Die Vielfalt ist Programm: Ein Fest der Völkerverständigung

Die Vielfalt ist Programm : Ein Fest der Völkerverständigung

Von Carsten Sommerfeld Französischer Wein und deutscher Zwiebelkuchen, afrikanische Trommelmusik und orientalische Tänze - die Vielfalt ist Programm: Am kommenden Sonntag wird sich von 11 bis 17 Uhr der Platz vor dem Kaarster Rathaus beim Stadtfest "Viele Nationen eine Stadt" in einen Markt der Kulturen verwandeln.

Von Carsten Sommerfeld Französischer Wein und deutscher Zwiebelkuchen, afrikanische Trommelmusik und orientalische Tänze - die Vielfalt ist Programm: Am kommenden Sonntag wird sich von 11 bis 17 Uhr der Platz vor dem Kaarster Rathaus beim Stadtfest "Viele Nationen eine Stadt" in einen Markt der Kulturen verwandeln.

"Wir wollen zeigen, dass Kaarst eine weltoffene Stadt mit vielen Kulturen ist. ,Viele Nationen eine Stadt' ist genauso wichtig wie das Stadtfest ,Kaarst Total'", erklärte Bürgermeister Franz-Josef Moormann an, der zusammen mit Vertretern etlicher Gruppen und Organisationen das Programm vorstellte. "Das wird ein großes Fest der Völkerverständigung", ergänzt Erster Beigeordneter Dieter Vogt zur mittlerweile elften Auflage. 2003 war eine Pause eingelegt worden, um dieses Jahr mit einem großen Event aufwarten zu können.

"Als wir 1992 dieses Stadtfest zum ersten Mal ausrichteten, waren wir die einzigen im Kreis, andere Kommunen folgten erst später", so Vogt. "Etwa zeitgleich hatten wir einen Ausländerbeirat eingerichtet, den wir nach zwei Jahren im Einvernehmen wieder aufgelöst haben." Das Stadtfest habe sich in Kaarst als geeigneterer für die Integration erwiesen. Lebensfroh feiern und sich dabei zwanglos kennen lernen lautet die Devise. Menschen aus 96 Nationen leben in Kaarst, rund jeder Zwölfte in der Stadt hat einen ausländischen Pass.

Alle diese Kulturen hat Martina Bläser, die im Bereich Jugend und Familie Rathaus die Fäden in der Hand hält, nicht zusammen gebracht, aber die Vielzahl der Mitveranstalter ist beeindruckend. "Wir haben Wert darauf gelegt, viele Gruppen, Vereine und Organisationen ins Boot zu holen", so Bläser. Gefeiert wird nicht nur vor dem Rathaus: Sozusagen "non stop" läuft von 11 bis 17 Uhr in der Rathaus-Galerie ein von dem Journalisten Andreas Vollmert moderiertes Bühnenprogramm - die Bandbreite reicht von persischer klassischer Musik bis Square Dance, von Samba bis zum griechischen Tanz. Für mehr als einen Hauch von Exotik sorgen Kyere Buster und seine Kollegen von der Gruppe "Bibiba" auf ihren afrikanischen Trommeln.

Die Tanzgruppe "El Sarab" der SG Kaarst präsentiert orientalische Tänze in farbenprächtigen, zum Teil selbst genähten Kostümen. Folkloretanzlehrerin Inge Fischer, schon beim ersten Stadtfest dabei, hat eine höfische Tanzgruppe aus Garath gewinnen können. Eine Neuerung: Auf dem Markt ist reichlich Straßenmusik zu hören - eine brasilianische und eine bosnische Tanzgruppe, eine Andenkapelle und eine Sambagruppe ziehen umher, auch ein Didgeridoo ifehlt nicht. Auf dem Rathausplatz reihen sich die Stände mit Körben aus Ghana, selbstgestickten T-Shirts und anderem aneinander.

An Infoständen können sich die Besucher etwa über die der Kaarster Nepal-Initiative, die vom Gemüseanbau bis zur Rettungshundestaffel Projekte im fünftärmsten Land der Erde unterstützt, über die Arbeit des Arbeitskreises Tschernobylhilfe und von Amnesty International oder über Schüleraustausch-Projekte informieren. Mit frischen Waffeln wollen Volkshochschule und Arbeitskreis Asyl auf das "Café international" aufmerksam machen. Das ist beileibe aber nicht die einzige Leckerei: Iranische, türkische, portugiesische und griechische Spezialitäten warten auf die Besucher, Camil Vrazalica vom Bosnien-Herzegowina-Verein kündigt Gegrilltes und Weine vom Balkan an.

Mehrere Kaarster Schulen machen mit. Die Boule-Abteilung des TC Vorster Wald stellt das in Frankreich beliebte Spiel vor. Erstmals beim Stadtfest dabei ist der Partnerschaftsverein Kaarst - La Madelein, an dessen Stand es französischen Wein und deutschen Zwiebelkuchen zu kosten gibt. Auch auf die Kinder warten viele Aktionen - vom Zöpfeflechten über Jonglage und Straßenmalerei bis hin zu Origami mit dem Japanischen Club aus Düsseldorf.

(NGZ)