Hückeswagener Weltreisende Sina Schubert und Carsten Konsen wieder auf Tour

Tagebuch : Eine Hochzeit und ein Familienurlaub im Bus

Die Hückeswagener Carsten Konsen und Sina Schubert erkunden seit eineinhalb Jahren die Welt und berichten davon in einem Tagebuch.

Gefühlt hatten wir uns gerade erst wieder in unserem Bus und an der Algarve eingelebt, da kamen schon die ersten schönen Termine des Jahres um die Ecke. Nachdem meine Eltern uns Ende März für fünf Tage in Portugal besucht hatten und erstmals sehen und erfahren konnten, warum es uns dieses Jahr wieder für so lange Zeit hierher zog, standen schon die nächsten Ereignisse an. Denn Mitte April heiratete mein Cousin Michael Konsen. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und hatten uns daher schon zu Jahresbeginn die passenden Flugtickets besorgt. Allerdings für getrennte Hinflüge an unterschiedlichen Daten. Denn als Trauzeuge hatte ich natürlich noch andere Verpflichtungen zu erfüllen. Daher startete mein Flug vor dem von Sina.

Kurz nach der Landung stand der Junggesellenabschied an, und ich war froh, dass ich alles aus der Ferne hatte planen und in die Wege leiten können. Für ein Wochenende ging es mit 16 Mann ins sonnige Winterberg. Nach der Rückkehr und einem Tag Erholung standen auch schon die finalen Hochzeitsvorbereitungen an.

Sina war währenddessen in Portugal geblieben. Nach kurzer Zeit alleine im Bus hatte sie mich bereits durch einen anderen ersetzt – blond, blaue Augen, süßes Grinsen, aber klein und noch relativ unbeholfen. Trotzdem durften Sinas zweijähriger Neffe Michel und ihre Schwester Eileen auf meiner Seite des Bettes schlafen und die von mir hinterlassene Lücke füllen.

Sina Schubert genoss zusammen mit ihrer Schwester Eileen und ihrem Neffen Michel (2) den gemeinsamen Famillienurlaub an der portugiesischen Felsenküste. Foto: Sina Schubert

Es dauerte nicht lange, bis die beiden sich in der neuen Umgebung eingefunden hatten und Spaß am aufregenden Leben im Bus fanden. Der Auf- und Abbau des Bettes wurde für Michel jeden Tag zum Erlebnis, und auch das Auffüllen des Wassertanks war spannend. Sogar das Einschlafen im Bus ging teilweise unkomplizierter als Zuhause. Die gemeinsame Zeit im Bus verging somit wie im Flug. Ein Ausflug an die Westküste, Trips an die schönsten Strände der Algarve, Nachmittage auf Picknick- und Spielplätzen und ein Abendessen in unserer Lieblings-Pizzeria standen auf dem Programm. Auch wenn das Wetter nicht immer perfekt war, konnten die Drei doch ihre gemeinsame Zeit im Campervan voll genießen und meine Abwesenheit durchaus vergessen machen.

Pünktlich zur Hochzeit und Michels Geburtstag stand der Rückflug nach Deutschland an. Ich war erstaunt, wie sehr ich Sina nach so kurzer Zeit schon vermisste. Aber wenn man es gewohnt ist, 24 Stunden am Tag gemeinsam auf vier bis fünf Quadratmetern zu verbringen, dann ist das wohl doch nicht so verwunderlich.

Sina Schubert bei der Handarbeit unter freiem Himmel in Mitten der Natur. Mit dem verkauf der Obstnetze verdienen sich die beiden Hückeswagener etwas dazu. Foto: Sina Schubert

Die Hochzeit von Michael und Eva Konsen wartete auf uns. Und schon beim Standesamt wurden wir mit Hasenohren und Ostereiern vom Bürgermeister überrascht, denn es war der Tag, an dem die Mitarbeiter der Stadtverwaltung wegen der verlorenen Wette zur Aktion „Saubere Stadt“ mit eben diesen Plüschohren arbeiten mussten. Die kirchliche Trauung stand dem in nichts nach, und wir verbrachten einen wunderbaren Tag bei Traumwetter und mit Freunden und Familie. Die Hochzeit war die Reise wert, und es war schön, mal wieder in der Heimat gewesen zu sein.

Nun sind wir zurück im Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina an der Algarve (s. Info-Kasten), wo uns bereits der nächste Besuch erwartet. Freunde, die wir im vergangenen Jahr hier kennenlernten, sind für eine Woche Surfurlaub angereist. Also ziehen wir derzeit gemeinsam von Strand zu Strand auf der Suche nach guten Wellen. Da ist es gar nicht so einfach, die Arbeit nicht aus den Augen zu verlieren. Sina hat diese Woche einen Berg an Obstnetzen zu knüpfen, und auch ich muss mich bei einem größeren Projekt ranhalten. Trotzdem genießen wir die gemeinsame Zeit und freuen uns schon auf die nächsten Wochen. Denn schon bald geht es für uns weiter Richtung Norden.

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