Hückeswagen: Sechs Umzüge in 60 Ehejahren

Diamantene Hochzeit in Hückeswagen : Sechs Umzüge in 60 Ehejahren

Ein bewegtes Leben hat das Ehepaar Rudolf und Edeltraud Dronia hinter sich, das seit 14 Jahren in Hückeswagen lebt und Diamantene Hochzeit feiern kann. Aus der Ehe sind ein Sohn, zwei Töchter und neun Enkel entstanden.

Ein großes Familienbild mit allen Kindern und Enkeln hängt im Wohnzimmer von Rudolf und Edeltraud Dronia. Die Familie steht für das Paar, das heute seine Diamanthochzeit feiert, auch nach 60 Ehejahren an oberster Stelle. „Mein Mann hat schon immer mitgeholfen, die Kleinkinder zu füttern oder ist einkaufen gegangen“, erinnert sich die 81-Jährige an die Familiengründung. Die Kinder waren auch der Grund, warum das Paar aus Mönchengladbach heute im Bergischen Land eine neue Heimat gefunden hat. In der Nähe der Tochter zu sein, habe 2005 den Ausschlag dazu gegeben, in die Schloss-Stadt zu ziehen. „Wir wollten unsere Tochter mit ihren vier Kindern unterstützen“, sagt Edeltraud Dronia. Doch so langsam wendet sich das Blatt: Krankheitsbedingt sind die Eheleute heute teilweise selbst auf Hilfe angewiesen. Am meisten beeinträchtigen die Herz-OP der 81-Jährigen und die eingeschränkte Gehfähigkeit des 88-Jährigen den Alltag – und das, obwohl Wandern immer eine große Leidenschaft des Ehepaars gewesen war. Die Berge hatten es ihnen angetan: „Wir haben viele Wanderurlaube in Österreich, der Schweiz, im Schwarzwald und im Bayerischen Wald verbracht“, erinnert sich der Bundesbankbeamte. Flugreisen nach Mallorca, Gran Canaria und Rhodos zählen ebenso zu den schönen Reise-Erlebnissen.

Kochen ist bis heute eine große Leidenschaft von Edeltraud Dronia. „Meine Frau kocht sehr gut“, lobt ihr Ehemann. Sehr gerne denkt Rudolf Dronia an die Zeit zurück, als er Schriftführer des erfolgreichen Handballvereins VfL Gummersbach war. Heiner Brand, ehemaliger Handballspieler beim VfL und späterer Bundestrainer der Deutschen Handballnationalmannschaft, war gern gesehener Gast im Hause Dronia. „Mit der Mannschaft bin ich bis nach Budapest, Moskau, Prag, Danzig, München und Japan gereist“, berichtet der 88-Jährige. Seine Ehefrau kann diese Begeisterung nicht so ganz teilen. „Ich war mit den Kindern dann oft allein zu Hause“, sagt die heute 81-Jährige, die mit der Geburt des ersten Kindes ihren Beruf aufgegeben hatte.

Kennengelernt hat sich das Paar durch die Verkupplung einer Arbeitskollegin. „Wir haben beide bei der Landeszentralbank gearbeitet – mein Mann in Mönchengladbach, ich in der Filiale in Rheydt“, erzählt Edeltraud Dronia. Nach einem gemeinsamen Kirmesbesuch mit den Bank-Kollegen habe sie zu ihrer Mutter gesagt: „Nie im Leben heirate ich einen Beamten.“ Gefunkt hatte es dann trotzdem. „Eineinhalb Jahre nach unserem Kennenlernen mussten wir heiraten“, sagt die Jubilarin und lacht. Grund war keine Schwangerschaft, sondern das Angebot einer Wohnung von der Bank. „So schnell hätten wir nicht geheiratet, aber sonst hätten wir die Wohnung nicht bekommen“, fügt ihr Ehemann erklärend hinzu. Den Heiratsantrag erhielt Edeltraud Lehmann, wie sie damals noch hieß, bei einem Spaziergang im Park. Die Hochzeit fand am 19. September 1959 im Standesamt Mönchengladbach statt, kirchlich heiratete das Paar am 10. Oktober im Franziskanerkloster.

Am Donnerstag vor 60 Jahren haben die Dronias geheiratet. Foto: Heike Karsten

Sechs Umzüge hat das Paar gemeinsam gestemmt: zunächst durch berufliche Versetzungen nach Hattingen, Gummersbach, Mülheim an der Ruhr und Düsseldorf, später familienbedingt nach Marienheide und Hückeswagen.

Im Oktober möchten die Jubilare ihre Diamanthochzeit im Kreis der Familie feiern. Aus ihrer Ehe sind ein Sohn, zwei Töchter und neun Enkel entstanden. „Urenkel zwei und drei sind unterwegs“, freuen sich die baldigen Urgroßeltern auf den Zuwachs.

Ihr Rezept für eine beständige Ehe: „Nach einem Streit nie ohne Versöhnung das Haus verlassen oder den Tag beenden.“ Für die Zukunft wünschen sie sich Gesundheit – vor allem für die Urenkel.

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