Hückeswagener Grundschüler erleben den Wald mit allen Sinnen

Waldjugendspiele in Hückeswagen : Schüler erleben Wald mit allen Sinnen

160 Grund- und Sonderschüler sammeln Punkte bei der Erforschung des Waldes und bestimmen Tiere und Bäume bei den Waldjugendspielen.

Aus dem Unterholz schaut ein Dachs heraus, auf dem Hügel steht ein Waschbär – und im Gras sitzen Hase und Fuchs einträchtig nebeneinander. So viele Waldtiere, die sich zudem auch noch problemlos streicheln lassen, hatten die Schüler am Donnerstag im Wald nahe der Karquelle nicht erwartet. Bei den Waldjugendspielen – einer Gemeinschaftsinitiative der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW und dem Regionalforstamt Bergisches Land – hat die „Rollende Waldschule“ des Hegerings Hückeswagen eine der zwölf Stationen mit ihren Tierpräparaten bestückt.

„Die Tier-Station ist sehr interessant“, sagt der neunjährige Paul. Besonders das Erraten der Tiere und die Informationen über deren Lebensgewohnheiten, die Jäger Ferdinand Rockholtz beisteuert, seien spannend.

Jedes Jahr sind die Grundschüler der vierten Schuljahre sowie die Schüler der Erich-Kästner-Schüler zu den Waldjugendspielen eingeladen, so auch am Donnerstagvormittag. In kleinen Gruppen absolvieren sie die Aufgaben an den zwölf Station, die entlang der Wuppervorsperre und dem darüber liegenden Wald einen Rund-Parcours ergeben. Zu den Aufgaben zählen unter anderem das Zuordnen der Tierfamilien, ein Holzpuzzle nach Größe aufzufädeln oder am Stand des Wupperverbands die unterschiedlichen Waldbodenschichten zu erkennen. Die Schüler lernen dabei spielerisch die Natur und deren Nutzen kennen. Für jede erfolgreich absolvierte Gruppenaufgabe erhalten sie Punkte.

Die Betreuer der Stationen stellen schnell fest, dass sich die Hückeswagener Kinder gut mit dem heimischen Wald auskennen. „Manche Kinder sind recht fit, was die Natur angeht“, sagt Hermann Janßen von der Rollenden Waldschule. Unterschiede gebe es bei Schülern, die aus der Großstadt zugezogen sind. „Die kennen oft keinen Baum mit Namen“, fügt Janßen hinzu. Nach Baumsorten fragt Waldpädagoge Dirk Schröder an der übernächsten Station. Buche, Eiche und Ahorn gilt es zu erraten. Auch diese Aufgabe meisten die Viertklässler mit Bravour. Am Ende verrät Dirk Schröder, wie sich aus einem großen Ahornblatt ein kleiner Feenstaub-Korb falten lässt. Das wollen nicht nur die Mädchen, sondern auch die Jungen gleich ausprobieren.

Mit allen Sinnen erkunden die Kinder den Wald in einem Steinbruch abseits des Weges. Nachdem sich die Schülergruppe einen gemütlichen Platz gesucht hat, horcht, fühlt und riecht sie eine halbe Minute lang den Wald. „Ich habe Blätterrascheln, Vogelzwitschern und einen abknickenden Ast gehört“, berichtet Johannes von der Löwen-Grundschule. Seine Klassenkameraden haben den Wind gespürt, die Erde gerochen und sogar innere Ruhe empfunden. „Die Kinder finden die Waldspiele cool, und sie sind sehr ehrgeizig“, sagt Referendarin Sabrina Annis, die eine neunköpfige Gruppe über den Parcours begleitet.

Elke Gregory vom Regionalforstamt Bergisches Land beobachtet den Verlauf der Waldjugendspiele und freut sich über die fröhlichen Kindergesichter: „Die meisten Schüler sind sehr interessiert, engagiert und eifrig bei der Sache.“

Nach drei Stunden treffen sich die Teilnehmer am Sportplatz zur Siegerehrung mit Bürgermeister Dietmar Persian, Vize-Landrat Prof. Friedrich Wilke und mehreren Vertretern des Regionalforstamtes. Die Schüler erhalten für ihre Teilnahme kleine Präsente und Urkunden. Mit der Verlosung des Hauptpreises geht für die Schüler die lehrreiche und abwechslungsreiche Waldexkursion zu Ende. Die Klasse 4b der Grundschule Wiehagen gewinnt schließlich ein Tierpräparat.

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