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Kaarst: Die treuesten Mitglieder im VfR

Kaarst : Die treuesten Mitglieder im VfR

Peter Klitzen, Heinz Hambloch und Herbert Sandkaulen haben mehr als die Hälfte der bald 100-jährigen Vereinsgeschichte geprägt. Gemeinsam mit weiteren langjährigen Mitgliedern wurden die drei jetzt ausgezeichnet.

Der VfR Büttgen hat 20 Jubilare unter seinen Mitgliedern geehrt. Viele sind seit Kindesbeinen dem Verein treugeblieben. Zwei Urgesteine des Clubs haben drei Viertel der bald 100-jährigen Vereinsgeschichte mitgeprägt. Peter Klitzen wurde nicht nur vom VfR mit einer goldenen Nadel ausgezeichnet, sondern erhielt vom Kreissportbund die Ehrennadel in Gold mit Stein. Klitzen trat vor 75 Jahren dem damals noch reinen Fußballclub Büttgens bei.

Als 13-Jähriger kickte er das erste Mal in der Jugend, und mit 38 Jahren war er noch fit genug für die erste Mannschaft. Eine Karikatur der ersten Elf des Vereins aus der Saison 1947/48 zeigt auch Klitzen. Als linker Läufer gewann er damals mit seinen Kameraden den Kreismeistertitel. In seiner aktiven Zeit schoss der heute 90-Jährige viele Tore.

"Meine wichtigsten Tore machte ich aber mit 38 Jahren. Das Team brauchte für ein Spiel noch einen elften Mann. Ich fuhr mit, schoss drei Tore und half damit, dass Büttgen nicht abgestiegen ist", erzählt Klitzen. Später wurde er Fußballobmann im Verband, im Jahr 1972 gründete er die Basketballabteilung im Club. Zwölf Jahre führte er sie. In dieser Zeit schafften die Damen den Aufstieg in die Bundesliga. "Weil wir dafür kein Geld hatten, verzichteten wir auf die Teilnahme", erinnert er sich.

Die aktive Laufbahn von Heinz Hambloch war sehr kurz. Vor 60 Jahren trat er als 13-Jähriger in den VfR Büttgen ein, um Fußball zu spielen. "Lehrer Eggert hat damals mit uns Jungens Fußball gespielt. Er kaufte mir eine Torwartmontur. Weil ich mit zusammengeklebten Schuhen spielte, schenkte mir später der Vater von Berti Vogts meine ersten Fußballschuhe", sagt der 73-Jährige.

Weil er aber mit 13 Jahren bei einem Metzger eine Lehre anfing, wollte seine Mutter nicht, dass er nebenbei noch Fußball spielt. Obwohl er nicht wieder aktiv wurde oder ehrenamtliche Aufgaben übernahm, hat er seine Mitgliedschaft nie gekündigt. "Der Verein hat mir als Kind so viel gegeben, deswegen bin ich ihm bis heute treu geblieben", sagt Hambloch.

Herbert Sandkaulen war bis 2007 noch als Zweiter Vorsitzender der Fußballabteilung tätig, ehe er Geschäftsführer im Stadtsportverband wurde. Vor 60 Jahren lockte auch ihn das Kicken in den Verein. Später folgte eine lange Karriere in den Gremien des Clubs. 32 Jahre war er alleine Jugendgeschäftsführer und Betreuer der Nachwuchsmannschaften. Unter seine Fittiche nahm er unter anderem den späteren Zweitligaspieler Sven Schuchardt. "Als Sven mal vom DFB gefragt wurde, wer ihn in seiner Jugend besonders betreut hatte, nannte er mich", erzählt Sandkaulen. Dafür erhielt der Verein vom DFB eine Prämie und Sandkaulen eine Einladung zum Länderspiel Deutschland gegen Schweiz in Kaiserslautern. Dort saß er auf der Tribüne in einer Reihe mit Legende Fritz Walter. Heute ist Herbert Sandkaulen noch Gast bei allen Heimspielen des VfR.

(NGZ/rl)