehen."

Nun will die Wehr ihre Fahrzeuge mit ihrer Internetadresse (www.feuerwehr-kaarst.de) versehen -Öffentlichkeitsarbeit ist Trumpf: "Es wird immer schwerer, Menschen für die Feuerwehr zu gewinnen", sagt Palmen. Zum Glück sei die Jugendfeuerwehr auf 27 Jungen und Mädchen angewachsen. Auch weitere Feuerwehrfrauen - derzeit sind drei bei den Aktive - sind gern gesehen. Der Raum für sie in der neuen Wache wurde bereits für Verstärkung ausgelegt.

(NGZ)