Beim ersten Liga-Event segelt Juniorenteam der SVWu ins Mittelfeld

Segeln: Junioren-Liga und Landesmeisterschaft NRW : Aus dem Stand zweitbestes NRW-Team

Die an der Bever-Talsperre beheimateten Junioren der Seglervereinigung Wuppertal waren auf dem Starnberger See aktiv. Familiencrew aus Remscheid auf Platz drei bei der der Landesmeisterschaft.

Das Junioren-Segelteam der Seglervereinigung Wuppertal (SVWu) hat sich beim ersten Liga-Event der Deutschen Junioren-Segel-Liga auf dem Starnberger See wacker geschlagen. Ohne überhaupt einmal zusammen auf der J 70 trainiert zu haben, segelten die Junioren der SVWu bei ihrem ersten Start in dieser bundesdeutschen Liga auf einen 13. Platz von insgesamt 24 Teilnehmern. Die SVWu-Crew war damit zweitbestes NRW-Team beim Liga-Start.

Meike (Steuerfrau) und Maren (Taktikerin) Roos sowie Cousin Aron Roos (Vorschiff) und Melvin Hartmann (Trimmer-Position für Fock und Gennaker) waren erst am Freitagnachmittag aus dem Bergischen Land Richtung Bayern losgefahren. Zu dieser Zeit hatten die Teams die Gelegenheit zum Training. „Das ging bei uns leider nicht: Studium und Beruf gehen nun einmal vor“, so Maren Roos. Während Maren und Meike regelmäßig mit dem SVWu-Bundesligateam trainieren, kommen ihre Klubkameraden Melvin Hartmann aus der 420er- und Aron Roos aus der Laser-Klasse. Trotz harter Bedingungen – stürmische und regnerische Bedingungen am Samstag, deutlich weniger Wind, aber nur 5 Grad und Regen am Sonntag – fanden sie sich schnell als Team. „Die Stimmung war gut, wir hatten alle Spaß“, so Maren Roos.

Die beiden Crews des SVWu: Jörg Wierz, Kirsten Roos, Steffi Burkhardt, Alexander Heinz, Karin Görike, Dagmar Heinz (hinten, von links), Regina Schneider und Joachim Heinz nahmen an der Landesmeisterschaft der J 70-Klasse auf dem Möhnesee teil. Foto: Roos

Am ersten Tag wurden sieben Flights gesegelt. Da belegte das SVWu-Team Rang 12, nach dem zweiten Tag belegten sie im Endresultat Rang 13. „Das ist ein Ergebnis, auf dem wir aufbauen können“, so die Taktikerin von der Bever-Talsperre. „Wir hoffen, dass sich das Juniorenteam im Laufe der Serie weiter steigern kann.“ Wobei der nächste „Spieltag“ während der Travemünder Woche im Juli für die Junioren stattfindet. Daran nehmen die Wuppertaler aber wohl nicht teil. Denn mit mehreren Teams starten sie bei der parallel stattfindenden Deutschen Meisterschaft der 505er in der Lübecker Bucht.

Zwei weitere J 70-Teams der Seglervereinigung Wuppertal waren am Möhnesee am Start: Dort fand die Landesmeisterschaft dieser jungen Klasse statt. Beide Schiffe mit erfahrenen Seglern besetzt, aber erstmals, bis auf ein bis zwei Trainingseinheiten, in dieser Zusammenstellung auf der J70-Regatta zusammen: Einmal die Familiencrew Heinz: Steuerfrau Dagmar mit Ehemann Joachim und Sohn Alexander sowie Schwester Karin Göricke sowie Kirsten Roos als Steuerfrau des zweiten Bootes mit Regina Schneider, Stephanie Burkhardt und Jörg Wierz. Die beiden Frauen waren absolute Regattaneulinge, die sich „tapfer geschlagen haben“ (Roos). Da spiele der zwölfte Platz von 14 gestarteten Boote keine Rolle. Besser lief’s da schon bei der Familiencrew: Dagmar Heinz steuerte auf einen dritten Platz, obwohl die sechste Wettfahrt mit einem achten Platz ein wenig daneben ging und zum Streicher führte.

Die Heinz-Familie hat in dieser Form noch nie zusammengesegelt. Aber alles sind erfahrene Segler, so dass es im Grobbereich keine Abstimmungsprobleme gab. „Es war aber schon anspruchsvoll“, sagte Joachim Heinz. Dagmar Heinz saß, bis auf Trainingsregatten auf der Bever, noch bei keiner Wettfahrt am Ruder dieser Klasse. „Aber die Stimmung war gut“, so Joachim Heinz. Er selbst hat schon drei Jahres Segelbundesliga-Erfahrung: Er segelte in Duisburg in einer Crew der zweiten Liga, stieg aber nicht mit ein ins aktuelle Bundesligateam der SVWu, hat das Team jedoch bei der Vorbereitung auf der Bevber unterstützt.

Sechs Wettfahrten an zwei Tagen – am Samstag bei drei bis vier Windstärken, am Sonntag bei ein bis zwei – war für die zusammengewürfelten Beverteams dann doch kräftemäßig eine Herausforderung. Steuerfrau Dagmar Heinz machte jedenfalls ihrer Schwester Karin mit einem Race-Sieg auch ein schönes Geburtstagsgeschenk. Ob die Familiencrew aus Remscheid weiter so zusammenbleibt, ist derzeit offen.

Zufrieden war letztlich auch Kirsten Roos, die eigentlich mehr als Teammanagerin der Bundesligacrew der SVWu fungiert. Wie die Heinz-Crew ist auch ihre Mannschaft mit einer gecharteten J-70-Yacht mit „uralten Segeln“ (Heinz) unterwegs gewesen. „Wir mischen unsere Crews: Wer Zeit hat, der segelt eben.“ Und es scheint, dass auch der Nachwuchs langsam Interesse an dieser Mannschafts-Bootsklasse findet.

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