Bürgermeisterkandidat der SPD: Gesellschaft etwas geben

Bürgermeisterkandidat der SPD : Gesellschaft etwas geben

Sein Ziel mag sich bescheiden anhören, doch Rolf Rottländer ist zuversichtlich, es tatsächlich zu packen: "Ich möchte einen zweiten Wahlgang erzwingen", sagt der Bürgermeister-Kandidat der Kaarster Sozialdemokraten und damit erster Herausforderer von Amtsinhaber Franz-Josef Moormann.

Sollte er eine Stichwahl erreichen, fühlte er sich als "kleiner Sieger". Rottländer ist aber auch Realist: "Ich werde sicher nicht der Erstplatzierte sein." Der SPD-Mann rechnet sich in der CDU-Hochburg Kaarst rund 30 Prozent der Stimmen aus. Im Wahlkampf habe er durchaus eine positive Stimmung verspürt. "Viele gestandene CDU-Wähler sind auf mich zugekommen und haben mir versichert, mich wählen zu wollen", sagt Rottländer.

Erst Donnerstagmorgen hat er auf dem Markt in Vorst Wahlkampf gemacht. Dabei wurde er ein nasses Opfer des anhaltenden Regens. Dennoch: Der Wettbewerb der Personen und Ideen hat ihm Spaß gemacht. Nur einmal sei er von einer Frau übel beschimpft worden. Die habe er auch nicht mehr beruhigen können. Das Verhältnis zum politischen Gegener beschreibt er als fair, beinahe sogar freundschaftlich.

Ungeachtet der sachlichen Auseinandersetzungen, stimme das persönliche Verhältnis. Daher sei es nichts Ungewöhnliches, wenn die Parteien sich gegenseitig an den Wahlkampfständen besuchten. Dennoch sind die Positionen der unterschiedlichen Richtungen für Rottländer nicht austauschbar. Der studierte Marketing-Experte und Industrie-Elektroniker hat früh seine Eltern verloren und ist bei seiner Tante in Kaarst aufgewachsen. "Ich habe durch den Staat viel Unterstützung erfahren, als es mir nicht so gut ging", erläutert der Sozialdemokrat.

Jetzt wolle er der Gesellschaft wieder etwas von dem zurückgeben, was er von ihr erhalten habe. Rottländer zählt dazu insbesondere seine Möglichkeit, über den zweiten Bildungsweg studieren zu können. Für den 1943 in Düsseldorf geborenen war klar, dass er sein Engagement in der SPD suchen würde. Ob er Bürgermeister wird, haben jetzt die Kaarster zu entscheiden. Gr.

(NGZ)