Hückeswagen: 50 Lesetüten für die Erstklässler

GGS Wiehagen in Hückeswagen : 50 Lesetüten für die Erstklässler

Drittklässler der GGS Wiehagen überreichen ihren Patenkindern etwas zum Lesen.

In einem Augenblick ist es Donnerstagmorgen in der Eingangshalle der GGS Wiehagen an der Blumenstraße ganz ruhig, im nächsten Moment wuseln knapp 100 Kinder munter durcheinanderschnatternd umher. Es ist aber nicht die große Pause angebrochen, denn neben mehreren Lehrerinnen, darunter auch Schulleiterin Claudia Paradies, sind auch Melanie Wiegold und Debbie Heits von der Bergischen Buchhandlung nach Wiehagen gekommen. Schon seit mehreren Jahren spendet die Buchhandlung zum Schuljahresbeginn an die neuen Erstklässler kleine Lesetüten. Überreicht werden die kleinen Tüten mit einigem Lesestoff für die Erstklässler von den Patenkindern aus den dritten Klassen.

Leseförderung wird an der GGS in Wiehagen sprichwörtlich großgeschrieben, wie auch Lehrerin Melanie Pesch betont. „Zusammen mit der Kollegin Christiane Höhfeld-Tietz kümmere ich mich um unsere Schulbücherei. Zweimal in der Woche gibt es das Angebot der Büchereipause“, sagt Melanie Pesch. Dann können die Kinder in der Pause in die Bücherei kommen, sich etwas zum Schmökern aussuchen oder auch die Pause mit Lesen verbringen. „Das Angebot wird besonders im Winter sehr gut angenommen. Wir gehen auch mit den Klassen oft in die Bücherei“, sagt Melanie Pesch.

Auch sonst stünden das Lesen und die Leseförderung im Schulbetrieb weit oben. „Das wird bei uns ganz klar als Schulauftrag gesehen“, betont Melanie Pesch. Einmal im Monat gebe es ein Vorleseangebot, bei dem „Leseeltern“ in die Schule kämen und den Kindern aus neuen Büchern vorlesen. „Wir lesen aber auch sehr viel im Unterricht, und die Schule nimmt am Programm Lepion teil – das ist das Kürzel für Lese-Piraten-Online“, sagt Melanie Pesch. Da würden die Kinder für fleißiges Lesen mit Urkunden und anderen Kleinigkeiten belohnt.

Ein weiteres Angebot richte sich vor allem an die eher schüchternen Kinder, die nicht so gerne laut vorlesen. „Diese Kinder können einen sogenannten Lesekumpel mitbringen. Das kann ein Stofftier sein“, sagt die Lehrerin. Diesem Stofftier könne das Kind dann laut vorlesen, auf diese Weise könne es eventuell vorhandene Hemmungen ganz einfach ablegen. „Wir sind in Sachen Leseförderung wirklich sehr breit aufgestellt – und sehen auch entsprechende Fortschritte bei den Kindern“, sagt Schulleiterin Claudia Paradies.

Und wenn man die große Freude der Erstklässler über die Lesetüten sieht, dann glaubt man das direkt. Die Schule würde damit vor allem einer leider nicht von der Hand zu weisenden Tendenz entgegenwirken wollen, wie Melanie Pesch sagt. „Es ist schon so, dass wir mitbekommen, dass die Kinder zu Hause weniger lesen oder vorgelesen bekommen. Da wollen wir natürlich gegensteuern.“ Etwa mit Aktionen wie den Lesetüten zum Schuljahresbeginn.

(wow)
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